Am von Eva Piepenbrock

In die Freilandhaltung einsteigen

Agrarstudent Sören Brase (22) steht vor der Übernahme des elterlichen Milchviehbetriebs mit Spargel und Direktvermarktung in Vahlde in Niedersachsen. Warum der Junglandwirt in die Freilandhaltung von Legehennen investiert, erzählt er im Wunschkonzert. Doch auch auf die Optimierung bestehender Betriebszweige will Sören künftig setzen.

„Wir bewirtschaften einen Gemischtbetrieb mit 140 ha Landfläche in Vahlde, Landkreis Rotenburg in Niedersachsen. Davon sind 30 ha Grünland, 2,5 ha Spargel und der Rest Mais und Getreide. Dazu halten wir 130 Milchkühe, die per Melkroboter gemolken werden, und die dazugehörige Nachzucht. Den Spargel vermarkten wir über unseren Hofladen, einen Verkaufsstand und Gaststätten.

Milchviehhaltung optimieren, aber nicht vergrößern

Es stand fest, dass wir investieren und wachsen wollen. Geplant war allerdings, auf die Milchviehhaltung zu setzen. Wir hatten 2017 die Genehmigung für den Bau eines Stalls für 300 Kühe schon vorliegen. Nach längeren Überlegungen haben wir die Genehmigung aber fallen lassen und uns gegen den Bau entschieden. Das ist uns nicht leicht gefallen. Die Planung dauerte mehrere Jahre und hat uns viel Zeit, Nerven und Geld gekostet. Die Berufskollegen waren auch verwundert.

Im Abwägungsprozess haben uns viele Dinge überzeugt, die gegen eine Ausweitung im Milchviehbereich sprechen. So ist die Milchviehhaltung in dieser Größenordnung sehr arbeits- und kostenintensiv. Gute Arbeitskräfte zu finden, ist schwierig. Und die wollen entsprechend bezahlt werden. Außerdem sind wir mit dem Produkt Milch abhängig vom Exportmarkt, auf dem wir mit günstigeren Produzenten konkurrieren. Durch die unflexible Lieferbeziehung zwischen Molkerei und Landwirt gibt es kaum Vermarktungsspielraum....