Fördertöpfe Interview

„Ideen entstehen auch durch ungewöhnliche Begegnungen“

Netzwerk aufbauen und Kooperationen und Austausch fördern: Die Regionalwert AG bringt Bio-Landwirte, Vermarkter und neuerdings auch Start-ups zusammen. (Foto: Regionalwert AG)

f3 - farm.food.future: Frau Gothe, was macht die Regionalwert AG und wie ist sie organisiert?

Dorle Gothe ist Vorstandsvorsitzende der Regionalwert AG. (Foto: Regionalwert AG Rheinland)

Dorle Gothe: Wir sind eine Bürgeraktiengesellschaft. Das heißt, dass wir regelmäßig Aktien ausgeben und das Geld in Betriebe investieren. Wir fördern regionale und besonders nachhaltig wirtschaftende Betriebe durch Beteiligungen und ein regionales Partnernetzwerk. Mittlerweile arbeiten 20 Partner im Lizenzmodell an regionalen Kooperationen vom Acker bis zum Teller.

f3: Wie wird ein Landwirt Partner? Wie sieht die Zusammenarbeit konkret aus?

Dorle Gothe: Der Betrieb muss Bio sein oder werden wollen. Er zahlt uns eine kleine Gebühr und bekommt dafür Zugang zu den Netzwerktreffen (Regionales Regal, Logistik und Kooperationen), den Veranstaltungen und Messeauftritten. Zum Beispiel wurde auf der Biogastro Messe in Bonn eine Kooperation zwischen dem Ulmenhof in der Eifel mit der Edelkäserei Kalteiche geschlossen. Die Käserei bezieht Produkte von der Kapplermühle aus dem Siegerland.

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Die Regionalwert AG Rheinland fördert regionale und nachhaltig wirtschaftende Betriebe. Mit dem Zebra-Accelerator unterstützt die Initiative erstmals Start-ups. Im Gespräch mit f3 erzählt Dorle Gothe, warum sie Gründer unterstützen.

f3 – farm.food.future: Frau Gothe, was macht die Regionalwert AG und wie ist sie organisiert?

Dorle Gothe: Wir sind eine Bürgeraktiengesellschaft. Das heißt, dass wir regelmäßig Aktien ausgeben und das Geld in Betriebe investieren. Wir fördern regionale und besonders nachhaltig wirtschaftende Betriebe durch Beteiligungen und ein regionales Partnernetzwerk. Mittlerweile arbeiten 20 Partner im Lizenzmodell an regionalen Kooperationen vom Acker bis zum Teller.

Dorle Gothe, Vorstandsvorsitzende der Regionalwert AG. (Foto: Regionalwert AG Rheinland)

Start-ups können Lücken füllen

f3: Wie wird ein Landwirt Partner? Wie sieht die Zusammenarbeit konkret aus?

Dorle Gothe: Der Betrieb muss Bio sein oder werden wollen. Er zahlt uns eine kleine Gebühr und bekommt dafür Zugang zu den Netzwerktreffen, den Veranstaltungen und Messeauftritten. Zum Beispiel wurde auf der Biogastro Messe in Bonn eine Kooperation zwischen dem Ulmenhof in der Eifel mit der Edelkäserei Kalteiche geschlossen. Die Käserei wiederum bezieht Produkte vom Biohof Kapplermühle aus dem Siegerland.

f3: Auch Start-ups sollen über das Zebra-Accelerator-Programm Teil des Netzwerks werden. Was versprechen Sie sich von den Entrepreneuren?

Dorle Gothe: Wir erhoffen uns generell mehr Bewusstsein für nachhaltige Leistungen und ganzheitliche Konzepte. Wir versprechen uns von den Gründern ganz konkret, dass sie Lücken in unserem Netzwerk füllen können – mit digitalen Möglichkeiten in der regionalen Vermarktung von Foodwaste-Produkten zum Beispiel.

Wir versprechen uns von den Gründern ganz konkret, dass sie Lücken in unserem Netzwerk füllen können.

Dorle Gothe

f3: Wie können Landwirte und Start-ups zukünftig besser zusammenarbeiten?

Dorle Gothe: Sie müssen sich regelmäßig persönlich sehen und über neue Ideen austauschen. Innovationen entstehen auch durch kreative Konkurrenz und ungewöhnliche Begegnungen. Unsere Kick-Off-Veranstaltung fand auf einem Biohof statt. Der Landwirt hat die Gründer über den Hof geführt. Das hat zu einem ganz neuen Austausch geführt. Es wurde über verpackungsfreie Läden, umweltfreundliche Gestaltung von Großveranstaltungen und neue Produkte und Trends für die Bio-Szene gesprochen.

Erste Anfänge in einem breiten Markt

f3: Das Prinzip des Social Business (Make Money and Do Good) wird bei Gründungen immer wichtiger. Welche Entwicklungen haben Sie in den letzten Jahren bemerkt? Was wird sich zukünftig entwickeln?

Dorle Gothe: Viele machen sich seit einiger Zeit auf den Weg nachhaltiger zu wirtschaften und das ist gut so. Es sind erste Anfänge in einem breiteren Markt. Oft werden von den neuen Start-ups aber nur einzelne Aspekte umgesetzt und in der Regel nicht vom Rohstoff-Einkauf bis zum Recycling gedacht. Einige Produkte stellen sich als nicht nachhaltig heraus, wenn sie schon in großen Mengen auf dem Markt sind, wie zum Beispiel Biokraftstoff. Das sollte man in der frühen Gründungsphase schon im Kopf haben.

Ich denke, dass die Erfahrungen der Bio-Pioniere besser genutzt werden sollten. Es muss viel grundsätzlicher über Produktion und Konsum in der gesamten Wertschöpfungskette nachgedacht werden. Deswegen haben wir den Kick-off auf dem Demeter-Betrieb Haus Bollheim verlegt, der ganzheitlich wirtschaftet und einen organischen Kreislauf auf 200 ha etabliert hat – ökonomisch und ökologisch erfolgreich, mit einer großen Vielfalt zusätzlicher nachhaltiger Leistungen.