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KI nutzen für mehr Tierwohl im Schweinestall free

KI im Stall: Das Bildungs- und Wissenszentrum Boxberg und die Universität Hohenheim erschließen Datenquellen für eine bessere Schweinehaltung. (Foto: Universität Hohenheim/Sacha Dauphin)

Im Rahmen eines Projektes vernetzen das Bildungs- und Wissenszentrum Boxberg und die Universität Hohenheim Datenquellen in einer digitalen Plattform. Die Daten werden analysiert und für maschinelles Lernen genutzt.

Stress mit dem Buchtennachbar, Kampf um den Zugang zu Ressourcen wie Wasser, Futter und Beschäftigungsmaterial und gesundheitliche Probleme: All diese Faktoren fördern das Schwanzbeißen bei Schweinen. Wissenschaft und Praxis gehen davon aus, dass ein Zusammenwirken dieser Risikofaktoren eine Rolle spielt. Doch es gibt noch viele Wissenslücken. An dieser Stelle setzt das Projekt „Landwirtschaft 4.0: Informationssystem für die Schweinehaltung“ an.

Durch maschinelles Lernen kann das System in den vielfältigen Daten die Muster und Gesetzmäßigkeiten erkennen.

Martin Riekert

Wissenschaftler der Uni Hohenheim wollen zusammen mit dem Bildungs- und Wissenszentrum Boxberg (LSZ) Daten vernetzen und auswerten. Bislang läge die Herausforderung an der LSZ, wo zwar viele Daten zur Schweinehaltung und -zucht vorlägen, die aber nicht vernetzt und nutzbar seien. „Wir haben routinemäßig erhobene strukturierte Daten wie Sauenplanerdaten oder Mast- und Schlachtdaten “, berichtet Wirtschaftsinformatiker Martin Riekert von der Universität Hohenheim. Weiter sagt er: „Dazu kommen weitere strukturierte Daten zur Haltungsumgebung wie Abteiltemperatur, Lüftungseinstellungen, Wasserdurchfluss oder Futterverbrauch.“

Digitale Vernetzung statt Insellösungen

Erfasst wurden diese Daten bisher mit Excel-Tabellen und Fachanwendungen. Die Datenerfassung ist nicht überall digital. Im Projekt wollen die Wissenschaftler die erhobenen Daten in einer Datenplattform zusammenführen. Dafür wollen sie den gesamten Stall mit WLAN ausstatten und Computer installieren. Vorhandene externe Systeme, zum Beispiel Lüftungs- und Fütterungssysteme, sollen eingebunden werden.

Im papierlosen Stall sollen manuelle Schritte entfallen, denn die Daten sollen direkt in die Datenplattform einlaufen. „Die Dateneingabe wird so schneller und effizienter“, erklärt Tobias Zimpel, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt. Durch die Vernetzung stehen die Daten dann für die Datenanalyse bereit. „Durch maschinelles Lernen kann das System in den vielfältigen Daten die Muster und Gesetzmäßigkeiten erkennen“, erläutert Riekert. „Ziel ist es, bisher unerkannte Zusammenhänge abzuleiten und daraus Entscheidungshilfen und Prognosemodelle zu entwickeln, die dem Tierwohl, der Forschung und dem betriebsindividuellen Management zugutekommen.

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