digital Gründerwerkstatt

Moderne Tools für fleißige Bienen

Bienen beim Kommen und Gehen beobachten - so die Idee des Start-ups „apic.ai“. Dahinter steckt eine Vielzahl von Möglichkeiten. (Foto: Thomas Müller Fotografie)

Sensoren im Bienenstock, eine Dokumentationsapp für den Imker oder Heizdrähte zur automatisierten Bekämpfung der Varroamilbe. Es summen einige Start-ups umher, die Lösungen für die Arbeit mit Bienen anbieten.

HektarNektar

Die Brüder Martin und Mark Poreda aus Wien möchten mit „HektarNektar“ die Honigbiene fördern. Dafür suchen sie Unternehmen, die wiederrum Imker sponsern. Das Ganze funktioniert so: Interessierte Unternehmen spendieren Imkern aus ihrer Region ein Bienen-Starter-Set inklusive Bienenvolk, Zubehör, Fachliteratur und Behausung im Wert von rund 950 €. Im Gegenzug zur finanziellen Unterstützung darf sich das Unternehmen mit einem Siegel den Bienenschutz sichtbar auf die Fahne schreiben.

Privatpersonen können ebenfalls als Bienenfreund auftreten und die Imker finanziell unterstützen. Bislang sind 58 Unternehmen an Board. Unter ihnen befinden sich Xing, das staatliche Hofbräuhaus in München oder Suzuki Austria. Sie sponsorten insgesamt 209 Bienenvölker. Nach Angaben von HektarNektar soll es durch das Projekt schon knapp 4 Mio. Bienen mehr geben.

BeeAndme

BeeAndme“ stammt ebenfalls aus Wien. CEO Martin Bittner möchte die Vorgänge im Bienenstock mithilfe von digitaler Technik auf das Smartphone des Imkers bringen und ihm Hinweise für frühzeitiges Handeln geben. Zum Beispiel kann er anhand der Temperaturen im Innen- und Außenraum erkennen, wenn die Königin ausschwärmen möchte. Sie verlässt den Bienenstock mit nahezu der Hälfte der Bienen und lässt sich woanders nieder. Mithilfe der aufgenommenen Daten kann der Imker nun entgegenwirken und etwa Brutwaben herausnehmen oder das Volk künstlich trennen.

Zusätzlich misst eine Waage das Gewicht des Bienenstocks. Sie gibt an, wie viel Futter den Bienen im Winter noch zur Verfügung steht oder wie viel Honig im Sommer im Bienenstock ist. Somit muss der Imker den Bienenstock nicht so häufig öffnen - der Kontrollaufwand für den Imker und der Stress für die Bienen sinken. BeeAndme verkaufte bereits über 2000 Module für um die 1000 € pro Einheit.

Bei BeeAndme sollen drei Sensoren und eine Waage dem Imker Aufschluss über Vorgänge im Bienenstock geben. (Fotos: BeeAndme)

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Sensoren im Bienenstock, eine Dokumentationsapp für den Imker oder Heizdrähte zur automatisierten Bekämpfung der Varroamilbe. Es summen einige Start-ups umher, die Lösungen für die Arbeit mit Bienen anbieten.

HektarNektar

Die Brüder Mark und Martin Poreda starteten 2017 mit HektarNektar. (Foto: HektarNektar)

Mark und Martin Poreda aus Wien möchten mit „HektarNektar“ die Honigbiene fördern. Dafür suchen sie Unternehmen, die wiederrum Imker sponsern. Das Ganze funktioniert so: Interessierte Unternehmen spendieren Imkern aus ihrer Region ein Bienen-Starter-Set inklusive Bienenvolk, Zubehör, Fachliteratur und Behausung im Wert von rund 950 €. Im Gegenzug zur finanziellen Unterstützung darf sich das Unternehmen mit einem Siegel den Bienenschutz sichtbar auf die Fahne schreiben.

Privatpersonen können ebenfalls als Bienenfreund auftreten und die Imker finanziell unterstützen. Bislang sind 58 Unternehmen an Board. Unter ihnen befinden sich Xing, das staatliche Hofbräuhaus in München oder Suzuki Austria. Sie sponsorten insgesamt 209 Bienenvölker. Nach Angaben von HektarNektar soll es durch das Projekt schon knapp 4 Mio. Bienen mehr geben.

BeeAndme

BeeAndme“ stammt ebenfalls aus Wien. CEO Martin Bittner möchte die Vorgänge im Bienenstock mithilfe von digitaler Technik auf das Smartphone des Imkers bringen und ihm Hinweise für frühzeitiges Handeln geben. Zum Beispiel kann er anhand der Temperaturen im Innen- und Außenraum erkennen, wenn die Königin ausschwärmen möchte. Sie verlässt den Bienenstock mit nahezu der Hälfte der Bienen und lässt sich woanders nieder. Mithilfe der aufgenommenen Daten kann der Imker nun entgegenwirken und etwa Brutwaben herausnehmen oder das Volk künstlich trennen.

Zusätzlich misst eine Waage das Gewicht des Bienenstocks. Sie gibt an, wie viel Futter den Bienen im Winter noch zur Verfügung steht oder wie viel Honig im Sommer im Bienenstock ist. Somit muss der Imker den Bienenstock nicht so häufig öffnen – der Kontrollaufwand für den Imker und der Stress für die Bienen sinken. BeeAndme verkaufte bereits über 2100 Module.

Bei BeeAndme sollen drei Sensoren und eine Waage dem Imker Aufschluss über Vorgänge im Bienenstock geben. (Fotos: BeeAndme)

ApisProtect

Das irische Start-up „ApisProtect“ um Gründerin Dr. Fiona Edwards Murphy arbeitet ebenfalls an einer IoT-Lösung für Bienen. Der Imker soll durch Sensoren innerhalb des Bienenstockes Veränderungen auf seinem Smartphone erkennen können. Dadurch soll er Verluste vermeiden und die Produktivität in den Bienenstöcken steigern können. Eine Marktreife ist in diesem Jahr geplant. Das Start-up verspricht sich Imker aus Europa und Nordamerika als Kunden.

Vatorex

Das Schweizer Start-up „Vatorex“ entwickelt eine App für Imker. Mit dem sogenannten „Hive Manager“ (zu dt. Bienenstock Manager) kann der Anwender Vorgänge im Bienenstock digital anstatt wie üblich handschriftlich dokumentieren.

Zusätzlich arbeiten die Gründer Pascal und Willi Brunner sowie Renato Cortesi an einer Lösung zur Bekämpfung der Varroamilbe. Dabei handelt es sich um einen weitverbreiteten Schädling. Heizdrähte im Bienenstock erhitzen sich alle 16 Tage von April bis Oktober auf 41 °C. Dem Start-up zufolge stört das die Bienen nicht, der Milbe aber schon. Vatorex verspricht so eine automatisierte Lösung gegen die Varroamilbe.

Apic.Ai

Katharina Schmidt, Matthias Diehl und Frederic Tausch gründeten „apic.ai“ 2018 in Karlsruhe. Das Start-up entwickelt eine Kombination aus Kamerasystem und Software, die Bienen beim Kommen und Gehen am Eingang des Bienenstockes erfasst. Auf diese Weise kann der Anwender erkennen, wie die Tiere auf Veränderungen in ihrer Umgebung reagieren. Dadurch sieht er, wenn eine größere Anzahl Bienen nicht zum Stock zurückkehrt – liegt das etwa an einer höheren Sterblichkeit? So wäre dies ein Indiz für schädliche Umgebungsfaktoren.

Derzeit arbeitet das Team daran die Bestäubungsaktivität, das Auftreten von Trachtlücken und Beeinträchtigungen des Orientierungssinns der Bienen messbar zu machen. Die Technologie möchte apic.ai einsetzen, um bienenfreundlichere Pflanzenschutzmittel zu entwickeln oder um die lokalen Lebensbedingungen von Bienen zu bewerten.