Energie future News

Ist Blockchain praxisreif? free

Lässt sich die Blockchain-Technologie auch für die Energiewende nutzen? Das untersucht jetzt die Deutsche Energie-Agentur. (Foto: pixabay.com)

Wer den Strom seiner Photovoltaik-Anlage direkt über eine dezentrale Online-Plattform handeln möchte, könnte in Zukunft auf die Blockchain-Technologie zählen. Ob diese überhaupt schon praxistauglich ist, untersucht jetzt die Deutsche Energie-Agentur (dena).

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) gab kürzlich den Beginn einer Studie bekannt, die den Einsatz der Blockchain-Technologie für die Energiewende bewerten soll. Hierbei steht die Herausforderung im Fokus, die täglich wachsende Zahl an dezentralen Komponenten des Energiesystems über alle Sektoren hinweg zu koordinieren. 

Die Frage lautet, ob die technischen Voraussetzungen dafür in der Praxis bereits ausreichen und ob Blockchain-Anwendungen überhaupt wirtschaftlich und verlässlich betrieben werden können. Auch Partner aus der Wirtschaft sind mit an Bord.

Was ist Blockchain im Energiesektor?

41 % der Windenergie an Land wird von Privatleuten und Landwirten eingespeist. Foto: pexels

Blockchain ist eine neuartige Technologie für den sicheren Austausch und die Speicherung von Daten. Transaktionen können auf Basis von Blockchain verifiziert, validiert und zu „Daten-Blöcken“ zusammengefasst werden. Solche Blockchain-Datenbanken gelten als manipulationssicher, da die einzelnen Informationsblöcke aufwändig verschlüsselt und dezentral gespeichert werden. Die wohl bekannteste Nutzung ist die digitale Währung Bitcoin.

Zu den Anwendungsmöglichkeiten im Energiesystem gehört zum Beispiel der Betrieb von dezentralen Plattformen für den direkten Stromhandel zwischen Besitzern von Photovoltaikanlagen und Verbrauchern.

„Das Energiesystem ist eine kritische Infrastruktur, die durch die Digitalisierung auch auf der Ebene der Informations- und Kommunikationstechnik sicher und geschützt arbeiten muss“, sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung in einer Pressemeldung.  „Die Blockchain-Technologie kann dabei helfen – wie genau, das wollen wir mit unserer Studie zeigen.“

Blockchain hat durchaus Konkurrenz

Solarstrom vom fremden Dach free

Laut dena kann die Blockchain im Energiesystem die Effizienz von Transaktionen erhöhen, direkten Austausch zwischen Sektoren und Beteiligten ermöglichen und gleichzeitig die Kosten senken, etwa bei Lade- und Abrechnungstransaktionen für Elektrofahrzeuge.

Grundsätzlich sei die Technologie aber nicht konkurrenzlos. Im Finanzmanagement oder im Online-Handel zum Beispiel konkurriert sie mit etablierten IT-Systemen. Diese durch eine Blockchain zu ersetzen, ist denkbar, aber für die Unternehmen mit Investitionen verbunden. Ziel der Studie ist es zu beantworten, welchen Mehrwert die Blockchain gegenüber alternativen Systemen in konkreten Anwendungsfeldern liefern kann. Aber auch wo sie technisch und wirtschaftlich an ihre Grenzen stößt, zum Beispiel bei der Anzahl der Transaktionen und dem damit verbundenen Energieverbrauch. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2019 vorgestellt.

Hat dir der Beitrag gefallen?

Alle Meldungen, Beiträge und Reportagen liest du als f3-Mitglied. Jetzt anmelden und alle Vorteile sichern!

Mitglied werden