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Künstliche Intelligenz floriert free

Drohne
Die Drohne macht Bilder, die KI erkennt automatisch das Motiv. Das ist ein Beispiel für die Kombination von Technologien. (Foto: Maren Drießen)

Weltweit wächst das Geschäft mit der künstlichen Intelligenz (KI). Wo stehen deutsche Agrar-Start-ups bei dem Thema?

Start-ups können Treiber des digitalen Fortschrittes in der Landwirtschaft sein. Immer häufiger arbeiten die Innovationen auch mit KI. Die Online-Veranstaltung „Künstliche Intelligenz im Agrarbereich – Zukunft oder bereits Realität?“ des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Lingen in Kooperation mit dem Seedhouse Osnabrück gab einen Einblick in das Potenzial und die Hürden. f3 unterstütze als Medienpartner.

Daher schmeckt KI den Investoren

Tim Siebert, Seedhouse

Die KI-Branche floriert weltweit, in Deutschland ist die Entwicklung im Vergleich aber langsamer. Abhängen lassen sollten sich die hiesigen Unternehmen laut Tim Siebert, Startup-Manager beim Seedhouse Osnabrück, aber nicht. Denn Experten prognostizieren in den nächsten Jahren ein rasantes Umsatzwachstum im Geschäft mit der KI. „Daher schmeckt KI den Investoren“, sagt Siebert.

„KI braucht Daten, Daten, Daten“

Das System „Erntewächter“ beobachtet mit Sensoren das Feld bei der Ernte. (Foto: Trilitec)

Viel Kapital ist nötig, um die Entwicklung der teils aufwendigen Technologien voranzubringen. Das konnte auch Benjamin Littau von „Trilitec“ bestätigen: „Die KI braucht Daten, Daten, Daten“. Die Aufnahme der Informationen kostet Zeit und Geld. Das Start-up entwickelt optische Messtechniken zur automatisierten Erkennung von z.B. Oberflächendefekten, Strukturen und Materialeigenschaften.

KI unterscheidet die Objekte und trifft die Entscheidung

Tim Littau, Trilitec

Für Landwirte besonders interessant ist der „Erntewächter“: Sensoren auf den Maschinen beobachten bei der Ernte das Feld. Der Erntewächter erkennt dann Fremdkörper, Wildtiere und andere Störfaktoren und warnt den Fahrer. „Die KI unterscheidet die Objekte und trifft die Entscheidung“, erklärte Littau. Dafür braucht diese vorab möglichst viele Daten. Denn jedes Feld und jeder Störfaktor kann anders aussehen.

Unkraut mit Drohnen erkennen

Um das Erkennen von ungewünschtem Feldbesatz geht es auch bei „Sam-Dimension“. Das Start-up wertet Drohnenbilder von Feldern aus. „Die KI identifiziert daraus die Unkräuter und unterscheidet sie von den Kulturpflanzen“, erklärte Gründer Dr. Robin Mink. Daraus wollen sie Applikationskarten berechnen, die der Landwirt auf seine Feldspritze einpflegt. Diese spritzt dann nur dort, wo auch Unkräuter stehen. Aktuell verbessert das Start-up die Kartierung in der Praxis. Die Landwirte würden großes Interesse an der Entwicklung zeigen.

Interne Prozesse verbessern

Das Start-up „Seedalive“ hat Schnelltests zur Ermittlung der Keimfähigkeit von Saatgut entwickelt. Eine Reaktionslösung zeigt im Kontakt mit dem Saatkorn, anhand von Farbumschlägen, ob dieses noch keimfähig ist. Im Labor gelingt die Auswertung mit größeren Apparaturen. Beim Landwirt soll es einfacher werden. „Die KI soll anhand eines Fotos die Farbstufen erkennen und automatisch Auswerten, ob das Saatgut noch keimfähig ist oder nicht“, erklärte Jens Varnskuehler.

Auch die aufwendige Kalibrierung zur Entwicklung der Tests im Labor soll auf Dauer die KI übernehmen. „Das ist bisher sehr arbeitsaufwendig und schnell subjektiv“, so Varnskuehler.

Geld für die Gründungsphase

Verschiedene Fördermöglichkeiten für Gründer stellten im Anschluss an die Pitches Dr. Stefan Stiene vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DMKI), Dr. Stefanie Grande von der Deutschen Bundesstifung Umwelt (DBU) und Dr. Benjamin Kowalski vom Netzwerk EIP-Agri vor.

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