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„Ohne diese Konzentration von Netzwerkern ist die Kontaktsuche immer Glückssache“ free

Wer trifft wen? Einblicke in das f3-Netzwerk. (lllustration: Helmer)

Das f3-Netzwerk steuert geradewegs auf einen ersten Meilenstein zu: Bald dürfte das 100. Gesuch eingehen. Wir haben uns bei bereits vermittelten Kontakten umgehört. Hier kommen Einblicke und kleine Erfolgsgeschichten.

Die Vielfalt im f3-Netzwerk ist bemerkenswert: Landwirte testen Insektenzuchtanlagen. Stillgelegte Resthöfe werden wieder zum Leben erweckt. Digitale Technologien sind in heimischen Ställen im Testlauf. Doch es melden sich nicht nur Start-up-Gründer und Gründerinnen auf die mittlerweile 89 Gesuche. Auch Forschungsinstitute und Unternehmen sowie Mentoren gehen im Netzwerk auf Kontaktefang.

Die Kontaktsuche ist hier relativ einfach, da alles gebündelt ist.

Michi Beer

„Die Kontaktsuche ist hier relativ einfach, da alles gebündelt ist“, sagt etwa Michael Beer aus der Oberpfalz. „Ohne diese Konzentration von Netzwerkern ist die Suche nach möglichen Kontakten immer Glückssache.“ Erst recht in dem speziellen Feld, in dem sich der Jungunternehmer bewegt: Er möchte ein Zuchtsystem für Mehlkäfer-Larven entwickeln und sucht im f3-Netzwerk Kooperationspartner. Fündig wurde er im Start-up „Cepri“. Nach einer ersten Kontaktaufnahme per Mail wurde schnell geskypt und telefoniert. „Derzeit befindet sich eine Probe der Cepri-Mehlwurmeier im heimischen Versuchsreaktor“, so Michael.

„Schon die fünfte Anfrage erhalten“

Mit digitalen Tools die Tiergesundheit überwachen. (Illustration: Helmer)

Zufrieden zeigt sich auch Peter Brylski, der das Start-up „Farmchamps“ mit aufgebaut hat. Es ist die „digitale Schwester“ des Tiernahrungsunternehmens Josera und unterstützt Landwirte dabei, ihren Produktionsprozess mithilfe von Daten besser zu verstehen. Peter sagt: „Ich bin mit der Funktion des Netzwerks sehr zufrieden. Erst die Tage hatte ich erneut eine Anfrage. In Summe wird das die vierte oder fünfte Anfrage von Anderen – oder von mir an andere – gewesen sein.“ Peter beschreibt den Ablauf der Kontaktaufnahme: „In allen Fällen gab es Austausch und Gespräche. In der Regel antworten die Angefragten schnell und man tauscht sich in den darauffolgenden Tagen oder Wochen intensiv aus und prüft, ob Interesse von beiden Seiten besteht.“

Keine Woche später besuchten uns die Techniker des Start-ups auf unserer landwirtschaftlichen Versuchsstation.

Dennis Melzer

Auch die Wissenschaft wird im f3-Netzwerk fündig. So berichtet Dennis Melzer vom Institut für Agrar- und Stadtökologische Projekte an der HU Berlin von einem Vermittlungserfolg. Er sagt: „Wir hatten uns kürzlich auf ein Netzwerkgesuch eines Berliner Start-ups gemeldet. Nach kurzer Zeit konnten wir erste Schritte der Kooperation mit „Agroflowsystems“ per Videokonferenz besprechen und deren Ansatz der Bodenfeuchtemessung diskutieren. Keine Woche später besuchten uns die Techniker des Start-ups auf unserer landwirtschaftlichen Versuchsstation.“ An der Technologie feilen Start-up und Institut nun in gemeinsamen Forschungsvorhaben weiter.

Feste Partnerschaft mit Landwirt

Landwirte, die neue Wirtschaftskonzepte und Standbeine suchen, werden bei f3 fündig. (Illustration: Helmer)

Hanno Weimer vom Start-up „Grome“ hat gleich mehrere Kontakte über f3 gefunden. Der Gründer will Urban Gardening-Flächen für Mitarbeiter-Workshops und Teambuilding zur Verfügung stellen. Er sagt: „Auf unser Gesuch haben sich bisher vier Personen bzw. Organisationen gemeldet. Und wir selbst haben auch schon auf drei oder vier Gesuche geantwortet, die allesamt sehr spannend sind und gut zu uns passen. Mit einem Landwirt aus Essen hat sich sogar schon eine feste Partnerschaft für einen Unternehmensgarten gebildet.“ Auch zu einem Unternehmen aus dem Raum Bad Oeynhausen, zu einem Hof auf der Suche nach alternativen Wirtschaftskonzepten und einer Forschungsgruppe an der Schnittstelle aus Biologie, Agrarwissenschaften und Wirtschaft besteht konstanter Austausch. Hanno sagt: „Das sind beachtliche Erfolge.“


Zum Netzwerk

Die Gesuche im f3-Netzwerk sind anonymisiert. Das soll helfen, Hemmschwellen abzubauen und einen niedrigschwelligen Zugang zu neuen Ideen und Innovationen in der Landwirtschaft zu bieten. Die Gesuche sind für alle lesbar – jedoch können lediglich f3-Mitglieder Kontakt zu den Urhebern aufnehmen.

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