Am von Eva Piepenbrock

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Globaler Treffpunkt der Agrar-Start-ups

Die Bewerbungsphase für die "future agro challenge" (FAC) läuft. Agrifood Start-ups können sich noch bis zum 1. Mai bewerben. Was die Teilnehmer erwartet, hat f3 mit einem Teilnehmer der letzten FAC besprochen. Dominik Ewald von "Monitorfish" berichtet.

Am 1. bis 4. Oktober findet die „Future Agro Challenge“ (FAC) in Griechenland statt: ein weltweiter Wettbewerb für Unternehmen im Agri- und Foodtech-Bereich, die die Nahrungsmittelproduktion vom Erzeuger bis zum Verbraucher revolutionieren wollen. Für den deutschen Vorentscheid suchen die Andreas Hermes Akademie und die Landwirtschaftliche Rentenbank Start-ups, die teilnehmen möchten. f3 ist exklusiver Medienpartner. Der deutsche Vorentscheid findet am 16. Juni in Frankfurt im TechQuartier statt. Je nachdem, wie die Coronakrise verläuft, wird ggf. digital gepitcht.  Hier geht’s zur Bewerbung auf Englisch. Und hier nochmal zur offiziellen Ausschreibung. Ansprechpartnerin für Fragen ist Mareike Meyn von der AHA. Telefon: +49 30 58632067-3.

Wir haben mit Dominik Ewald von "Monitorfish" über seine Erfahrungen bei der letzten "future agro challenge" gesprochen.


Das Interview

Die Gründer von Monitorfish Dominik Ewald (links) und Chaitanya Dhumasker waren im vergangenen Jahr an der "future agro challenge" teil. (Bildquelle: Ewald)

f3 - farm. food. future: Wieso sollten deutsche Gründer und Gründerinnen aus der Agri- und Food-Szene bei der future agro challenge mitmachen?

Dominik Ewald: Egal ob für junge Start-ups, so wie wir es damals waren, oder für etablierte, ist es eine wunderbare Chance, seine Idee einem fachkundigen Publikum und einer Jury vorzustellen. Damals sind wir früh morgens mit dem Flixbus von Berlin nach Bonn gefahren, um auf dem German-FAC-Event zu pitchen. Die Umstände entsprachen schon sehr dem Start-up-Leben, das man sich so vorstellt. Wir wollten Kosten sparen und nicht in Bonn übernachten. Nach der Busfahrt waren wir morgens noch in einem Schwimmbad, um uns dort frisch zu machen. Allein diese Erfahrung ist es schon wert gewesen. (Lacht.) Die Stimmung vor, beim und nach dem Event war einfach super.

60 Start-ups von 5 Kontinenten

f3: Was erwartet die Sieger des deutschen Vorentscheides beim Global Agripreneurs Summit?

Dominik: In der Vorrunde geht es zunächst darum, sich gegen seine Mitbewerber durchzusetzen. Das ist gar nicht so einfach. Man sollte sich schon gut vorbereiten. Es wird sehr darauf geachtet, ob die Idee eine Marktrelevanz hat und ob sie überhaupt innovativ ist.

Für das Hauptevent durften wir nach Istanbul reisen. Wir sind im schönen Stadtteil Moda untergebracht worden, mit Blick auf den Bosporus. Am Hauptevent musste man gegen 60 Start-ups von 5 Kontinenten pitchen. Die besten 10 (darunter auch wir) durften dann an der Börse in Istanbul gegenüber Investoren pitchen. Die besten drei haben Preise bekommen. Das Event bei der Börse war schon sehr cool. Wir haben unglaublich viele Investoren kennengelernt, die uns sehr gutes Feedback gegeben haben. Mein persönliches Highlight war das Treffen mit Theo De Jager, President oft the World Farmers Organization.

f3: Wen trifft man als Gründer bei einer solch international aufgehängten Veranstaltung, dem man auf deutschen Netzwerktreffen nicht begegnet?

Dominik: Es geht wirklich um die ganzen Start-ups, über 60 aus so vielen verschiedenen Ländern. Die Energie, die man bei dem Event spürt, mit seinen Ideen und Visionen etwas verändern zu können, das war eine sehr coole Erfahrung. Darüber hinaus trifft man die vielen Investoren, mit ihren guten Feedbacks. Auch das hat uns zum damaligen Zeitpunkt sehr weiter geholfen.

Mentalität und Qualität

Start-ups aus dem Agri- und Food-Bereich können wieder "Agripreneur of the year" werden. Zu gewinnen gibt es ein individuell zugeschnittenes Hilfspaket im Wert von 50.000 € und jede Menge...

f3: Abgesehen von Investoren oder wichtigen „Entscheidern“ – wie ist es, Agrar-Start-ups aus anderen Ländern zu treffen? Gehen sie ähnliche Themen an? Gehen sie dabei anders vor als deutsche Gründer?

Dominik: Klar, man hat sehr deutlich gemerkt, dass es schon große Mentalitätsunterschiede gibt, auch hinsichtlich der Präsentationen.Was aber richtig cool war, war dieser Spirit von allen Teilnehmern, etwas bewegen zu wollen. Schön war auch zu sehen, wie unterschiedlich die Ansätze sind, mit denen man diese Welt verändern will. Besonders beeindruckend fand ich die hohe Qualität, die von den einzelnen Start-ups, unabhängig vom Kontinent, geliefert wurde! Im Menschen ist so viel Potenzial für Gutes. Wir müssen es nur zulassen. Das zeigen mir solche Events immer wieder.