farm Gründerwerkstatt

Mut zur Innovation – Neue Wege in der Landwirtschaft

Im Gastbeitrag ruft Markus Scharner Landwirtinnen und Landwirte zu mehr Mut für Innovationen auf. Erste Tipps gibt er ebenfalls mit. (Illustration: Christina Helmer)

Wieso gehört zu neuen Ideen in der Landwirtschaft auch die Zerstörung von bestehenden Strukturen? Wie beeinflussen veränderte Konsumgewohnheiten landwirtschaftliche Geschäftsmodelle? Wie können Landwirte das Risiko einer Neugründung gering halten? Dr. Markus Scharner, Agrarökonom und selbst Gründer eines Agrar-Start-ups, gibt im Gastbeitrag Antworten.

Durch die Veränderung von Klima, Technik und Konsumgewohnheiten mussten landwirtschaftliche Betriebe immer wieder ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellen. Auch wenn in den vergangenen Jahrzehnten die gesamte Branche einem starken Strukturwandel unterworfen war, bietet das Unternehmensfeld Landwirtschaft noch immer vielfältige Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. 

Markus Scharner hat selbst ein Agrar-Start-up gegründet. (Foto: Werner Dedl)

In der Vergangenheit wurde in der Lebensmittelwirtschaft alles dem Prinzip des billigsten Preises untergeordnet. Durch die Änderungen des Konsumverhaltens entsteht die Nachfrage nach neuen Produkten oder Produktionsverfahren. 

Das Unternehmensfeld Landwirtschaft bietet noch immer vielfältige Möglichkeiten zur Weiterentwicklung.

Markus Scharner

Öko, regional, gesund und vegan bestimmen heute die Kaufentscheidungen. Das gesteigerte Bewusstsein der Konsumentinnen und Konsumenten für regionale Produktionskreisläufe, artgerechte Haltungsformen, ökologische Vielfalt und ressourcenschonende Herstellungsverfahren bieten gerade für kleine Betriebsstrukturen eine enorme Chance. Damit der Einstieg in einen neuen Produktionszweig erfolgreich gelingt, ist eine sorgfältige wirtschaftliche und technische Planung essentiell. 

Veränderung bestehender Strukturen

Jetzt f3 Mitglied werden und direkt weiterlesen

Als f3-Mitglied erhälst du täglich Meldungen, Beiträge und Reportagen zu Innovationen und Start-ups aus den "grünen" Bereichen und wirst Teil des neuen Gründer-Netzwerks.

mehr Informationen bekommst du hier

Wieso gehört zu neuen Ideen in der Landwirtschaft auch die Zerstörung von bestehenden Strukturen? Wie beeinflussen veränderte Konsumgewohnheiten landwirtschaftliche Geschäftsmodelle? Wie können Landwirte das Risiko einer Neugründung gering halten? Dr. Markus Scharner, Agrarökonom und selbst Gründer eines Agrar-Start-ups, gibt im Gastbeitrag Antworten.

Durch die Veränderung von Klima, Technik und Konsumgewohnheiten mussten landwirtschaftliche Betriebe immer wieder ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellen. Auch wenn in den vergangenen Jahrzehnten die gesamte Branche einem starken Strukturwandel unterworfen war, bietet das Unternehmensfeld Landwirtschaft noch immer vielfältige Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. 

Markus Scharner hat selbst ein Agrar-Start-up gegründet. (Foto: Werner Dedl)

In der Vergangenheit wurde in der Lebensmittelwirtschaft alles dem Prinzip des billigsten Preises untergeordnet. Durch die Änderungen des Konsumverhaltens entsteht die Nachfrage nach neuen Produkten oder Produktionsverfahren. 

Das Unternehmensfeld Landwirtschaft bietet noch immer vielfältige Möglichkeiten zur Weiterentwicklung.

Markus Scharner

Öko, regional, gesund und vegan bestimmen heute die Kaufentscheidungen. Das gesteigerte Bewusstsein der Konsumentinnen und Konsumenten für regionale Produktionskreisläufe, artgerechte Haltungsformen, ökologische Vielfalt und ressourcenschonende Herstellungsverfahren bieten gerade für kleine Betriebsstrukturen eine enorme Chance. Damit der Einstieg in einen neuen Produktionszweig erfolgreich gelingt, ist eine sorgfältige wirtschaftliche und technische Planung essentiell. 

Veränderung bestehender Strukturen

Am Anfang jeder Innovation steht die Leidenschaft für die Veränderung von bestehenden Strukturen. Joseph Schumpeter ein österreichischer Nationalökonom und Politiker beschrieb diesen Vorgang auch als kreative oder schöpferische Zerstörung, weil dabei alte Strukturen durch neue Systeme ersetzt werden. Beim Aufbau der Vertriebswege für neue Produkte hat sich ein möglichst enger Kundenkontakt bewährt. Dies erfordert gerade in der Anfangsphase einen enormen Einsatz stellt allerdings eine unverzichtbare Investition in die Zukunft dar. Denn nur wer die Bedürfnisse, Wünsche und Anforderungen der Konsumentinnen und Konsumenten versteht und darauf flexibel reagiert, wird langfristig erfolgreich sein.

Bei der Wahl der Vertriebsstrategie hat sich eine breite Diversifizierung der Absatzkanäle als geeignet erwiesen.

Markus Scharner

In Zeiten gesättigter Märkte und eines enormen Wettbewerbs und Werbedrucks sehnen sich viele Konsumentinnen und Konsumenten nach einer authentischen Kommunikation mit Produzenten aus ihrer Region. Dabei sollten auch möglichst viele unterschiedliche Kommunikationskanäle genutzt werden um verschiedene Zielgruppen – von der Hausfrau bis zum Hipster – zu erreichen. 

Mit Pilotbetrieben im kleinen Maßstab starten

Bei neuartigen Produktionssystemen, bei denen noch keine oder nur wenige Erfahrungen bestehen wie z.B. Hydroponic, Aquaponic, Vertical Farms hat sich ein Pilotbetrieb im kleinen Maßstab bewährt, um Erfahrungen mit Technik und Vertrieb zu sammeln. In einem weiteren Schritt kann der Pilotbetrieb dann auf die gewünschte Größe skaliert werden. Dadurch werden in der schwierigen Startphase die Fixkosten gering gehalten und mehr finanzielle Spielräume für den Aufbau der Vertriebssysteme und Marketing gegeben. 

Bei der Wahl der Vertriebsstrategie hat sich eine breite Diversifizierung der Absatzkanäle als geeignet erwiesen, da dadurch wirtschaftliche Abhängigkeiten von einzelnen Großkunden verringert werden können. Generell gilt es die Augen und Ohren in der Start-up-Phase offen zu halten, denn Netzwerke und Kooperationen eröffnen neue Möglichkeiten für die Finanzierung und Förderprogramme. Über allem steht die Begeisterung für das eigene Produkt und das Durchhaltevermögen auch nach Rückschlägen wieder motiviert durchzustarten – denn der Erfolg kommt oft schneller als man denkt – In diesem Sinne: Nur Mut zur Innovation!  


Zum Autor Markus Scharner

Dr. Markus Scharner (33), ist Agrarökonom, Gründer des Agrar-Start-ups Mosberger Pilzmanufaktur und lehrt an der Universität für Bodenkultur und FH Wiener Neustadt zu den Themenbereichen Innovation, Qualitäts- und Risikomanagement.