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In-vitro-Fleisch ohne Kälberserum? free

Ein weiteres Start-up, das Fleisch aus Zellkulturen entwickelt, taucht auf dem Radar auf. Aber: Erstmals soll angeblich kein Kälberserum benötigt werden. (Illustration: sudowoodo/stock.adobe.com)

Das Start-up „Meatable“ behauptet, es könne In-vitro-Fleisch ohne das umstrittene Kälberserum herstellen. Jetzt sammelte es 3,5 Mio. US-Dollar ein. In drei Jahren soll ein Burger marktreif sein.

Ein Start-up, das von Wissenschaftlern der Stanford und der Cambridge Universität unterstützt wird, hat es nach eigenen Angaben geschafft, das Problem der Skalierbarkeit bei der Herstellung von In-vitro-Fleisch zu lösen. Dieses lag unter anderem in der Verwendung des umstrittenen Kälberserums, das bislang zum Wachstum der Zellen in der Petrischale nicht ersetzt werden konnte. Das Serum ist deshalb umstritten, weil es nach der Schlachtung einer tragenden Kuh aus dem Herzen des ungeborenen Kälberfötus entnommen wird, der dann stirbt.

Endloses Wachstum ohne tierische Bestandteile?

Wie die Forscher sich in einer aktuellen Pressemeldung zitieren lassen, benötigen sie nach einer einmaligen Zellentnahme beim Tier keine zusätzlichen tierischen Produkte, die die Zellen zum Wachstum animieren. Innerhalb von drei Wochen sollen die Zellen so zu künstlichem Fleisch heranwachsen. Wie genau das Kälberserum ersetzt werden kann, bleibt das Geheimnis des Start-ups. Die Technologie hat sich das Unternehmen patentieren lassen.

Daan Luining (links) ist der Wissenschaftler im Gründerteam von Meatable. Krijn de Nood arbeitete vor der Gründung bei der Unternehmensberatung Mc Kinsey. (Foto: meatable)

Dr. Mark Kotter, Neurochirurg und Dozent an der Cambridge Universität sagt: „Die Technologie löst die Skalierungsprobleme, die den Fortschritt in diesem Bereich bislang zurückgehalten hat. Unsere Zellstränge vermehren sich endlos und in sehr kurzer Zeit. Das Ergebnis ist reines Gewebe, das zum Wachsen kein Kälberserum (fetal bovine serum) benötigt.“

Auch wenn der Markt für Fleisch aus Zellkulturen noch in den Kinderschuhen stecke, so sagt Meatable-CTO Daan Luining, würden die neuen Produktionstechnologien seines Start-ups die Herstellungsmethoden so weit voran bringen, dass es schon bald kostengünstige Alternativen zu herkömmlichen Fleisch geben könnte.

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Ein Riesengeschäft

Daran glauben offenbar auch die Geldgeber, die die jüngste Finanzierungsrunde mittragen: Insgesamt 3,5 Mio. Dollar steuerten die VC-Investoren BlueYard Capital, Atlantic Food Labs, Future Positive Capital und Backed VC zu. Auch diverse Angel-Investoren sind laut Pressemeldung an Bord.

Sie sehen das enorme Geschäftspotenzial des Marktes. „Der Wert des globalen Fleischmarktes wird auf 1 Billion Dollar geschätzt – mit wachsenden Tendenzen. Zum Vergleich: die Märkte von Airbnb, Uber und Spotify zusammen genommen sind noch kleiner als der globale Fleischmarkt“, sagt Meatable-CEO Krijn de Nood.

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