digital farm Interview

Precision Farming für Einsteiger

Mit ihren Sensoren misst das Start-up FarmBlick die Bodenbeschaffenheit. Die Daten sollen für eine teilflächenspezifische Bewirtschaftung genutzt werden. Fotos: Farmblick

Nur, wer seinen Boden genau kennt, kann ihn teilspezifisch bewirtschaften. Doch hohe Investitionskosten in moderne Technik hindert viele Landwirte daran, auf den digitalen Zug aufzuspringen. Das Start-up FarmBlick geht gemeinsam mit den Landwirten erste Schritte in Richtung Precision Farming. 

Das baden-württembergische Start-up FarmBlick mit den beiden Gründern Marius Sauer und Oliver Martin bietet Landwirten die Möglichkeit, die Vorteile moderner Sensortechnologie zu nutzen, ohne selbst zu investieren. Wir haben mit ihnen über ihr junges Unternehmen gesprochen.

f3: Was steckt hinter dem Unternehmen FarmBlick?

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Nur, wer seinen Boden genau kennt, kann ihn teilspezifisch bewirtschaften. Doch hohe Investitionskosten in moderne Technik hindert viele Landwirte daran, auf den digitalen Zug aufzuspringen. Das Start-up FarmBlick geht gemeinsam mit den Landwirten erste Schritte in Richtung Precision Farming. 

Das baden-württembergische Start-up FarmBlick mit den beiden Gründern Marius Sauer und Oliver Martin bietet Landwirten die Möglichkeit, die Vorteile moderner Sensortechnologie zu nutzen, ohne selbst zu investieren. Wir haben mit ihnen über ihr junges Unternehmen gesprochen.

f3: Was steckt hinter dem Unternehmen FarmBlick?

FarmBlick: Wir haben im April 2017 das Unternehmen FarmBlick mit Sitz in Baden-Württemberg gegründet. Unser Schwerpunkt liegt auf der Beratung von Landwirten und der Auswertung ihrer Daten. Unser Start-up stellt die Schnittstelle für Unternehmen und Landwirte da, die sich die teure Technik nicht leisten können oder keine Ressourcen für dieses komplexe Thema zur Verfügung haben.

Die beiden Gründer Marius Sauer (links) und Oliver Martin.

Wie unterstütz ihr die Landwirte genau?

FarmBlick: Die Besonderheit der Beratung  liegt darin, das System ‚Landwirtschaft‘ ganzheitlich zu betrachten. Nicht nur technische Lösungen, sondern auch die vorhandenen Bedingungen, wie Bodenparameter, Fruchtfolgen und die Umsetzbarkeit durch den Betriebsleiter werden in die Beratung einbezogen. Während der Projektlaufzeit betreuen wir die schrittweise Umstellung des Betriebes auf digitales Wirtschaften immer in Abstimmung mit dem Betriebsleiter. Ziel dabei ist es, ihm nach Projektabschluss ein selbständiges Arbeiten mit optimal angepasster digitaler Technik zu ermöglichen.

Welche Technik bietet ihr?

FarmBlick: FarmBlick bietet seinen Kunden verschiedene Sensortechniken, auf deren Daten die Beratung fußt. Zum Beispiel:

  • Echtzeitkinematik / Bewegungsgeometrie (englisch Real Time Kinematic, RTK) RTK-GPS Vermessungsstation
  • Georeferenzierte Bodenprobenbohrer
  • Drohnen mit RGB Kameratechnik
  • Drohnen mit Multispektralkameratechnik
  • Drohnen mit Thermalkameratechnik
  • Bodenscanner zur Messung der relativen Leitfähigkeit
  • Pflanzensensoren

Wer kann die Technik einsetzen?

FarmBlick: Kunden können diese Technik mieten oder durch das deutschlandweite Partnernetzwerk im Lohn einsetzen lassen. Dabei fließt auch der Erfahrungsschatz der FarmBlick-Partner über die örtlichen Gegebenheiten in die anschließende Beratung ein.

Das Start-up bietet Landwirten die Möglichkeit, die Vorteile moderner Sensortechnologie zu nutzen, ohne selbst zu investieren.

Wer sind eure Kunden?

FarmBlick: In erster Linie sind unsere Kunden Firmen und unsere Partner, über die Landwirte wiederum die Dienstleistungen von FarmBlick in Anspruch nehmen können. So hat der Kunde Ansprechpartner, die die Bedingungen vor Ort kennen und erhält keine Beratung vom Schreibtisch aus.

Es wird zwar nicht unbedingt ein höherer Ernteertrag erzielt, jedoch kann über die effizientere Nutzung der Betriebsmittel, Arbeitskräfte und Maschinen ein besserer Deckungsbeitrag erreicht werden.

Oliver Martin

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

FarmBlick: Das Interesse an der Digitalisierung in der Landwirtschaft entstand bei Oliver während der Arbeit im eigenen Betrieb. Dabei erkannte er früh die Vorteile von Smart-Farming-Lösungen.

Hattet ihr finanzielle Unterstützung?

FarmBlick: Wir sind komplett eigenfinanziert und vermarkten keine Handelswaren oder andere Güter, sondern Beratungen. Diese sind deshalb zielorientiert und herstellerunabhängig.

Die smarte Kabine

In welcher Phase befindet sich das Start-up?

FarmBlick: Nach einem Jahr der Konsolidierung und Marktanalyse hat unser Unternehmen eine Strategie entwickelt, die vom Markt gut aufgenommen wird. Aktuell befinden wir uns in einer Wachstumsphase mit Erweiterung des Produktportfolios und Einstellung von weiterem Personal. Neben uns Geschäftsführern gehören eine Festangestellte, mehrere Aushilfen und Praktikanten zum Team.

Was ist der nächste Schritt?

FarmBlick: Im nächsten Schritt wollen wir unser Unternehmen noch stabiler aufstellen, Prozesse optimieren und die Reichweite auf Gesamt-Europa und Russland erweitern.