farm Wunschkonzert

Im Team den Hof erben

Ähnlich wie auf diesem Bild arbeiten zwei Brüder eng zusammen und teilen sich die Betriebsnachfolge. Im Wunschkonzert berichtet der Jüngere über die Situation. Er bat um die Anonymisierung des Beitrages. (Foto: B. Luetke Hockenbeck)

Ein Junglandwirt aus NRW führt den elterlichen Betrieb zusammen mit seinem Bruder. Im Wunschkonzert spricht er über Stärken einer gemeinsamen Hofnachfolge. An einer Stelle sieht er sogar Start-up-Potential für seinen Betrieb.

„Den konventionellen Schweinemastbetrieb meiner Eltern mit 4500 Plätzen bewirtschafte ich (25) zusammen mit meinem älteren Bruder (28). 160 ha Ackerland gehören auch dazu. Da die Hofnachfolge nun ansteht, überlegen wir wie wir unseren Betrieb für die Zukunft aufstellen.

Mein Bruder und ich haben während unseres Agrarstudiums in einer WG zusammengelebt und dort den Entschluss gefestigt, den Betrieb gemeinsam zu übernehmen. Wir sind ein gutes Team. Meiner Ansicht nach ergeben sich durch mehrere Hofnachfolger Chancen. Mehr Köpfe führen auch zu mehr Ideen. Außerdem schützt ein reger Austausch vor Betriebsblindheit, den es im Ein-Mann-Betrieb nicht gibt. Das führt andererseits natürlich dazu, dass wir zur Kompromissfindung verpflichtet sind. Das kann manchmal nervig sein und birgt Konfliktpotential. Ich sehe aber in der Start-up-Welt, dass gerade Unternehmen mit mehreren Gründern erfolgreich sind, weil sie sich gegenseitig ergänzen. Daher bin ich für unseren Hof positiv gestimmt. Wir wollen ihn für die Zukunft mit neuen Standbeinen und Innovationen wappnen.

Meiner Ansicht nach ergeben sich durch mehrere Hofnachfolger Chancen.

Anonymer Hofnachfolger

Herausforderungen der Zeit

Das System, das mein Vater aufgebaut hat, läuft. Wir nutzen Skaleneffekte gut aus, haben die fachliche Expertise und die guten Leistungen in der Schweinemast. Ich glaube aber nicht, dass es bei den kommenden Herausforderungen die richtige Entscheidung ist, den Betrieb einfach nur weiterlaufen zu lassen. Düngeverordnung, abnehmender Schweinefleischkonsum oder die ASP: Die Liste mit Herausforderungen ist lang und kann einem Schweinemäster schon Sorgen bereiten. Es müssen Alternativen oder Ergänzungen her.

Die Liste mit Herausforderungen ist lang und kann einem Schweinemäster schon Sorgen bereiten.

Anonymer Hofnachfolger

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Ein Junglandwirt aus NRW führt den elterlichen Betrieb zusammen mit seinem Bruder. Im Wunschkonzert spricht er über Stärken einer gemeinsamen Hofnachfolge. An einer Stelle sieht er sogar Start-up-Potential für seinen Betrieb.

„Den konventionellen Schweinemastbetrieb meiner Eltern mit 4500 Plätzen bewirtschafte ich (25) zusammen mit meinem älteren Bruder (28). 160 ha Ackerland gehören auch dazu. Da die Hofnachfolge nun ansteht, überlegen wir wie wir unseren Betrieb für die Zukunft aufstellen.

Mein Bruder und ich haben während unseres Agrarstudiums in einer WG zusammengelebt und dort den Entschluss gefestigt, den Betrieb gemeinsam zu übernehmen. Wir sind ein gutes Team. Meiner Ansicht nach ergeben sich durch mehrere Hofnachfolger Chancen. Mehr Köpfe führen auch zu mehr Ideen. Außerdem schützt ein reger Austausch vor Betriebsblindheit, den es im Ein-Mann-Betrieb nicht gibt. Das führt andererseits natürlich dazu, dass wir zur Kompromissfindung verpflichtet sind. Das kann manchmal nervig sein und birgt Konfliktpotential. Ich sehe aber in der Start-up-Welt, dass gerade Unternehmen mit mehreren Gründern erfolgreich sind, weil sie sich gegenseitig ergänzen. Daher bin ich für unseren Hof positiv gestimmt. Wir wollen ihn für die Zukunft mit neuen Standbeinen und Innovationen wappnen.

Meiner Ansicht nach ergeben sich durch mehrere Hofnachfolger Chancen.

Anonymer Hofnachfolger

Herausforderungen der Zeit

Das System, das mein Vater aufgebaut hat, läuft. Wir nutzen Skaleneffekte gut aus, haben die fachliche Expertise und die guten Leistungen in der Schweinemast. Ich glaube aber nicht, dass es bei den kommenden Herausforderungen die richtige Entscheidung ist, den Betrieb einfach nur weiterlaufen zu lassen. Düngeverordnung, abnehmender Schweinefleischkonsum oder die ASP: Die Liste mit Herausforderungen ist lang und kann einem Schweinemäster schon Sorgen bereiten. Es müssen Alternativen oder Ergänzungen her.

Unternehmensberater mit an Bord

Um genau das zu erreichen, haben wir uns einen Unternehmenscoach für landwirtschaftliche Betriebe geholt. Der Berater hat keine Lösungen dabei. Er stellt aber die richtigen Fragen an meinen Bruder und mich. Ich finde, das ist enorm wichtig. Denn Ideen haben wir zur Genüge. Sie zu ordnen und die Richtigen auszuwählen ist die hohe Kunst.

Seit längerem bin ich gepackt von der Idee, Algen zu züchten.

Anonymer Hofnachfolger

Neues Standbein

Die Schweinemast ist das Ding meines Vaters. Ich habe daran auch Spaß, aber trotzdem das Bedürfnis, mir etwas Eigenes aufzubauen. Seit längerem bin ich gepackt von der Idee, Algen zu züchten. Ich könnte mir vorstellen, das Projekt als eine Art Start-up neben dem Betrieb zu führen. Praktische Erfahrungen fehlen mir jedoch noch. Gut eingelesen habe ich mich schon. Ein Praktikum bei einem professionellen Algenzüchter wäre der nächste Schritt. Ich glaube, Landwirte sollten auch manchmal etwas wagen. Der gesunde Respekt auch scheitern zu können, sollte im Hinterkopf bleiben. Aber nie etwas Anderes auszuprobieren, ist riskanter als auch mal neue Wege zu gehen.“


ANMERKUNG DER REDAKTION

Der Interviewpartner bat um eine Anonymisierung des Beitrages. Habt ihr eine ähnliche Story zu erzählen? Dann schreibt uns an info@f3.de mit dem Betreff Wunschkonzert. Wir behandeln eure Geschichten vertraulich.