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Mehr Wagniskapital mit neuer KfW-Tochter free

Die KfW Bankengruppe gründet "KfW Capital". Rund 200 Mio. Euro sollen pro Jahr in junge Tech-Start-ups investiert werden. (Foto: B. Lütke Hockenbeck)

Die neu gegründete KfW-Tochter „KfW Capital“ spült dringend benötigtes, neues Wagniskapital in die deutsche Tech-Szene. Es ist die Rede von 200 Millionen Euro pro Jahr. 

In Deutschland steht zu wenig Wagniskapital zur Verfügung. Vor allem im Segment der für neue Unternehmen so wichtigen Wachstumsfinanzierungen klafft eine große Lücke. Sie wird pro Jahr auf rund 500 Mio. bis 600 Mio. € geschätzt. Eine neue Beteiligungstochter der KfW Bankengruppe, die KfW Capital mit Sitz in Frankfurt, soll jetzt neuen Schwung in die Risikokapital-Fondlandschaft in Deutschland und Europa bringen. Jungen,  innovativen und schnell wachsenden Technologieunternehmen soll  der Zugang zu Kapital erleichtert werden. Das gaben heute der Bundesminister für Wirtschaft und Energie Peter Altmaier, und Dr. Ingrid Hengster, Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe, in Berlin bekannt.

Investitionsvolumen: 200 Mio. € pro Jahr

Mit Unterstützung des sogenannten ERP-Sondervermögens (ERP-SV), das unter anderem der Wirtschaftsförderung in Deutschland dient, wird das bisherige Investitionsvolumen der KfW in VC- und VD-Fonds zunächst bis zum Jahr 2020 auf durchschnittlich 200 Mio. € pro Jahr gesteigert. Zum Vergleich: Seit dem Start des Fondsinvestment-Programms „ERP-Venture Capital“ im Jahr 2015 hat sich die KfW mit einem Gesamtvolumen von 265 Mio. € an verschiedenen Venture Capital Fonds beteiligt. Das Investitionsvolumen wird also in etwa verdoppelt. 

Im internationalen Vergleich haben wir im Bereich Wagniskapitalfinanzierung noch einen gewissen Nachholbedarf.

Peter Altmaier

Wie oben erwähnt, fehlen aber pro Jahr rund 500 bis 600 Mio. €.. Dazu sagt Dr. Ingrid Hengster, Mitglied im Vorstand der KfW Bankengruppe: „Mit unserem Engagement wollen wir auch privates Kapital hebeln, um insgesamt ein besseres Angebot an Venture Capital für die volkswirtschaftlich so bedeutsame Gruppe der jungen innovativen und schnell wachsenden Technologieunternehmen zu bieten.“

Branchenübergreifende Investitionen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: „Wir wollen mehr Gründerinnen und Gründer in Deutschland. Im internationalen Vergleich haben wir im Bereich Wagniskapitalfinanzierung aber noch einen gewissen Nachholbedarf. Mit dieser neuen Beteiligungsgesellschaft werden die Expertise der KfW im Bereich Gründerförderung und die finanziellen Ressourcen gebündelt. So entsteht mit Unterstützung des vom Bundeswirtschaftsministerium verwalteten ERP-Sondervermögens ein schlagkräftiger Akteur, der dem deutschen Wagniskapitalmarkt wichtige Impulse gibt.“

Fokus Deutschland

Im Rahmen des Programms „ERP-VC-Fondsfinanzierung“ beteiligt sich KfW Capital mit max. 19,99 % und max. 25 Mio. € an deutschen und europäischen VC- und VD-Fonds. Diese müssen, das ist Voraussetzung der Investitionsentscheidung von KfW Capital, mindestens den von ihr eingebrachten Betrag in deutsche Technologieunternehmen investieren. KfW Capital wird branchenübergreifend investieren – in Folgefonds erfahrener Fondsmanagementgesellschaften, aber auch in sogenannte First-Time-Fonds, um so den Markt insgesamt zu beleben.

KfW Capital wird auch die bestehenden Beteiligungen am High Tech-Gründerfonds übernehmen.

Die deutschen und europäischen VC- und VD-Fonds, an denen sich KfW Capital beteiligt, müssen mindestens den von ihr eingebrachten Betrag in deutsche Technologieunternehmen investieren.

Voraussetzung der Investitionsentscheidung
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Geleitet wird die operativ am 15. Oktober startende Gesellschaft von zwei Geschäftsführern. Der eine kommt aus dem Markt, der andere aus der KfW: Dr. Jörg Goschin und Alexander Thees. Dr. Jörg Goschin ist selbst Gründer und Investment Professional, der über tiefe Marktkenntnis, breites fachliches Know-how und ein dichtes Netzwerk im Venture Capital-Markt verfügen soll. Alexander Thees kommt aus der KfW Bankengruppe und verfügt über geschäftspolitische und operative Erfahrung mit Mittelstandsfinanzierungs- sowie strukturierten Finanzierungsaktivitäten.

Ausgangspunkt: Beschluss im Bundestag

Der Gründung der KfW Capital liegt die Idee zu Grunde, den Markt für Wagniskapitalfinanzierungen als Wachstumstreiber für die deutsche Wirtschaft substantiell weiterzuentwickeln. Ausgangspunkt war ein Beschluss des Deutschen Bundestags im März 2017, der KfW, dem BMWi und dem BMF einen entsprechenden Auftrag gab. 

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