digital Forst

Ideentechnisch ’ne Menge Holz

Diese Start-ups mischen die Forstwirtschaft auf. (Foto: CaptureAndCompose/stock.adobe.com)

Borkenkäferbefall vorhersagen, Waldstücke effizienter vermessen oder Holz mal ganz anders: Diese Start-ups mischen die Forstwirtschaft auf.

Die Digitalisierung macht auch vor der Forstwirtschaft nicht Halt. Viele Anwendungen und Apps für Förster und Waldbesitzer befinden sich bereits in der Entwicklung. Auch andere innovative Ideen im Umgang mit Holz ploppen auf. Wir haben eine Übersicht zusammengestellt.


Holz mal anders: Wijld

Aline Hauck und Timo Beelow sind die Gründer von „Wijld“ aus Wuppertal. Sie stellen Kleidung aus Holz her und wollen damit nach eigenen Angaben beweisen, dass Textilherstellung auch umweltfreundlich, lokal und fair gehen kann. So ist auf der Unternehmenswebseite zu lesen, dass das verwendete Holz ausschließlich aus zertifiziert nachhaltiger Forstwirtschaft stammt und in Portugal gefertigt wird. Die Fasern aus Holz sollen über besondere thermophysiologische Eigenschaften verfügen.


Handelsplattform im Aufbau: Forstify

Im Sauerland entsteht eine Handelsplattform für Rohholz: „Forstify“. Marco Hartmann will Anbieter und Käufer von Rundholz zusammenbringen und sucht dafür Waldbesitzer, Forstwirte, Verbände und Holzvermarkter für die Anbieterseite sowie Säge- und Papierwerke, Holz­industrie und Energieholzanbieter als Abnehmer. Das Start-up will jene Lücke schließen, die 2018 durch eine Entscheidung des Bundeskartellamts entstanden ist. Demnach ist die gebündelte Rohholzvermarktung für Privat-, Staats- und Kommunalwald durch die Landesforstverwaltungen wettbewerbswidrig und hunderttausende Waldbesitzer nun selbst für die Rohholz-Vermarktung zuständig. Forstify geht bald in die kostenlose Pilotphase.


Die Vermessung des Waldes: Timbtrack

Das belgische Unternehmen „Timbtrack“ mit Sitz in Brüssel entwickelt digitale Messgeräte mit angeschlossener Verwaltungs-App für die Forstwirtschaft. Nach den Vorstellungen des Gründers Quentin d‘Huart sollen das herkömmliche Farbband und die Lasermessung digitalisiert und viel Zeit bei der Vermessung des Waldes gespart werden. Nutzer haben bislang die Wahl zwischen zwei verschiedenen Messgeräten. Sie können nach Unternehmensangaben Volumen, Höhe, Abholzigkeit und Baumart der Bäume eines Waldstücks vermessen und auch den genauen Standort dieser Bäume über ein GPS-Signal erfassen. Alle Daten fließen in eine zugehörige Management-Software, werden dort gesammelt und anschließend ausgewertet. Der Waldbesitzer kann seinen Wald somit aussagekräftig bewerten und diese Daten nach Bedarf mit Kunden oder potenziellen Käufern teilen. Bislang organisieren knapp 100 Kunden etwas weniger als 10.000 ha Wald auf der Plattform. Der Vertrieb in Deutschland ist geplant.

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Borkenkäferbefall vorhersagen, Waldstücke effizienter vermessen oder Holz mal ganz anders: Diese Start-ups mischen die Forstwirtschaft auf.

Die Digitalisierung macht auch vor der Forstwirtschaft nicht Halt. Viele Anwendungen und Apps für Förster und Waldbesitzer befinden sich bereits in der Entwicklung. Auch andere innovative Ideen im Umgang mit Holz ploppen auf. Wir haben eine Übersicht zusammengestellt.


Holz mal anders: Wijld

Aline Hauck und Timo Beelow sind die Gründer von „Wijld“ aus Wuppertal. Sie stellen Kleidung aus Holz her und wollen damit nach eigenen Angaben beweisen, dass Textilherstellung auch umweltfreundlich, lokal und fair gehen kann. So ist auf der Unternehmenswebseite zu lesen, dass das verwendete Holz ausschließlich aus zertifiziert nachhaltiger Forstwirtschaft stammt und in Portugal gefertigt wird. Die Fasern aus Holz sollen über besondere thermophysiologische Eigenschaften verfügen.

„Wijld“ stellt Mode aus Holz her. (Illustration: Christina Helmer, Foto: CaptureAndCompose/stock.adobe.com)

Handelsplattform im Aufbau: Forstify

Im Sauerland entsteht eine Handelsplattform für Rohholz: „Forstify“. Marco Hartmann will Anbieter und Käufer von Rundholz zusammenbringen und sucht dafür Waldbesitzer, Forstwirte, Verbände und Holzvermarkter für die Anbieterseite. Als Abnehmer sucht er Säge- und Papierwerke, Holz­industrie und Energieholzanbieter. Das Start-up will jene Lücke schließen, die 2018 durch eine Entscheidung des Bundeskartellamts entstanden ist. Demnach ist die gebündelte Rohholzvermarktung für Privat-, Staats- und Kommunalwald durch die Landesforstverwaltungen wettbewerbswidrig. Hunderttausende Waldbesitzer sind nun selbst für die Rohholz-Vermarktung zuständig. Forstify geht bald in die kostenlose Pilotphase.


Die Vermessung des Waldes: Timbtrack

Das belgische Unternehmen „Timbtrack“ mit Sitz in Brüssel entwickelt digitale Messgeräte mit angeschlossener Verwaltungs-App für die Forstwirtschaft. Nach den Vorstellungen des Gründers Quentin d‘Huart sollen das herkömmliche Farbband und die Lasermessung digitalisiert und viel Zeit bei der Vermessung des Waldes gespart werden.

Nutzer haben bislang die Wahl zwischen zwei verschiedenen Messgeräten. Sie können nach Unternehmensangaben Volumen, Höhe, Abholzigkeit und Baumart der Bäume eines Waldstücks vermessen und auch den genauen Standort dieser Bäume über ein GPS-Signal erfassen. Alle Daten fließen in eine zugehörige Management-Software, werden dort gesammelt und anschließend ausgewertet. Der Waldbesitzer kann seinen Wald somit aussagekräftig bewerten und diese Daten nach Bedarf mit Kunden oder potenziellen Käufern teilen. Bislang organisieren knapp 100 Kunden etwas weniger als 10.000 ha Wald auf der Plattform. Der Vertrieb in Deutschland ist geplant.


Intrapreneurship: LogBuch

Finanziert vom Motorsägen-Unternehmen Stihl entwickelt „LogBuch“ aus Stuttgart Hard- und Software zur Geolokalisation und Kartierung von Bäumen und Baumbeständen, die über Spracherkennung funktioniert. Ein Mikrofon und ein GPS-Sensor werden dafür direkt am Smartphone vom Nutzer befestigt, sodass beim Auszeichnen des Baumbestandes direkt die digitale Ortsmarke gesetzt wird. Die aufgesprochene Sprache wird im Hintergrund in Text umgewandelt. Eine zugehörige Cloud speichert die Daten.

LogBuch bietet auch Borkenkäfermonitoring an. Befallene Bestände, lokalisierte Borkenkäferbäume und einzelne Käfernester lassen sich auf einer Karte darstellen und in verschiedene Dringlichkeitsstadien eingruppieren.


Der Borkenkäfer bleibt Thema in der Forstwirtschaft. Auch für Start-ups. (Illustration: Helmer)

Borkenkäfer Frühwarnsystem: Viridian Raven

Die im Jahr 2015 von Wendy Mensink und Lisa Broekhuizen gegründete digitale Plattform „Viridian Raven“ soll als Frühwarnsystem auf Bereiche in stehenden Wäldern hinweisen, die von großflächigem Borkenkäferbefall bedroht sind. Förster sollen frühzeitig gewarnt werden, um noch entsprechende Maßnahmen gegen den Befall einleiten zu können. Viridian Raven hat nach eigenen Angaben Algorithmen entwickelt, die sogenannte Risikokarten generieren können. Diese basieren auf Satelliten- und Felddaten. Die Satellitendaten sind öffentlich zugänglich und beinhalten Informationen über Strukturen und Vitalität der Wälder. Die Felddaten fügen Förster und Waldbesitzer hinzu. Sie beziehen sich auf Bewirtschaftungspläne und Walddaten des Flurstückes.