Am von Justin Brinkmann

Start-up-Wettbewerb

Textil aus Grünabfällen, Pflanzenkohle und grünes Erdgas

Zum vierten Mal zeichnete der internationale Start-up-Wettbewerb „Plan B“ die besten Geschäftsideen für biobasierte Lösungen aus. Den ersten Platz sicherte sich das Textil-Start-up „nakt“. 

Beim internationalen Start-up-Wettbewerb „Plan B – Biobasiert.Business.Bayern“ traten vergangene Woche fünf Start-ups gegeneinander an. In der Jurywertung hatte das Start-up „nakt“ knapp die Nase vorn und konnte 6.000 € sowie eine Mieteinheit im Technologie- und Gründerzentrum Straubing ergattern. Es arbeitet an einer funktionalen Faser aus Grünabfällen, aus dem das erste Produkt, ein Mehrweg-Abschminktuch hergestellt wird. Ziel des Wettbewerbs ist es, innovative Ideen für die Herausforderungen der Rohstoffwende und eine nachhaltigere Zukunft im zweijährigen Turnus zu adressieren.
Wir glauben: ohne Start-ups klappt die Bioökonomie nicht.
Prof. Volker Sieber
Um die Jury von sich zu überzeugen, hatten die fünf Finalisten je drei Minuten Zeit. Dass die Entscheidung der Live-Jury herausfordernd war, betonte Sprecherin Dr. Mirja Wehner: „Wir haben noch nie so lange gebraucht wie dieses Jahr, um die Rangfolge festzulegen. Gefühlt sind heute alle Sieger.“ Nach einer Beratungspause, in der das Publikum einen Einblick in die Ideen einiger weiterer PlanB-Teams erhielt, einigten sich die Jury-Mitglieder dann aber doch.

Das Team des Start-ups „nakt“ bei der Siegerehrung.  (Bildquelle: German Popp)

Platz 2 und 3 für grünes Erdgas und Pflanzenkohle

Den dritten Platz und damit 3.000 € sicherte sich das Team der „Microbify GmbH“. Als Ausgründung der Universität Regensburg arbeitet Microbify unter anderem an der Nutzung alter Erdgasspeicher für die Produktion von grünem Erdgas durch extremophile Mikroorganismen. 
Einen Scheck über 4.000 € erhielt das zweitplatzierte Start-up „Circular Carbon“ aus Würzburg. Das Team nutzt Biomasse-Reste aus der Lebensmittelproduktion wie Schokobohnen-Schalen oder Weintrester zur Produktion von Prozessdampf und funktionalisierbarer Pflanzenkohle. Überzeugen konnten „Circular Carbon“ mit ihrem Nutzen für die Landwirtschaft und dem jüngsten Anlagenbau.
„Eco:fibr“ gewann den Publikumspreis. Die Uni-Ausgründung aus Hannover überzeugte die Zuschauer mit einem biotechnologischen Prozess, bei dem aus Resten der Ananas-Ernte, Zellstoff für verschiedene Anwendungen hergestellt wird. 

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von Justin Brinkmann

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Ohne Start-ups keine Bioökonomie

„Lite+Fog“ aus Berlin, die mit Künstlicher Intelligenz und Nebel-Bewässerung Vertical Farming revolutionieren wollen, belegten Platz Fünf. Den Sonderpreis für die beste Entwicklungsleistung innerhalb des Wettbewerbs überreichte Prof. Volker Sieber vom Campus der TU München in Straubing an das Team von „Protegg“. Ihr Ziel: auf Basis von Biomimese Eimembran als Verpackung für Lebensmittel zu funktionalisieren. „Wir glauben: ohne Start-ups klappt die Bioökonomie nicht“, betonte Prof. Sieber. Diesen Befund hatte zuvor bereits die Key Note-Speakerin des Abends, Patricia Eschenlohr, Co-Gründerin der Landpack GmbH und Sprecherin des Sachverständigenrats Bioökonomie Bayern unterstrichen. Nur, wenn Herausforderungen wie Investorenscheu und fehlende Infrastrukturen überwunden werden, denen insbesondere Start-ups aus der biobasierten Wirtschaft gegenüberstehen, könnten die jungen Unternehmen ihre wichtige Rolle erfüllen. PlanB will Start-ups dabei unterstützen, durch Sichtbarkeit diese Hürden zu meistern.


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