Gründerwerkstatt

Gründen und studieren in einem

In vielen Entrepreneur-Studiengängen bauen die Studierenden parallel ihr eigenes Start-up auf. Ira von "Tioli" berichtet. (Foto: Pexels)

Die Idee für ein Start-up entsteht oft an der Uni. Jetzt gibt es Studiengänge, die das Gründen ganz in den Mittelpunkt stellen. Ira Saric-Ormuz berichtet, wie sie die Basis für ihr Start-up "Tioli" an der Hochschule Ostfalia gelegt hat.

"Jede Prüfungsleistung hängt mit Tioli zusammen. Wenn ich eine Klausur oder eine Arbeit schreiben muss, bringe ich gleichzeitig mein Start-up voran." Das sagt Gründerin Ira Saric-Ormuz aus Braunschweig und beschreibt damit, wie sie an der Hochschule Ostfalia in einem Abwasch einen MBA-Abschluss absolviert und parallel ihr junges Unternehmen "Tioli" einstielt.

Ira Saric-Ormuz studiert und gründet gleichzeitig. (Foto: Piepenbrock)

Die 27-Jährige entwickelt seit gut einem Jahr eine App für Menschen mit Lebensmittelintoleranzen. Ira sammelt dafür Produktempfehlungen von Betroffenen, auf deren Basis die App wiederum anderen Menschen zu bestimmten Produkten raten - oder ihnen davon abraten kann. Je mehr Bewertungen ein Produkt erhält, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass die Empfehlung der App stimmt.

Entrepreneurship studieren und direkt umsetzen

Ira hat erst Maschinenbau studiert und bei Volkswagen ihre Masterarbeit geschrieben. Währenddessen kam ihr die Idee für das Start-up "Tioli". "Ich hatte die Idee und wusste, dass ich das durchziehen möchte", sagt die gebürtige Kroatin. "Aber ich habe mich so alleine gefühlt und wollte mich mit anderen Gründern und Gründerinnen austauschen, die auch Ideen haben." Also schrieb sie sich im März 2018 an der Hochschule Ostfalia am Standort Wolfenbüttel für den Studiengang "Entrepreneurship and Innovation Management" ein.

Jede Prüfungsleistung hängt mit Tioli zusammen. Wenn ich eine Klausur schreiben muss, bringe ich gleichzeitig mein Start-up voran.

Ira Saric-Ormuz

Der berufsbegleitende Studiengang ist darauf ausgelegt, einen direkten Praxisbezug zu geben. Die Studierenden sollen die erworbenen Kenntnisse in für sie relevanten Situationen ein- und umsetzen, heißt es auf der Website des Studiengangs. Ira bestätigt das: "Schon am ersten Tag mussten alle ihre Ideen pitchen. Das ganze Studium ist so strukturiert, dass die Prüfungsleistungen mit dem eigenen Start-up verknüpft sind."

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Die Idee für ein Start-up entsteht oft an der Uni. Jetzt gibt es Studiengänge, die das Gründen ganz in den Mittelpunkt stellen. Ira Saric-Ormuz berichtet, wie sie die Basis für ihr Start-up „Tioli“ an der Hochschule Ostfalia gelegt hat.

„Jede Prüfungsleistung hängt mit Tioli zusammen. Wenn ich eine Klausur oder eine Arbeit schreiben muss, bringe ich gleichzeitig mein Start-up voran.“ Das sagt Gründerin Ira Saric-Ormuz aus Braunschweig und beschreibt damit, wie sie an der Hochschule Ostfalia in einem Abwasch einen MBA-Abschluss absolviert und parallel ihr junges Unternehmen „Tioli“ einstielt.

Ira Saric-Ormuz studiert und gründet gleichzeitig. (Foto: Piepenbrock)

Die 27-Jährige entwickelt seit gut einem Jahr eine App für Menschen mit Lebensmittelintoleranzen. Ira sammelt dafür Produktempfehlungen von Betroffenen, auf deren Basis die App wiederum anderen Menschen zu bestimmten Produkten raten – oder ihnen davon abraten kann. Je mehr Bewertungen ein Produkt erhält, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass die Empfehlung der App stimmt.

Entrepreneurship studieren und direkt umsetzen

Ira hat erst Maschinenbau studiert und bei Volkswagen ihre Masterarbeit geschrieben. Währenddessen kam ihr die Idee für das Start-up „Tioli“. „Ich hatte die Idee und wusste, dass ich das durchziehen möchte“, sagt die gebürtige Kroatin. „Aber ich habe mich so alleine gefühlt und wollte mich mit anderen Gründern und Gründerinnen austauschen, die auch Ideen haben.“ Also schrieb sie sich im März 2018 an der Hochschule Ostfalia am Standort Wolfenbüttel für den Studiengang „Entrepreneurship and Innovation Management“ ein.

Jede Prüfungsleistung hängt mit Tioli zusammen. Wenn ich eine Klausur schreiben muss, bringe ich gleichzeitig mein Start-up voran.

Ira Saric-Ormuz

Der berufsbegleitende Studiengang ist darauf ausgelegt, einen direkten Praxisbezug zu geben. Die Studierenden sollen die erworbenen Kenntnisse in für sie relevanten Situationen ein- und umsetzen, heißt es auf der Website des Studiengangs. Ira bestätigt das: „Schon am ersten Tag mussten alle ihre Ideen pitchen. Das ganze Studium ist so strukturiert, dass die Prüfungsleistungen mit dem eigenen Start-up verknüpft sind.“

So werden Businesspläne und Marketingkonzepte erstellt, die Studierenden erhalten Coachings und werden dazu trainiert, den Prozess der  „schöpferischen Zerstörung“ entweder im eigenen Unternehmen oder in der Rolle des Intrapreneurs in den Unternehmen ihrer Arbeitgeber in Gang zu setzen und beschleunigen.

Fakten zum Studiengang

  • Der Studiengang ist berufsbegleitend auf zwei Jahre ausgelegt und endet mit dem Abschluss Master of Business Administration.
  • Die Vorlesungen finden an Freitagnachmittagen sowie Samstagen statt.
  • Die Studierenden absolvieren in den ersten drei Semestern vier der fünf Pflichtmodule. Das letzte Semester ist für die Anfertigung der Masterarbeit vorgesehen.
  • Im Rahmen des Studiums werden zwei Klausuren in den Rechtsfächern verfasst. In allen anderen Modulen werden Präsentationen gehalten und/oder Hausarbeiten geschrieben.
  • Ein Großteil der Präsenztermine findet auf dem Wolfenbütteler Campus der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften statt. Auch Exkursionen sind vorgesehen. 
  • Voraussetzung ist ein Bachelor- oder gleichwertiger Hochschulabschluss.
  • Die Kosten für den Weiterbildungsstudiengang belaufen sich auf: 1.790 € Studienbeitrag pro Semester, 990 € einmalige Einschreibegebühr, 450 € einmalige Prüfungsgebühr und z. Zt. 187 € Semesterbeitrag.
  • Mehr Infos gibt Studiengangskoordinator Samir Roshandel: (0) 5331 939 33390, E-Mail: s.roshandel@ostfalia.de

Grüne Gründerschmieden

Die Hochschule Ostfalia ist nicht die einzige Einrichtung, die Gründungsaktivitäten ihrer Studierenden fördert. Viele andere Universitäten bieten Gründerzentren, Labore für die Produktion von Prototypen oder – gerade für den AgTech-Bereich – zugeschnittene Studiengänge. Die folgende Liste ist nicht vollständig.

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: Die Uni Halle baut extra eine Prototypenwerkstatt für die Herstellung neuer, gesundheitsfördernder Lebensmittelprototypen. Im Bereich „Functional Food“ entwickelt das Projekt nutriCARD gesündere Lebensmittel.

TU München: Im Entrepreneurship Center sticht das US Venture Programm hervor, das die besten Ausgründungen zum Austausch ins Silicon Valley schickt. Beispiel eines Uni-Spin-offs ist ACRAI mit einem Landwirtschaftsroboter zur nicht chemischen Unkrautentfernung.

Universität Hohenheim: Die Uni Hohenheim hat bereits viele Uni-
Ausgründungen vorzuweisen: z. B. wisefood, das essbare Trinkhalme aus Apfeltrester anbietet. Ein Lehrstuhl für Unternehmensgründungen ergänzt das breite Beratungsangebot. Außerdem wurde kürzlich eine Junioprofessur „Künstliche Intelligenz in der Agrartechnik“ angekündigt.

Hochschule Ostwestfalen-Lippe und TU München: Beide Hochschulen haben je einen neuen Studiengang „Precision Farming“ ins Leben gerufen.