farm Wunschkonzert

„Ideen können durch Zufall entstehen“ free

Woher nehmen Landwirte die Ideen für Start-ups? Eine Frage, mit der sich auch Fachschüler Luca Homann-Niehoff beschäftigt. (Foto: Drießen)

Agrar-Fachschüler Luca Homann-Niehoff ist offen für Ideen für seinen noch verpachteten Betrieb. Zu kämpfen haben junge Landwirte seiner Meinung nach mit der Verklemmtheit und Betriebsblindheit anderer.

„Ich wollte nach meiner landwirtschaftlichen Ausbildung erst mal viel sehen und Erfahrungen sammeln. Die Flächen zu Hause sind ohnehin verpachtet. Also habe ich allerhand Praktika absolviert, war in Kanada, Australien und in Ostdeutschland auf Betrieben unterwegs. Dort habe ich viele Landwirte kennengelernt, die total offen und freundlich waren. Was die auf ihren Betrieben schon alles ausprobiert hatten!

’Wenn’s nicht klappt, klappt’s halt nicht‘, so denken die. Davon könnten wir uns hier eine kleine Scheibe abschneiden. Allerdings müsste das Risiko überschaubarer bleiben.

Luca Homann-Niehoff
Luca Homann-Niehoff, 23 Jahre

Kontakte sammeln

Durch Praktika im vor- und nachgelagerten Bereich habe ich bereits viele Kontakte geknüpft. Dieses Netzwerk möchte ich später nutzen – vielleicht auch für neue Start-up-Ideen, die unsere verpachteten 30 ha oder die alten Stallungen zu Hause angehen.

Sowas fällt einem nicht ein, wenn man zwanghaft darüber nachdenkt. Ich glaube, solche Ideen entstehen durch Zufall, aus der Laune heraus oder weil man mit jemandem von außen spricht, der einen anderen Blick hat.

Neue Ideen kommen einem nicht, wenn man zwanghaft drüber nachdenkt. Das muss sich ergeben.

Luca Homann-Niehoff

Wünschen würde ich mir, dass die, die es betrifft, ihre Verklemmtheit gegenüber Neuem ablegen und dass man selbst nicht so betriebsblind ist.

Verklemmtheit ablegen

„Betrieb und Fläche sind zu eng verzahnt.“ free

Außerdem würde es helfen, wenn man die Querverbindung aus der Landwirtschaft in andere Branchen, in den Handel und das Handwerk hinbekommt. Selbst wenn ich eine spezielle Wurstmarke entwickeln wollte und das Fleisch dafür liefern könnte, kenne ich noch lange keinen Metzger, der mitmacht. Und im Handel bin ich auch noch nicht. Helfen könnte dabei vielleicht ein Start-up-Regal im Supermarkt. Oder vielleicht so etwas wie die ‚Höhle der Löwen‘ für Landwirte.“

Dies denken andere Junglandwirte und Hofnachfolger über Agrar-Start-ups.

Hat dir der Beitrag gefallen?

Alle Meldungen, Beiträge und Reportagen liest du als f3-Mitglied. Jetzt anmelden und alle Vorteile sichern!

Mitglied werden