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Potenziale von Telemetriedaten free

Mithilfe von Telemetriedaten in der Landtechnik kann bei verschiedenen Systemen der Anwender auf dem Smartphone oder Computer einsehen, wo sich aktuell Mähdrescher und Schlepper befinden. (Foto: Schildmann)

Die digitale Datenerfassung über Telemetrie findet in der Landtechnik vermehrt Anwendung. Immer mehr Start-ups und Unternehmen wagen sich in diesen Sektor. Aber was steckt hinter der Technik und was ist möglich? Ein Überblick.

Das Interesse von Landwirten und Lohnunternehmern an Telemetrie wächst – sie rüsten immer mehr Geräte mit der Technik aus. Dementsprechend tummeln sich auch mehr Anbieter auf dem Markt. Teilweise sind es die Hersteller von Landmaschinen selbst oder herstellerunabhängige Entwickler.

Habe ich die geeignete PS-Ausstattung? Wähle ich die richtige Schleppermarke? Ist mein Mähdrescher perfekt eingestellt?

Fragen, die man künftig mithilfe von Daten beantworten will.

Sie bieten Telemetriesysteme an, also Möglichkeiten, Messwerte zu übertragen. Auch als Fernmessung bekannt. Konkret heißt das in der Landtechnik: Es wird ein Sensor am Mähdrescher, Schlepper und Anbaugerät angebracht. Bei vielen Herstellern verbindet sich eine Hardwareeinheit an die ISOBUS- oder CANBUS-Einheit der Landmaschine. Die verschiedenen Systeme erheben Daten, wie den Standort, die Geschwindigkeit, den Kraftstoffverbrauch und die Hubwerksstellung. Die Werte werden an eine zentrale Einheit, beispielsweise ein Smartphone oder Computer übertragen. Der Nutzer kann die Daten ablesen und Rückschlüsse ziehen. Teilweise bekommt er auch Handlungsempfehlungen für seinen Betrieb.

Stand der Dinge

Landwirte oder Lohnunternehmer können durch die automatische Dokumentation des Maschineneinsatzes Kosten einsparen, die Leistung ihrer Maschinen steigern oder den Verschleiß senken. So ist es für Lohnunternehmer oder Kommunalbetriebe einfacher, Rechnungen zu stellen, da das System Daten wie Arbeitsstunden bei jedem Kunden automatisch ermittelt. Außerdem kann der Landwirt oder Lohnunternehmer die Standzeiten der Schlepper einfacher analysieren. Der Anwender erkennt, ob etwa bei der Maisernte oder beim Ausbaggern ein Schleppergespann eingespart werden kann.

Neben diesen Möglichkeiten wird bei manchen Systemen die Geschwindigkeit, Hubwerkseinstellung oder Zapfwellendrehzahl protokolliert. So bekommt der Betriebsleiter die Chance, besser einzusehen, ob seine Mitarbeiter auch wie angewiesen fahren. Zusätzlich kann er durch die Analyse der Flächenleistung oder des Spritverbrauches abwägen, welchen Trecker er sich wiederkaufen sollte und welcher uninteressant ist.

Die Datenfrage

Wenn große Menge Daten gesammelt werden, ploppt auch die leidige Frage auf, wem diese eigentlich gehören. Maschinendaten, die während des Ackerns erhoben werden, sind rechtlich kaum geschützt. Deutsche Datenschutzgesetze beziehen sich nämlich fast ausschließlich auf personenbezogene Daten. So gehören die Daten, die mit Telemetriesystemen erhoben werden, nicht automatisch nur dem Landwirt oder Lohnunternehmer, sondern könnten auch vom Technikhersteller genutzt werden. Dies sollte sich jeder Nutzer von Telemetriesystemen bewusst machen.

Weiterentwicklungen

Durch das stetige Sammeln von Daten eröffnen sich aber in der Zukunft weitere Optimierungsfelder. Es wird möglich sein, dass Landwirte und Lohnunternehmer sich mit anderen Betrieben vergleichen können und dadurch Rückschlüsse auf ihre Maschinenparks treffen. Dadurch ergeben sich Fragen, die schon bald mithilfe der neuen Datenschätze beantwortet werden könnten:

  • Habe ich die geeignete PS-Ausstattung?
  • Wähle ich die richtige Schleppermarke?
  • Ist mein Mähdrescher perfekt eingestellt?

Die Auswertung erfolgt teilweise mithilfe von maschinellem Lernen, um den unüberschaubaren Berg an Daten zu überblicken. Es bleibt spannend, in welche Richtung sich die Telemetrie in der Landtechnik in Zukunft entwickelt.

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