Am von Anne Kokenbrink

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Future Agro Challenge & Alles auf Start-up

Von Ernterobotern, Laborfisch und Kuhsensoren

Welche Trends zeichnen sich im Agrifood-Sektor ab? Wo liegen Chancen und Potenziale? Stammt das Fleisch der Zukunft aus dem Labor oder doch vom Tier? Wie kommen Gründer an frisches Geld und finden passende Finanzierungsmöglichkeiten? Um  diese und weitere Fragen drehten sich vergangene Woche zwei Start-up Events in Berlin.

Start-ups und Gründungsinteressierte aus dem Agrar- und Lebensmittelsektor gibt es viele, doch nur selten finden sie zueinander. Raum geben für das Vernetzen und den Wissensaustausch von Start-ups und Landwirtschaft sowie zwischen Agtech & Foodtech Start-ups, das war Ziel der „Future Agro Challenge“ und des Events „Alles auf Start:up!“ im Haus der Land- und Ernährungswirtschaft in Berlin. Eingeladen hatte in der vergangenen Woche die Andreas Hermes Akademie gemeinsam mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank. f3 unterstützte als Medienpartner und war in der Jury zur Vergabe des Titels „Agribusiness of the Year“ vertreten.  In diesem Jahr ging der Titel an „Organifarms“ (mehr dazu unten). Das Gewinnerteam darf zum Global Agripreneur Summit nach Griechenland reisen und dort gegen internationale Teams antreten.
In Kurzvorträgen stellten Gastredner ihre Erfahrungen und Standpunkte vor. Im Folgenden eine Auswahl der Diskussionen und Impulse.

Die sechsköpfige Jury von links: Anne Kokenbrink (f3), Gerald Dohme (DBV), Nikola Steinbock (Rentenbank), Dr. Thomas Breuer (GIZ), Tobias Roehren-Wiemers (Borchelhof), Dominik Ewald (German Agrifood Society – nicht in der Jury), Prof. Dr. Rainer Langosch (AHA), Matthias Mehner (AHA, nicht in der Jury) (Bildquelle: Deutscher Bauernverband )

Was sind die Proteine der Zukunft?

Der Markt für Fleischalternativen wächst rasant, ist insgesamt aber noch ein Nischenmarkt. Auch die Konsumenten scheinen sich mit künstlich hergestellten Fleischalternativen anzufreunden. Doch können oder sollen sie tierische Produkte ersetzen und wo liegen die Vor- und Nachteile? Einen Impuls dazu lieferte Prof. Dr. Christa Kühn, Tierärztin und Wissenschaftlerin am Leibniz-Institut für Nutztierbiologie. Ihre  Schwerpunkte sind u. a. Tierzucht und Genetik, Genomanalyse sowie Krankheitsresistenzen. Auf die Frage „Alternative Proteine oder Tierhaltung?“ zeigte sich Kühn zurückhaltend, bezweifelte aber, dass sich die Essgewohnheiten in der Breite der Gesellschaft so schnell ändern werden – vieles sei historisch verwurzelt.
Über veränderte Ernährungstrends könne man in gewissen Kreisen sachlich diskutieren, aber an der Supermarktkasse oder im Fastfood-Restaurant funktioniere das nicht.
Auszug
„Wir sollten uns die Frage stellen: Was sind die nachhaltigen und langfristigen Änderungen der Ernährungsgewohnheiten? Ich würde mich damit nicht so weit aus dem Fenster lehnen,“ sagt Kühn. Ihrer Ansicht nach könne sich die Landwirtschaft vermutlich schneller ändern als es – in der Breite der Bevölkerung  – die Verzehrgewohnheiten werden.

Zielkonflikte in der Proteinerzeugung (Bildquelle: Prof. Dr. Christa Kühn)

Kühn zufolge werde die tierbasierte Produktion von Eiweißen als Biomasse in Zukunft vor allem...


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