Am von Eva Piepenbrock

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Einkaufsverhalten nach Corona

Click & Collect beim Bäcker und an der Tanke

Spätestens seit Corona halten Bäckereien, Metzgereien und Tankstellen dem Einkaufsverhalten der digitalen Generation nicht mehr stand. Marie-Luise Meyer will den Foodservice-Vertrieb mit der Plattform „Hamwa“ modernisieren. Im Interview spricht sie über das Shopping von morgen und woher ein erstes, gleich siebenstelliges Invest kommt.

f3 – farm. food. future.: Dein frisch gegründetes Unternehmen „Hamwa“ will bargeldlose mobile-only Bestellungen im Foodservice-Bereich etablieren. Erklär doch bitte einmal für alle Nicht-Digital-Natives, was das bedeutet. Wer kann was wo bestellen und wie kommt er an seine Ware?
Marie-Luise Meyer: Hamwa ist eine Click & Collect-Plattform für Unternehmen in der Foodservice-Branche und konzentriert sich somit auf den Ausbau des Take-away-Geschäfts. Jeder, der Hunger und ein Smartphone hat, kann demnächst bei teilnehmenden Betrieben wie Bäckereien, schnell und unkompliziert bestellen. Die Bestellungen werden nicht über einen Webshop aufgegeben, der über einen PC aufgerufen werden kann. Wir ermöglichen Bestellungen ausschließlich in unserer App. Daher ist der Einkauf auch nur mit einem Smartphone möglich („mobile-only“).
Der Bestellprozess ist so einfach wie möglich gehalten: Der Kunde kann in wenigen Schritten seinen gewünschten Abholzeitpunkt auswählen, das dann vorrätige Angebot seiner Lieblingsfiliale einsehen, die Artikel seinem Warenkorb hinzufügen und abschließend mit einer etablierten mobilen Zahlungsmethode, wie PayPal, ApplePay und GooglePay, begleichen. Eine Registrierung ist optional – so kann der Kunde nochmals Zeit sparen. Warum sollte er auch seine Adresse hinterlegen müssen, wenn er die Bestellung doch eh in der Filiale abholt?

Marie-Luise Meyer ist die Gründerin von „Hamwa“. Frederick Beckmann (auch Vorstand der Q1 Energie AG) und die Netrocks GmbH mit Wolf Goertz sind als Investoren an Bord. (Bildquelle: Hamwa GmbH)

Digital vorbestellen, bargeldlos zahlen, einfach abholen

f3 – farm. food. future.: Hamwa ist eine Omnichannel-Lösung mit angeschlossener App. Was bedeutet Omnichannel? Was haben die Bäckereien davon?
Marie-Luise Meyer: Omnichannel-Vertrieb bedeutet, dass Betriebe für ihre Kunden „omnipräsent“ sind. Das heißt, dass sie an diversen Orten sowohl online als auch offline erreichbar sind und den Verkauf überall und jederzeit ermöglichen.
Es soll das normalste der Welt werden, dass Snacks vorab mit dem Smartphone gesichert und sogar über eine Fast-Lane abgeholt werden können.
Marie-Luise Meyer
Derzeit spürt der Kunde noch den Wechsel von der digitalen in die analoge Welt. Ein Beispiel: Wenn ich online Brötchen bestelle und dann zur Abholung in die Filiale wechsle, sage ich: „Hallo, ich hatte online bestellt und wollte meine Brötchen jetzt abholen. Brauchen Sie die Bestellnummer?“ Ich gebe zu erkennen, dass ich vorab einen anderen Absatzweg als das klassischen Thekengeschäft gewählt habe. In diesem Fall spricht man von einem „Crosschannel-Vertrieb“. Unternehmen sind zwar sowohl online als auch offline vertreten, aber die Absatzwege sind nicht optimal miteinander verzahnt.
Mit Hamwa wollen wir das ändern: In Zukunft soll es keinen Unterschied mehr machen, ob...


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