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EIT Food

Ein Blick hinter die Kulissen

Das Logo von EIT Food begegnet Agrifood-Start-ups derzeit an vielen Stellen. Doch wie genau arbeitet dieses „Pan-europäische Netzwerk“ eigentlich? Wie können Gründerteams profitieren? f3 hat Antworten bei Geschäftsführer Georg Schirrmacher eingeholt.

f3 – farm. food. future:

Herr Schirrmacher, wer oder was ist EIT Food?

Georg Schirrmacher:

Wir glauben, dass wir eine wichtige Rolle als Katalysator spielen. Und dass EIT Food eine Organisation ist, die alle Interessengruppen miteinander verbindet. Das ist für einen radikalen Wandel absolut notwendig. Noch immer landen rund 30 Prozent unserer Lebensmittel einfach im Müll. Lieferketten und Transportwege sind nicht transparent. Der Verbraucher hat kein Vertrauen in die Lebensmittelproduktion. Wir wollen in Zukunft sicherstellen, dass die Öffentlichkeit eine zentrale Rolle bei der Mitgestaltung des Veränderungsprozesses spielt.

Dazu haben wir bis jetzt rund 120 Start-ups unterstützt, über 16.000 Studierende mitausgebildet, an vielen Orten Experten, Landwirte, Gründer, Industrie und Wissenschaftler vernetzt. Wir sind europäisch ausgerichtet und agieren dennoch in unseren Regionen mit den nationalen Partnern – wie in Deutschland etwa mit John Deere, KWS Saat, Bayer. Landesanstalt für Landwirtschaft, Siemens, Universität Hohenheim oder der TU München – äußerst eng zusammen.

Wir sind europäisch ausgerichtet und agieren dennoch in unseren Regionen mit den nationalen Partnern.
Georg Schirrmacher

Unsere Mitarbeiter sitzen neben dem EIT Food-Hauptquartier in Leuven bei Brüssel in sogenannten Co-Location-Centres (CLC) in England, Spanien, Polen und Belgien und hier in Deutschland. Das CLC Central in Freising ist für Deutschland, Österreich und die Niederlande als zentraler Innovationsknoten zuständig. Europaweit arbeiten rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für EIT Food. Unser Partner-Netzwerk umfasst über 220 Universitäten, Firmen und Bildungseinrichtungen.

Geschäftsführer Georg Schirrmacher erklärt im f3-Interview, wie EIT Food europaweit arbeitet. (Bildquelle: EIT Food)

Beispiele von geförderten Start-ups, die es an den Markt geschafft haben

f3:

Als übergeordnetes Ziel will EIT Food dafür sorgen, dass wissenschaftliche Innovationen bei den Konsumenten ankommen. Welches Beispiel aus Deutschland verdeutlicht diesen Anspruch und zeigt, mit welchen Akteuren und Zielen EIT Food agiert?

Georg Schirrmacher:

Unsere Unterstützung der Start-ups erzeugt schon innovative Ansätze, die man auch im Supermarkt findet: die „Retter-Kräcker“ von „Zero Bullshit“ zum Beispiel gibt es bald bei Rewe. Drei Lebensmitteltechnologie-Studenten der Uni Hohenheim haben es sich zur Aufgabe gemacht, aus Lebensmittelresten ihre Produkte herzustellen und der Idee einer Kreislaufwirtschaft nahe zu kommen.

Bei Aldi Süd gibt es seit vergangenem Jahr ein Produkt, das von EIT ausgezeichnet wurde: „Air up“ aus München. Es vermeidet zuckerhaltige Trinkgewohnheiten, indem man einfach reines Wasser trinkt, das im Flaschenhals durch einen Duftschwamm fließt und so unserem Gehirn je nach Geschmacksrichtung eine Saft-Schorle „vorgaukelt“.

Ein Beispiel für eine hoch-disruptive Innovation ist die pflanzliche Milch „Plain“ aus dem Wissenschaftszentrum Weihenstephan. Die beiden Gründer Mischa Sysoev und Jonathan Herrmann haben eine wirklich nach vollwertiger Milch schmeckende pflanzliche Alternative zum Patent angemeldet und produzieren nun fleißig. Ich schwöre Ihnen, Sie werden nicht mehr herausschmecken, ob Sie Kuhmilch oder die pflanzliche Alternative im Cappuccino haben!

Der CEO von EIT Food, Andy Zynga, gratuliert dem Münchner Start-up „Air Up“ als Gwinner eines EIT-Awards. (Bildquelle: EIT Food)

Oder nehmen wir ein Beispiel aus der Futtermittelproduktion: Das...


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