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Ideen diskutieren, Gründer treffen - f3 und die Rentenbank brachten das Publikum mit Start-up-Experten und jungen Gründern in den Austausch. (Foto: Otte)

Gründer auf dem Land brauchen nicht nur eine gute Idee, sondern auch Geld und vor allem: Verbündete. Das hat eine gemeinsame Podiumsdiskussion der Rentenbank und f3 einmal mehr deutlich gemacht.

Den Deutschen eilt international ein Ruf voraus: Sie sind zögerlich, zurückhaltend und haben Angst vor allem Möglichen. In der deutschen Start-up-Szene ist von der sogenannten "German Angst" wenig zu spüren - zum Glück. Ausprobieren, scheitern und möglichst früh möglichst offen über Ideen und Produkte zu sprechen, ist gerade für junge Gründer elementar. Das hat die gemeinsame Podiumsdiskussion der landwirtschaftlichen Rentenbank und f3 gezeigt. Vier Referenten diskutierten im Rahmen des Young Farmers Day auf der Eurotier 2018 über Start-ups und grüne Innovationen (hier findet ihr Infos zu den einzelnen Referenten).  f3-Chefredakteur Matthias Schulze Steinmann und Kirsten Müller von der Landwirtschaftlichen Rentenbank moderierten die Veranstaltung.

Netzwerk first

Darüber, wie sich grüne Innovationen an den Start bringen lassen, waren sich alle Beteiligten schnell einig: Netzwerken, netzwerken, netzwerken. Und das von Beginn an. "Gerade in der Startphase ist es oftmals am Schwersten, ein Produkt zu zeigen", weiß Rodja Trappe aus eigener Erfahrung. Trotzdem hat er seine vollautomatischen Roboter früh einem breiten Publikum präsentiert. "Fehler machen ist in Ordnung. Problematisch wird es erst, wenn man drei Jahre lang den gleichen Fehler macht." Regelmäßiges Feedback verhindere, sich in solchen Sackgassen zu verrennen.

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Gründer auf dem Land brauchen nicht nur eine gute Idee, sondern auch Geld und vor allem: Verbündete. Das hat eine gemeinsame Podiumsdiskussion der Rentenbank und f3 einmal mehr deutlich gemacht.

Den Deutschen eilt international ein Ruf voraus: Sie sind zögerlich, zurückhaltend und haben Angst vor allem Möglichen. In der deutschen Start-up-Szene ist von der sogenannten „German Angst“ wenig zu spüren – zum Glück. Ausprobieren, scheitern und möglichst früh möglichst offen über Ideen und Produkte zu sprechen, ist gerade für junge Gründer elementar. Das hat die gemeinsame Podiumsdiskussion der landwirtschaftlichen Rentenbank und f3 gezeigt. Vier Referenten diskutierten im Rahmen des Young Farmers Day auf der Eurotier 2018 über Start-ups und grüne Innovationen (hier findet ihr Infos zu den einzelnen Referenten).  f3-Chefredakteur Matthias Schulze Steinmann und Kirsten Müller von der Landwirtschaftlichen Rentenbank moderierten die Veranstaltung.

Netzwerk first

Darüber, wie sich grüne Innovationen an den Start bringen lassen, waren sich alle Beteiligten schnell einig: Netzwerken, netzwerken, netzwerken. Und das von Beginn an. „Gerade in der Startphase ist es oftmals am Schwersten, ein Produkt zu zeigen“, weiß Rodja Trappe aus eigener Erfahrung. Trotzdem hat er seine vollautomatischen Roboter früh einem breiten Publikum präsentiert. „Fehler machen ist in Ordnung. Problematisch wird es erst, wenn man drei Jahre lang den gleichen Fehler macht.“ Regelmäßiges Feedback verhindere, sich in solchen Sackgassen zu verrennen.

Fehler machen ist in Ordnung. Problematisch wird es erst, wenn man drei Jahre lang den gleichen Fehler macht.

Rodja Trappe

Dass Fehler sogar ein wichtiger Bestandteil eines Gründungsprozesses sein können, betont Start-up-Experte Benedikt Bösel. Im Sillicon Valley beispielsweise gelte Scheitern nach wie vor nicht als Schmach – sondern als wichtige und positive Erfahrung auf dem Weg zu Erfolg. „Mit jedem Fehler und mit jedem Gespräch verändert sich die Vorstellung über ein Produkt“, so Bösel.

Eine Erfahrung, die auch die beiden Kuhdo -Gründer Jonathan Weingang und Frederik Karnath teilen: „Andere Ideen bringen Denkprozesse in Gang.“ Für die beiden Schleswig-Holsteiner kommt neben der externen Kommunikation auch dem eigenen Team eine hohe Bedeutung zu. Ihr Tipp an junge Gründer: „Sucht euch schnell jemanden, der auch von eurer Idee begeistert ist. Im Team wird die Arbeit besser, einfacher und macht mehr Spaß!“ 

Andere Ideen bringen Denkprozesse in Gang.

Frederik Karnath

Das liebe Geld

„Landwirte gehören zu den innovativsten Menschen überhaupt!“ free

Im Austausch mit dem Fachpublikum richtete die Gründerrunde den Blick auch auf Förderung und Finanzierung von Start-ups. Um im Förderdschungel den Überblick zu behalten, rät Benedikt Bösel potentiellen Gründern sich individuell eine Skizze der Förderlandschaft zu erarbeitet – auch wenn dies sehr mühsam ist. Sein Tipp: „Fangt regional an. Fragt zuerst bei der Wirtschaftsförderung vor Ort nach und hangelt auch dann Schritt für Schritt weiter.“ Mit der Zeit entstehe so ein Überblick zu wichtigen Schlagworten, Fördertöpfen und Ansprechpartner anhand dessen ein Antrag gestellt werden kann.

Für die beiden Kuhdo-Gründer waren das Start-up-Office der FH Kiel sowie das EXIST-Gründerstipendium ungemein hilfreich. Trotz aufwendigen Anträgen und viel Papierkram sehen sie aktuell gute Zeiten zum Gründen. „Der Staat ist gewillt, zu fördern“, betont Jonathan Weingang.

Gründen auf dem Land

Was die Referenten eint, ist ihre Verbundenheit mit Land und Landwirtschaft – und mit den ganz eigenen Herausforderungen, die das Landleben an sie stellt. So hing das Team rund um Rodja Trappe dank mangelhafter Internetanbindung fünf Jahre am LTE-Modem. Auch die Vernetzung mit anderen Start-ups ist auf dem Land mit mehr Aufwand verbunden, berichtet Rodja: „In Berlin bin ich in die S-Bahn gestiegen und war in 20 Minuten im nächsten Gründer-Café. Hier gibt es im Zweifel nicht mal ein Café.“ Trotz weiter Wege und immer noch fehlender Glasfaseranbindung ist für den 37-Jährigen klar: „Wir arbeiten an Produkten für die Landwirtschaft – wo sollten wir uns sonst ansiedeln, als auf dem Land.“


Die Teilnehmer

Frederik Karnath & Jonathan Weingang, beide Geschäftsführer der KUHdo GmbH. KUHdo ist ein StartUp Unternehmen aus Kiel, dass IT-Lösungen für Milcherzeuger zur Unterstützung bei der Milchpreissicherung und zur digitalen Kommunikation mit ihren Molkereien anbietet.

Rodja Trappe, Geschäftsführer der Perpetual Mobile GmbH. Rodja Trappe entwickelt Roboter, die wie von Zauberhand Hofflächen und Paddocks sauber halten sollen.

Benedikt Bösel, Vorsitzender der AgTech-Plattform im Bundesverband Deutsche Startups und praktischer Landwirt.