Am von Justin Brinkmann

Online-Plattform

Eine Suchmaschine für den Handel von Rohstoffen und Überschüssen

Die Leroma GmbH will Lebensmittelherstellern eine Plattform bieten, auf der sie Rohstoffe oder Lebensmittelüberschüsse direkt vom Rohstofflieferanten beziehen können. Wer das Start-up im Live-Pitch sehen will, kann dies heute beim DemoDay des Rentenbank-Bootcamp tun. f3 stellt die Plattform als eines der elf teilnehmenden Start-ups vor.

f3 – farm. food. future.: „Leroma“: Das steht für Lebensmittelrohstoffmarkt. Auf eurer Seite tummeln sich viele verschiedene Branchen und Unmengen an Produkten. Wie funktioniert dabei euer Geschäftsmodell? Wer kauft? Wer verkauft? Und vor allem: Wer kontrolliert die ganzen Inserate?
Florian Casalino: Leroma versteht sich als eine digitale Brücke zwischen Lebensmittelherstellern und Rohstofflieferanten. Das umfasst alle Lebensmittelindustrien von Fleisch- über Back- und Süßwaren bis Obst, Gemüse, Einzelbestandteile und Nährstoffe. Ein Beispiel: Ein Joghurthersteller benötigt Rohstoffe für seinen Joghurt. Um diese zu finden, kann er auf Leroma gehen und nach ihnen suchen. Die Suchergebnisse enthalten keine Firmennamen, sondern lediglich den Rohstoff an sich. Über diesen Rohstoff kann der Kunde direkt den Lieferanten anschreiben. Das heißt: Als registrierter Kunde oder Verkäufer kann man über unseren Messenger Rohstoffe kaufen – oder auch verkaufen. Gleichzeitig bieten wir eine Überschussbörse an, auf der Unternehmen ihre Restposten und Ladenhüter an Lebensmittelrohstoffen loswerden können.
f3 – farm. food. future.: Gibt es dafür Beispiele?
Florian Casalino: Z.B. haben wir mehrere Tonnen Kaffeepulver, das zu dunkel geröstet und deshalb weggeworfen werden sollte, an die Kosmetikindustrie vermittelt. Dieser Kaffee wurde als Ersatz für Mikroplastik als Peeling in Shampoos verwendet. Eine komplett andere Anwendung, aber auf jeden Fall nachhaltig. Oder abgelaufene Gelatine, die für die Lebensmittelindustrie nicht mehr verwendet werden konnte und seinen Einsatz dafür in der Herstellung für Paintballs gefunden hat.
f3 – farm. food. future.: Habe ich es richtig verstanden, dass die Abwicklung über einen Messenger läuft? Was hindert die Leute dann daran, beim Chatten nicht direkt die Telefonnummern auszutauschen und den Rest so zu klären, um sich somit die Provision zu sparen? Wie läuft der Bezahlprozess ab?
Florian Casalino: Um die Leistungen unserer Plattform in Anspruch zu nehmen, müssen alle Kunden bei ihrer Registrierung in den AGB’s bestätigen, dass sie 10% Provision zahlen müssen, wenn sie ihr Geschäft mithilfe von Leroma abwickeln wollen. In Zukunft streben wir an, auch den Bezahlvorgang über unsere Plattform durchzuführen, ähnlich wie Booking.com das auch macht. Darüber hinaus ist der Firmenname zunächst nicht ersichtlich. Wenn über den Messenger ein Geschäft abgewickelt wird, stellt der Verkäufer dem Käufer eine Rechnung aus - und damit werden auch die Kontaktinformationen sichtbar. Wir bekommen mit, was zwischen den beiden Akteuren passiert und stellen dem Verkäufer im Anschluss die Provisionsgebühr in Rechnung. Auch diese datenschutzrechtlichen Parameter müssen Verkäufer und Käufer während der Registrierung in den AGB’s akzeptieren.

Das Team von Leroma (v.l.n.r.): Vertriebsleiter Hanno Hartmann, CTO Alexander Yanchin, CEO & Gründerin Marina Billinger und Nachhaltigkeitsmanager Florian Casalino.  (Bildquelle: Leroma GmbH)

f3 – farm. food. future.: „Keine Firmennamen“: Das bedeutet, dass die Inserate also anonym auf eurer Seite gehalten werden?
Florian Casalino: Genau, das gilt für die Überschussbörse und ist ein großer Vorteil der Plattform. Gerade bei Überschüssen wollen manche Unternehmen ihren Namen nicht preisgeben. Das hat v.a. mit der Konkurrenz zu tun. Firma A möchte z.B. nicht, dass Firma B als Konkurrent mitbekommt, dass man 20t Gelatine als Überschuss im Lager stehen hat. Und das ist völlig in Ordnung. Man muss den Firmennamen nicht kennen – es geht ja um das Produkt an sich.
f3 – farm. food. future.: Wie stellt...


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