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Pielers-Plattform-Prinzip

Bei Erzeugern direkt und ohne Umwege über den Supermarkt einkaufen, ohne alle einzeln anfahren zu müssen: So lautet die Idee von Pielers-Gründerin Dr. Julia Köhn. (Foto: Pielers)

Aalfilet von einer Räucherei aus Bremerhaven, Rotes-Höhenvieh-Salami von einer Metzgerei aus dem Harz oder Bio-Edelpilze von einer Manufaktur aus der Altmark: Auf der Plattform des Start-ups „Pielers“ kann der Kunde seinen digitalen Warenkorb packen und Produkte von Erzeugern aus ganz Deutschland einkaufen. Besondere Nutztierrassen, eine spezielle Haltungsform oder Herstellungsart bieten gute Ansätze, sich entsprechend zu präsentieren. „Je besser das Storytelling der Landwirte und Hersteller, desto mehr verkaufen sie“, sagt Dr. Julia Köhn, die Gründerin von Pielers.

Wir stellen den Erzeugern die Infrastruktur für den Online-Einkauf von Lebensmitteln zur Verfügung.

Dr. Julia Köhn

Der Verkauf läuft für den Erzeuger ab, wie in einem regulären Online-Shop. Sobald ein Kunde bestellt, erhält der Erzeuger eine E-Mail, verpackt die gewünschte Ware und sendet sie dem Privatkunden per Post und dem Geschäftskunden per Frischekurier zu. Weil Pielers kein Zentrallager hat, um die Produkte vor dem Versand zu sammeln, erhält der Kunde ein Paket pro Versender.

15 % des Nettopreises gehen an Pielers

180 Erzeuger sind aktuell auf der Plattform gelistet. Mitmachen kann bei Pielers jeder, der dessen Regeln erfüllt. Dazu beantwortet der Landwirt oder Hersteller einen Fragebogen und gibt z. B. als Tierhalter an, dass seine Tiere artgerecht gehalten werden. Ist er registriert, kann er seine Produkte hochladen und den Preis bestimmen. Pielers erhält 15 % vom Nettopreis pro verkauften Artikel. „Wir stellen den Erzeugern das Bestell- und Bezahlsystem, also die Infrastruktur für den Online-Einkauf von Lebensmitteln, zur Verfügung und übernehmen den Kundenservice“, beschreibt Julia das Provisionsmodell.

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„Pielers“ ist eine Direktvermarktungsplattform im Internet, auf der sich Landwirte präsentieren und ihren Betrieb vorstellen können. Die Preise für ihre Produkte legen sie selbst fest. Auch den Versand an Kunden in ganz Deutschland übernehmen sie.

Aalfilet von einer Räucherei aus Bremerhaven, Rotes-Höhenvieh-Salami von einer Metzgerei aus dem Harz oder Bio-Edelpilze von einer Manufaktur aus der Altmark: Auf der Plattform des Start-ups „Pielers“ kann der Kunde seinen digitalen Warenkorb packen und Produkte von Erzeugern aus ganz Deutschland einkaufen. Besondere Nutztierrassen, eine spezielle Haltungsform oder Herstellungsart bieten gute Ansätze, sich entsprechend zu präsentieren. „Je besser das Storytelling der Landwirte und Hersteller, desto mehr verkaufen sie“, sagt Dr. Julia Köhn, die Gründerin von Pielers.

Wir stellen den Erzeugern die Infrastruktur für den Online-Einkauf von Lebensmitteln zur Verfügung.

Dr. Julia Köhn

Der Verkauf läuft für den Erzeuger ab, wie in einem regulären Online-Shop. Sobald ein Kunde bestellt, erhält der Erzeuger eine E-Mail, verpackt die gewünschte Ware und sendet sie dem Privatkunden per Post und dem Geschäftskunden per Frischekurier zu. Weil Pielers kein Zentrallager hat, um die Produkte vor dem Versand zu sammeln, erhält der Kunde ein Paket pro Versender.

15 % des Nettopreises gehen an Pielers

180 Erzeuger sind aktuell auf der Plattform gelistet. Mitmachen kann bei Pielers jeder, der dessen Regeln erfüllt. Dazu beantwortet der Landwirt oder Hersteller einen Fragebogen und gibt z. B. als Tierhalter an, dass seine Tiere artgerecht gehalten werden. Ist er registriert, kann er seine Produkte hochladen und den Preis bestimmen. Pielers erhält 15 % vom Nettopreis pro verkauften Artikel. „Wir stellen den Erzeugern das Bestell- und Bezahlsystem, also die Infrastruktur für den Online-Einkauf von Lebensmitteln, zur Verfügung und übernehmen den Kundenservice“, beschreibt Julia das Provisionsmodell.

Pielers arbeitet mit einem Kriterien-Katalog. Jeder Erzeuger sollte bestimmte Regeln einhalten. (Fotos: Hendrik Haase)

Das Versandmaterial kaufen die Produzenten selbst. Werden Styroporbehältnisse genutzt, schlägt sich das in dem von Pielers entwickelten Nachhaltigkeitsindex negativ nieder. Viele der Registrierten sind innovativ und gehen andere Wege. „Unsere Erzeuger haben oft selbst einen Online-Shop betrieben oder betreiben ihn noch“, so Julia. Das Kundenmanagement nehme für sie jedoch viel Zeit ein. Auch Datenschutzaktualisierungen und das Online-Marketing stelle die Erzeuger auf die Dauer vor Probleme. Deshalb möchten sie diese Prozesse aus der Hand geben oder zusätzlich zum eigenen Shop oder Hofladen Reichweite schaffen. Dennoch wollen sie bestimmte Freiheiten behalten, insbesondere in Bezug auf die Preisgestaltung.

Zielgruppe Silversurfer

Auf Kundenseite ist das Bild ebenso divers. „Wir haben viele Silversurfer, die 65 bis 80-Jährigen, die die Produkte schätzen“, so Julia. Der Kundenstamm ist sehr durchmischt und besteht aus Städtern ebenso wie aus Leuten vom Land. Schwarze Zahlen schreibt Pielers mit der Plattform noch nicht. Ein tragfähiges Geschäftsmodell sieht Julia aber trotzdem: „Damals wurde mir gesagt: ‚Julia, mach doch was Gescheites‘. Zwei Jahre später sieht der Markt nun schon ganz anders aus: Die Diskussion um gerechte Erzeugerpreise, Nachhaltigkeit und die Marktmacht der Handelsketten verändern die Vermarktungswege und bieten Chancen für digitale Modelle.“

Die Diskussion um gerechte Erzeugerpreise, Nachhaltigkeit und die Marktmacht der Handelsketten verändern die Vermarktungswege.

Dr. Julia Köhn

Die Herausforderungen beim Aufbau einer Erzeuger-Plattform bestehen nicht in der Logistik oder dem Versenden von frischen Lebensmitteln, denn hier gibt es bereits erfolgreiche Spezialdienstleister, sondern vielmehr auf der Entwicklungsebene der Plattform, so die Gründerin: „Wenn man in diesem Bereich wachsen will, muss vor allem die Plattform mitwachsen. Das war und ist bei uns ein langer und aufwendiger Prozess, der nie abgeschlossen sein wird.“

Mit den gesammelten Erfahrungen baut das Start-up aktuell den Bereich „Pielers Tech“ aus. Die Plattform des jungen Unternehmens wird als White Label von anderen Marktplätzen genutzt und bietet knapp 1000 Erzeugern ein digitales Betriebssystem für ihre Vermarktung.