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Digitalisierung ist das Öl – Künstliche Intelligenz der Motor free

Smarte Roboter auf dem Feld oder im Gewächshaus, die durch maschinelles Lernen effizienter werden, könnten die Zukunft sein. (Foto: stock.adobe/ sompong_tom)

Welche Einsatzmöglichkeiten gibt es für Künstliche Intelligenz in der Landwirtschaft? Wo bestehen Hürden und wie steht Deutschland im internationalen Vergleich da? Darüber wurde beim Agrar- und Ernährungsforum des Oldenburger Münsterlandes gesprochen.

Die Künstliche Intelligenz (KI) habe für die Landwirtschaft großes Potential, ihr stehe aber noch einiges im Weg. Besonders Deutschland müsse im internationalen Vergleich aufholen, so der Tenor der Teilnehmer auf dem „Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland“ am vergangenen Mittwoch in Vechta. Die Netzwerkveranstaltung richtete sich an Unternehmen und Start-ups aus dem vor- und nachgelagerten Bereich der Landwirtschaft sowie an Bauern aus dem Oldenburger Münsterland in Niedersachsen.

Uwe Bartels, Prof. Dr. Joachim Hertzberg und Dr. Henning Müller referierten auf dem Agrar- & Ernährungsforum Oldenburger Münsterland über Künstliche Intelligenz. (Foto: aef OM)

Künstliche Intelligenz macht´s möglich

Prof. Dr. Joachim Hertzberg, Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, erörterte zunächst, wo und warum KI zum Einsatz kommt: „Digitalisierung sind lediglich Daten. Erst die Künstliche Intelligenz ermöglicht es, diese Datenmengen anhand von Algorithmen zu einer vernünftigen, sowie ziel- und zweckorientierten Aktivität zu machen.“ Künstliche Intelligenz ist demnach der Motor, Digitalisierung das Öl.

Prof. Hertzberg verdeutlichte zudem, dass die Technologie- und Forschungsbereitschaft in der Agrarbranche wesentlich stärker ausgeprägt sei als etwa in der Automobilbranche. So fokussierte er auch das sich entwickelnde Zusammenspiel von Künstlicher Intelligenz und teilautonomer Landmaschinen.

Von Robotern und Sensoren

Der ehemalige Landwirtschaftsminister Niedersachsens, Uwe Bartels, konkretisiert auf Nachfrage von f3: „Die Potentiale der KI zeigen sich etwa im Einsatz von Feldrobotern, die Pflanzenreihen abfahren und dabei per Kamera Unkraut erkennen und gezielt herausziehen können.“
Aufgrund dieser Technologie können Pflanzenschutzmittel reduziert und eine Abkehr von reinen Monokulturen erreicht werden.

Die Potentiale der KI zeigen sich etwa im Einsatz von Feldrobotern.

Uwe Bartels

Weiter sagt er: „Ein anderes Beispiel ist die Sensortechnik in der Tierhaltung, etwa das tierindividuelle Monitoring.“ Die Vorreiter im Bereich KI seien im Agrar-Sektor nach Bartels die großen Landtechnikhersteller wie John Deere oder Claas. Aber auch viele mittelständische Unternehmen und Start-ups würden nicht schlafen und in diesem Bereich bereits arbeiten.

USA, China, Israel – weit voraus

Gleichwohl dürfe sich Deutschland vor dem Hintergrund des internationalen Wettlaufs um die KI nicht auf seine bisherigen Erfolge ausruhen, sondern müsse Start-ups aus der Branche finanziell stärker fördern. „Wir sehen, dass die Länder Amerika, China und Israel uns beim Finanzieren von Technologie- und Innovationstreibern voraus sind und derzeit Milliarden in die Forschung der KI investieren“, so Bartels.

Dr. Henning Müller vom Landtechnikhersteller Kotte verwies auf die beim Bund eingereichten Projektanträge aus der Region zum Thema „Experimentierfelder“. Es wären gute Ideen eingereicht worden, die nun auf finanzielle Bewilligung hoffen.

Bartels führte weiter aus: „Die Unternehmen brauchen nun die gezielte Förderung seitens des deutschen Staates.“ Dieser solle die aus der Forschung aufgezeigten Potentiale der KI-Technologie in die Praxis transferieren und aus gesetzgeberischer Sicht zulassen.

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