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Hessen fördert Innovationen in der Landwirtschaft free

Das Netzwerk Pilotbetriebe möchte Zusammenhänge zwischen Tierwohl, Haltungs- und Managementbedingungen auf hessischen Milchviehbetrieben erforschen. Es gehört zu einem von fünf Agrarprojekten, die sich in Hessen über eine finanzielle Unterstützung freuen können. (stock.adobe/ Syda Productions)

Pflanzenkohle als Geflügeleinstreu oder der Kampf gegen die Varroamilbe: Das Land Hessen vergibt Geld an innovative Agrarideen. Ehemalig geförderte Projekte können erste Erfolge verzeichnen.

Für fünf Ideen gab es 2 Mio. Euro vom Land Hessen. Das Land fördert Projekte in der Landwirtschaft im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP). Die Hessische Agrarministerin Priska Hinz überreichte die Bewilligungsbescheide in der vergangenen Woche bei der Landwirtschaftlichen Woche Südhessen. Dies geht aus einer Pressemitteilung der Hessischen Landesregierung hervor. Das sind die fünf Projekte:

Tierwohl Milchvieh Hessen

Landwirte, die eigenständig die Situation des Tierwohls auf ihren Betrieb erfassen wollen, können ein Tierwohl-Tool nutzen. Das Netzwerk Pilotbetriebe steht hinter dem Projekt „Tierwohl Milchvieh Hessen“. Die Beteiligten möchten das sogenannte „Tierwohl-Tool Milchvieh“ in 40 Milchviehbetrieben testen und das Werkzeug dabei zusammen mit den Haltern weiterentwickeln. Im Vordergrund der Excel-Anwendung stehen Zusammenhänge zwischen Tierwohl, Haltungs- und Managementbedingungen.

Pflanzenkohle als Geflügeleinstreu

Die Universität Kassel möchte gemeinsam mit Vertretern der Landwirtschaft, Wirtschaft und Beratung die Tiergesundheit und das Tierwohl in Geflügelställen steigern. In dem Projekt „Pflanzenkohle als Geflügeleinstreu“ entwickeln und erproben sie einen Geflügeleinstreu auf Basis von Pflanzenkohle. Dieser soll über eine hohe Wasseraufnahme- und Adsorptionskapazität verfügen und darauf abzielen, Entzündungen des Fußballens sowie Ammoniakemissionen zu verringern.

Praxis-Forschung-Bienen

Das Institut für Bienenkunde der Universität Frankfurt und einige Imkereien gründen ein Netzwerk für die praktische Bienenforschung, um innovative Diagnose- und Behandlungsstrategien gegen die Varroamilbe zu entwickeln. Sie möchten durch die Online-Plattform den Wissenstransfer zwischen den Imkern verbessern.

Die Varroa-Milbe bedroht die westliche Honigbiene. Sie ist eine Hauptursache für den Verlust von Bienenvölkern. (Foto: Harms)

Mulchgemüse Hessen

Wissenschaftler der Justus-Liebig-Universität Gießen möchten im Projekt „Mulchgemüse Hessen“ Ackerbauern mit einem „Kombi-Mulch-Verfahren“ animieren, auch Gemüsekulturen in die Fruchtfolge aufzunehmen. Das Team etabliert eine Form des Gemüseanbaus, die es Ackerbaubetrieben und gärtnerischen Gemüsebaubetrieben ermöglicht ihre Fruchtfolgen auf den Klimawandel anzupassen.

Humuvation

Das Team hinter dem Projekt Humuvation“ möchte vorhandene innovative Anbausysteme kombinieren und an die klimatischen Bedingungen in Hessen anpassen. Landwirte können dadurch Humusaufbau und Ertragsstabilität gewährleisten. Auf Praxisbetrieben sowie im Exaktversuch bauen die Landwirte nach der Ernte der Hauptkulturen Zwischenfruchtmischungen an. Anschließend verzichten sie weitestgehend bzw. gänzlich auf Bodenbearbeitung. Das System soll durch die Entwicklung eines Praxisleitfadens allen landwirtschaftlichen Ackerbaubetrieben in Hessen zugänglich gemacht werden.

Wir haben mit den verschiedensten Projekten schon viel erreicht oder in Gang gebracht.

Priska Hinz, Hessische Staatsministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Erste Erfolgsgeschichten

Seit dem Jahr 2015 unterstützt das Land Hessen Akteure aus der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft sowie dem Wein- und Gartenbau bei der Umsetzung von praxisorientierten Innovationsprojekten. „Wir haben mit den verschiedensten Projekten schon viel erreicht oder in Gang gebracht. Ein tolles Beispiel ist das Projekt `ExtraWurst´“, sagte Ministerin Hinz. „Es hat die mobile Schlachtung möglich gemacht. So bleibt Rindern der stressige Transport zum Schlachthof erspart.“ Auch das Projekt „Biohuhn“, das ausgediente Legehennen und Brudertiere vermarktet sowie das Projekt „HEFU Soja“, das in Hessen hergestelltes Futtermittel deklariert, sind Vorhaben die mithilfe der Innovationsförderung in die praktische Umsetzung gelangen konnten.

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