farm future

Klimawandel: Mit alten Maissorten züchten? free

Schon fast vergessene Maissorten könnten in der Zukunft für die Züchtung wieder interessant werden. Die Grundsteine dafür haben nun Forscher der Uni Hohenheim gelegt. (Foto: pexels / Markus Spiske)

Durch den Klimawandel könnten die Eigenschaften alter Maissorten eine Renaissance erleben. Das glauben Wissenschaftler der Universität Hohenheim. Züchtungstechnisch ist die genetische Vielfalt interessant.

Gelber Badischer Landmais, Strenzfelder, Lacaune oder Lizagarotte – so exotisch klingen vier von insgesamt rund 5000 sogenannter Landrassen des europäischen Hartmais. Sie sind seit dem 16. Jahrhundert ohne systematische Züchtung entstanden und wurden querbeet bis in die 1960er Jahre angebaut.

Der Gelbe badische Landmais ist einer von rund 5000 europäischen Mais-Landrassen. (Foto: Universität Hohenheim / Thomas Schmid)

Wissenschaftler der Universität Hohenheim glauben, dass sie oft gut an ihre Umweltbedingungen angepasst und daher in Zeiten des Klimawandels von besonderer Bedeutung sind. Allerdings standen sie der Maiszüchtung bisher nicht zur Verfügung. Zu uneinheitlich sei das Zuchtmaterial, schildern die Wissenschaftler in einer aktuellen Pressemitteilung.

Der Klimawandel bringt den Mais in die Bredouille.

Prof. Dr. Albrecht Melchinger

Demnach ist es ihnen zusammen mit der KWS Saat AG sowie der Technischen Universität München (TUM) gelungen, dieses Potenzial für die Züchtung zu erschließen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat das kürzlich abgeschlossene Projekt mit gut 365.000 € gefördert.

Ertrag und Qualität im Fokus

Die Forscher wollen bestimmte Eigenschaften nutzen, die den Mais klimaresistenter machen. „Früher standen bei der Maiszüchtung primär Ertrag und Qualität im Fokus. Diesen Luxus können wir uns heute nicht mehr leisten“, erklärt Prof. Dr. Albrecht Melchinger von der Uni Hohenheim. „Denn der Klimawandel bringt den Mais in die Bredouille.“ Häufigere Spätfröste setzen den Jungpflanzen zu und frühe Hitzeperioden bereiten dem Pflanzenwachstum und der Pollenentwicklung Probleme, so der Wissenschaftler.

Kältetoleranz wichtig

„Würde der Mais besser mit tiefen Temperaturen klar kommen, könnte man früher aussäen und hätte durch den Wachstumsvorsprung bei der ersten Dürreperiode schon kräftigere Pflanzen“, erklärt Prof. Dr. Melchinger. Die Kältetoleranz sei daher heute ein wesentliches Merkmal in der Maiszüchtung. „Sinnvoll wären auch Sorten, die eine höhere Toleranz gegenüber Wasserstress aufweisen oder mit weniger Dünger auskommen – ohne dass man dabei die klassischen Züchtungsziele aus den Augen verlieren sollte.“

Hat dir der Beitrag gefallen?

Alle Meldungen, Beiträge und Reportagen liest du als f3-Mitglied. Jetzt anmelden und alle Vorteile sichern!

Mitglied werden