farm food Interview

Start-up vertreibt indische Jackfrucht als Fleischersatz

Stefan Fak vertreibt mit seinem Start-up "Lotao" unter anderen asiatischen Produkten auch Jackfrüchte. Im Interview erzählt er, wo und wie die Jackfrucht angebaut wird. (Foto: Lotao)

Stefan Fak: Die Jackfruit ist die größte Baumfrucht der Erde und kann ein Gewicht von bis zu 15 Kilogramm erreichen. Die Frucht zeichnet sich im reifen Zustand durch einen „bananig- ananasigen“ Geschmack aus. Im unreifen Stadium geerntet ist sie eher geschmacksneutral und ähnelt in ihrer fasrigen Textur auf erstaunliche Weise dem Fleisch von Geflügel oder Rind. Aus diesem Grund hat sich die Jackfrucht in Deutschland als Fleischalternative etabliert.

Ich könnte mir vorstellen, dass in milden Regionen in Süddeutschland auch ein Freiluft-Anbau möglich sein könnte.

Stefan Fak

Aus Zusammenarbeit wurde ein Entwicklungshilfeprojekt

f3: Woher bezieht ihr die Jackfrüchte? Wie läuft die Zusammenarbeit mit den Landwirten ab?

Stefan Fak: Aus Indien, wo die Jackfrucht wächst. Wir arbeiten seit einigen Jahren mit einer Agrarforschungsstiftung und einer Kooperative in Indien zusammen, zu der mehrere hundert Landwirte in der Region um Karnataka gehören. Aus der Zusammenarbeit ist mittlerweile ein durch die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) gefördertes Entwicklungshilfeprojekt entstanden. Soeben habe ich die Jackfrucht-Bauern besucht, um Erfahrungen zu sammeln und um die ersten Projektergebnisse zu sehen. Insgesamt wurden ca. 10.000 Jackfrucht-Setzlinge verteilt und ausgepflanzt.

Jetzt f3 Mitglied werden und direkt weiterlesen

Als f3-Mitglied erhälst du täglich Meldungen, Beiträge und Reportagen zu Innovationen und Start-ups aus den "grünen" Bereichen und wirst Teil des neuen Gründer-Netzwerks.

mehr Informationen bekommst du hier

Das Berliner Start-up „Lotao“ vertreibt Bio-Jackfrüchte aus Indien als Fleischersatz in Deutschland. Im Interview berichtet Gründer Stefan Fak über die Zusammenarbeit mit den Landwirten und über den Anbau der Jackfrucht. Der ist auch in Deutschland denkbar.

f3 – farm.food.future: Lotao bietet Produkte an, die auf der Jackfrucht basieren. Was ist die Jackfrucht und warum vertreibt ihr die indische Frucht in Deutschland?

Stefan Fak: Die Jackfruit ist die größte Baumfrucht der Erde und kann ein Gewicht von bis zu 15 kg erreichen. Die Frucht zeichnet sich im reifen Zustand durch einen „bananig-ananasigen“ Geschmack aus. Im unreifen Stadium geerntet ist sie eher geschmacksneutral und ähnelt in ihrer fasrigen Textur dem Fleisch von Geflügel oder Rind. Aus diesem Grund hat sich die Jackfrucht in Deutschland als Fleischalternative etabliert.

Ich könnte mir vorstellen, dass in milden Regionen in Süddeutschland auch ein Freiluft-Anbau möglich sein könnte.

Stefan Fak

Aus Zusammenarbeit wurde ein Entwicklungshilfeprojekt

f3: Woher bezieht ihr die Jackfrüchte? Wie läuft die Zusammenarbeit mit den Landwirten ab?

Stefan Fak: Aus Indien, wo die Jackfrucht wächst. Wir arbeiten seit einigen Jahren mit einer Agrarforschungsstiftung und einer Kooperative in Indien zusammen, zu der mehrere hundert Landwirte in der Region um Karnataka gehören. Aus der Zusammenarbeit ist mittlerweile ein durch die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) gefördertes Entwicklungshilfeprojekt entstanden. Soeben habe ich die Jackfrucht-Bauern besucht, um Erfahrungen zu sammeln und um die ersten Projektergebnisse zu sehen. Insgesamt wurden ca. 10.000 Jackfrucht-Setzlinge verteilt und ausgepflanzt.

Die bei der Kooperative teilnehmenden Landwirte erhalten biologisch gezüchtete Jackfrucht-Setzlinge, die sie auf ihrem Land auspflanzen. (Foto: Lotao)

f3: Wie wird die Jackfrucht angebaut?

Die Jackfrucht ist in Indien ein integrativer Bestandteil der Feldbewirtschaftung, denn es gibt keine Jackfrucht-Monokulturen. Der Anbau wird mit der Produktion von Mango, Kakao, Gewürzen oder Tees kombiniert. Im Vergleich zu anderen „exotischen Modefrüchten“ wie beispielsweise der Avocado ist der Jackfruit-Baum sehr sparsam im Wasserverbrauch und relativ pflegeleicht. Bereits nach fünf Jahren können die ersten Früchte vom Baum geerntet werden.

Anbau auch in Deutschland denkbar

f3: Wäre in Anbetracht des ökologischen Fußabdruckes auch ein Anbau in Deutschland möglich?

Stefan Fak: Im Rahmen der letzten Biofach-Messe hatte mich tatsächlich eine Dame angesprochen und gemeint, dass sie in ihrem Glashaus einen Jackfrucht-Baum besitzt und jährlich Früchte erntet. Ich könnte mir vorstellen, dass in milden Regionen in Süddeutschland auch ein Freiluft-Anbau möglich sein könnte.

f3: Woran arbeitet ihr aktuell?

Stefan Fak: Zur Verwertung der Jackfruchtreste gibt es im Rahmen des neuen Entwicklungshilfe-Projektes spannende Ansätze. Bei der jungen Jackfrucht bleibt vor allem die Schale übrig. Diese ist besonders nahrhaft. Aktuell versetzen wir die Reste mit Mikroorganismen, lassen sie vergären und erhalten so ein Bio-Futtermittel für Kühe.