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Handel verpflichtet sich, Food Waste zu reduzieren free

Unternehmen des Lebensmittelhandels haben sich gegen Food Waste in Stellung gebracht. Der größte Teil der Lebensmittel geht allerdings in den Privathaushalten verloren. (Foto: Matheus Cenali/Pexels)

Insgesamt 16 Unternehmen des Lebensmittelgroß- und -einzelhandels haben sich zur Verringerung der Lebensmittelverschwendung verpflichtet. Vergangenen Freitag unterzeichneten sie eine Erklärung.

16 Unternehmen des Lebensmittelhandels wollen ihren Anteil an der Lebensmittelverschwendung reduzieren. Dazu unterzeichneten sie in der vergangenen Woche eine Beteiligungserklärung, die verpflichtende und freiwillige Maßnahmen umfasst. Damit sagten die Unternehmen zu, konkrete Maßnahmen zur Verringerung der Lebensmittelverschwendung in den Märkten und Betrieben zu ergreifen und daran mitzuarbeiten, Lebensmittelabfälle entlang der Lebensmittelversorgungskette bis hin zum Verbraucher zu reduzieren. 

Teilnehmende Unternehmen

  • Alnatura Produktions- und Handels GmbH
  • ALDI SÜD Dienstleistungs-GmbH & Co. oHG
  • BIO COMPANY GmbH
  • CHEFS CULINAR West GmbH & Co. KG, Niederlassung Wöllstein
  • Edeka Zentrale AG & Co. KG
  • HelloFresh Deutschland SE & Co. KG
  • Lidl Stiftung & Co. KG
  • METRO Deutschland GmbH
  • Netto Marken-Discount AG & Co.KG
  • NORMA Lebensmittelfilialbetrieb Stiftung & Co. KG
  • Penny-Markt GmbH
  • Querfeld GmbH
  • REWE Deutscher Supermarkt AG & Co. KGaA
  • tegut… gute Lebensmittel GmbH & Co. KG
  • Transgourmet Deutschland GmbH & Co. OHG
  • WASGAU Frischwaren GmbH

Maßnahmen: im Markt, mit Lieferanten, bei der Weitergabe

Als verbindliche Maßnahmen vorgesehen sind laut BMEL-Pressemeldung:

  • die Weitergabe noch verkehrsfähiger Lebensmittel durch Kooperationen mit einer sozialen Einrichtung bzw. Zusammenarbeit mit anderen Organisationen (z. B. Gastronomiebetriebe)
  • die Erfassung aussagekräftiger Lebensmittelabfalldaten und Verbesserung der Datenlage.

Zudem erklärten die Unternehmen, mindestens vier der folgenden 13 Wahlpflichtmaßnahmen umzusetzen:

  • Verkauf von Obst und Gemüse mit „Schönheitsfehlern„,
  • Verbesserung der Zusammenarbeit im Umgang mit Retouren,
  • Förderung von Verpackungsinnovationen zur Verbesserung der Haltbarkeit von Produkten,
  • Optimierung der Prozess-, Logistik- und Kühlkette, beispielsweise durch (verstärkte) Einbindung von Lieferanten in Warenwirtschaftssysteme,
  • Preisreduzierter Verkauf von Waren mit knappem MHD,
  • preisreduzierter Verkauf von Ultrafrischwaren (Brot, Obst und Gemüse) zum Ladenschluss,
  • nachfrageorientierte Auffüllung des Frischwarenangebots besonders zu frequenzschwachen Tageszeiten,
  • Integration des Themas „Reduzierung von Lebensmittelverschwendung“ in Schulungen bzw. sonstigen Informationen für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen,
  • Maßnahmen zur Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung für die Reduzierung von Lebensmittelabfällen in der Kundenkommunikation.

55% der Lebensmittelabfälle (7 Mio. Tonnen) entfielen 2015 auf Privathaushalte.

Thünen-Institut
  • Innovative Demonstrations- und Modellvorhaben mit Start-ups zur besseren Verwertung von Lebensmitteln,
  • Etablierung und Weiterentwicklung von Prozessroutinen bei der Bereitstellung und Abholung von Produkten, beispielsweise mit Hilfe digitaler Technologien,
  • finanzielle Unterstützung zum Aufbau bzw. zur Verbesserung der Infrastruktur der sozialen Einrichtungen,
  • Verbesserung der Qualitätssichtung von Produkten.

12,7 Mio. Tonnen Food Waste im Jahr

Schätzungen des Thünen-Instituts (TI) zufolge fielen in Deutschland im Jahr 2015 rund 12,7 Mio. t an Lebensmittelabfällen an. Davon wären etwa 7,05 Mio. t theoretisch vermeidbar. Der Handel verzeichnete hierbei laut den Wissenschaftlern mit 0,49 Mio. t einen relativ geringen Anteil (4%). Der Großteil der Lebensmittelabfälle entfiel mit fast 7,0 Mio t auf die privaten Haushalte (55 %).

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