food Interview

Mit Bier Brot retten

Bier aus übrig gebliebenem Brot brauen: Das Start-up "Knärzje" möchte das Brotbier demnächst auch im LEH testen. (Foto: Knärzje GmbH)

f3 - farm.food.future: Wie kam es zur Gründungsidee?

Daniel Anthes: Vor der Gründung habe ich mich bereits in Vereinen, als Redner und Buchautor für aussortierte und gerettete Lebensmittel engagiert. Vor allem Backwaren werden oft weggeschmissen: In Deutschland sind es zwei Mio. t jährlich. In London habe ich dann zum ersten Mal ein „Toast Ale“ probiert und mir gedacht, dass sich diese Idee auch in Deutschland umsetzen lassen müsste. Schließlich essen wir viel Brot und trinken gerne Bier. Die konkrete Gründungsidee zu "Knärzje" hatte ich Anfang 2018.

f3: Wer steht hinter eurem Start-up?

Daniel Anthes: Gegründet habe ich im Mai zusammen mit meinem Kumpel Ralf. Ralf ist im Digitalbereich bei einem großen Lebensmittel­einzelhändler tätig und hat dadurch einen engen Bezug zu nachhaltigen Produkt­innovationen. Zu Beginn habe ich verschiedene kleine Brauereien in Frankfurt angeschrieben und meine Idee erklärt. Unser jetztiger Brauer Tobi war damals direkt von der Idee überzeugt. So konnten wir im vergangenen Jahr bereits einige Sude Brotbier brauen und das Rezept weiter verfeinern.

2018 haben Daniel und Ralf ihr Start-up gegründet. (Foto: Knärzje GmbH)

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Das Frankfurter Start-up „Knärzje“ stellt Bier aus aussortiertem Brot her. Die Gründer Daniel und Ralf sammeln Geld bei der Crowd ein, um die ersten Schritte in Richtung Biozertifizierung und Testlistung im Handel gehen zu können.

f3 – farm.food.future: Wie kam es zur Gründungsidee?

Daniel Anthes: Vor der Gründung habe ich mich bereits in Vereinen, als Redner und Buchautor für aussortierte und gerettete Lebensmittel engagiert. Vor allem Backwaren werden oft weggeschmissen: In Deutschland sind es zwei Mio. t jährlich. In London habe ich dann zum ersten Mal ein „Toast Ale“ probiert und mir gedacht, dass sich diese Idee auch in Deutschland umsetzen lassen müsste. Schließlich essen wir viel Brot und trinken gerne Bier. Die konkrete Gründungsidee zu „Knärzje“ hatte ich Anfang 2018.

f3: Wer steht hinter eurem Start-up?

Daniel Anthes: Gegründet habe ich im Mai zusammen mit meinem Kumpel Ralf. Er ist im Digitalbereich bei einem großen Lebensmittel­einzelhändler tätig und hat dadurch einen engen Bezug zu nachhaltigen Produktinnovationen. Zu Beginn habe ich verschiedene kleine Brauereien in Frankfurt angeschrieben und meine Idee erklärt. Unser jetziger Brauer Tobi war damals direkt von der Idee überzeugt. So konnten wir im vergangenen Jahr bereits einige Sude Brotbier brauen und das Rezept weiter verfeinern.

2018 haben Daniel und Ralf ihr Start-up gegründet. (Foto: Knärzje GmbH)

40 Kilo Brot für 2.000 Flaschen Bier

f3: Woher bekommt ihr das Brot? Wieviel braucht ihr zum Brauen?

Daniel Anthes: Am Anfang haben wir mit einer kleinen Biobäckerei zusammengearbeitet. Wir haben uns nach und nach größere Biobäckereien und entsprechend der gebrauten Menge auch größere Brauereien gesucht. Aus einem Sud, ca. 600 bis 700 Liter, können wir ungefähr 2.000 Flaschen füllen. Dafür brauchen wir 40 kg Brot. Wir sind schon wieder auf der Suche nach der nächsten größeren Brauerei, wo wir um die 5.000 l Bier brauen werden. Dementsprechend viel Brot brauchen wir auch. Dieses Mal soll das Bier komplett bio werden.

f3: Wie läuft der Brauprozess ab?

Daniel Anthes: Wir ersetzen ein Drittel des Malzes durch Brot. Unsere Partner-Bäckerei sammelt das Brot, es wird getrocknet und dann gehäckselt, bevor es in den Braukessel kommt. Das Schöne ist, dass wir vom Weißbrot über Baguettes und Vollkornbrot viele Brotsorten nutzen können. Für den Start und in der jetzigen Phase haben wir uns auf ein Mischbrot als Grundstoff geeinigt. Das ist in Deutschland am gängigsten und bleibt dementsprechend oft übrig.

f3: In welcher Phase befindet ihr euch derzeit? Was wäre der nächste Schritt?

Daniel Anthes: Über eine Startnext-Kampagne konnten wir die ersten 10.000 € von der Crowd sammeln. Mit dem Geld können wir größere Mengen von unserem Hellen und Pils brauen. Aktuell versuchen wir auch unser zweites Crowdfundingziel zu erreichen. Mit den 20.000 € wollen wir die ersten Schritte in Richtung Biozertifizierung und größerer Testlistung im Einzelhandel gehen. Darüber hinaus sind wir auf der Suche nach einem strategischen Investor.