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In-Vitro-Fleisch: Es tut sich was auf dem Markt free

Dr. Mark Post, CSO bei Mosa Meat, zeigte auf der New Food Conference in Berlin, wie aus Zellen ein Stück Fleisch gezüchtet wird. (Foto: Rueweling)

Immer mehr Unternehmen und Start-ups treten auf den Markt der Fleisch-Alternativen und sammeln Millionenbeträge von Investoren ein. Bislang ist das aus Zellen kultivierte Fleisch aus der Petrischale noch zu teuer für den Massenmarkt. In zwei Jahren soll es soweit sein.

Der Markt für pflanzen- und zellbasierte Proteine wächst. Vor allem im Bereich des In-Vitro-Fleisches (IVF), oft auch als clean meat oder kultiviertes Fleisch bezeichnet, gibt es weltweit immer mehr Akteure. Auf der New Food Conference von ProVeg kamen Vertreter der führenden Hersteller, Start-ups, Wissenschaftler und Experten zusammen, um über die Entwicklungen am Markt zu sprechen und ihre Unternehmen vorzustellen.

Dabei hinken die Deutschen hinterher. Bislang gibt es noch keinen Hersteller in Deutschland, der Fleisch im Reagenzglas aus Zellen kultiviert. Die führenden Unternehmen sitzen in den USA (Memphis Meats und Impossible Foods), in Israel (SuperMeat und Aleph Farms) und in den Niederladen (Mosa Meat und Meatable). Dr. Mark Post, CSO von Mosa Meat, sagte in Bezug auf die Entwicklung, dass die Textur und der Geschmack des kultivierten Fleisches dem „herkömmlichen“ Fleisch bereits sehr nahe komme.

Die Produktion muss erhöht und das In-Vitro-Fleisch günstiger werden

Die Herausforderung bestünde nun darin, die Produktion zu erhöhen und das In-Vitro-Fleisch günstiger zu machen, um zukünftig auch die Masse bedienen zu können. Im Jahr 2013 kostete der erste IVF-Burger von Mosa Meat hochgerechnet rund 325.000 US-$. 2016 verkündete das Start-up, dass es den Preis auf gut 11 US-$ senken konnte. Wann genau es IVF von Mosa Meat auf dem Massenmarkt geben soll, sagte Dr. Mark Post nicht.

In zwei Jahren sind wir soweit, dass wir den Menschen Fleisch anbieten können, für das kein Tier geschlachtet wurde

Neta Lavon, Aleph Farms

Neta Lavon, Vizepräsidentin von Aleph Farms, wurde konkreter: „In zwei Jahren sind wir soweit, dass wir den Menschen Fleisch anbieten können, für das kein Tier geschlachtet wurde“. Einen Preis nannte sie allerdings nicht. Im Dezember 2018 präsentierte Aleph Farms das erste im Labor „gezüchtete“ Steak. Ein dünner Streifen des Prototyps kostete im vergangenen Jahr noch 50 US-$.

Der Austausch untereinander könnte besser sein

Ein Austausch zwischen den führenden Herstellern und Forschern finde laut Dr. Mark Post zwar statt, sei jedoch selten. Eine weitere Herausforderung im IVF-Bereich sei auch die finanzielle Unterstützung. Zwar werden Millionenbeträge in die Unternehmen investiert, allerdings immer von privaten Investoren. Hier müssen die Hersteller, Wissenschaftler und staatliche Institutionen noch besser zusammenarbeiten, so Post.

Einen Anfang machte die New Food Conference, die die verschiedenen Akteure zusammenbrachte. Start-ups aus dem Bereich der zellbasierten Proteine konnten ihre Unternehmen und Vorhaben präsentieren und sich mit potentiellen Investoren und den führenden Unternehmen der Branche austauschen. Diese Start-ups pitchten:

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