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Precision Farming unter die Lupe genommen

In seiner Bachelorarbeit verglich Christoph Rotter die Potenziale von Precision Farming in verschiedenen Ländern. (Foto: Rotter)

Je unterschiedlicher eine Fläche desto eher lohnt sich Precision Farming, ist eines der Erkenntnisse zu der Christoph Rotter in seiner Bachelorarbeit kommt. Er schaute sich auch an, warum Landwirte Precision Farming einsetzen.

Agrarstudent Christoph Rotter hat landwirtschaftliche Betriebe aus USA, Kanada, Schweden und Australien miteinander verglichen. Durch seine Bachelorarbeit zählt Christoph zu einem der drei Gewinner des Meister & Macher Wettbewerbes in der Kategorie „Innovationspreis f3“. Er wollte die Potenziale einer teilflächenspezifischen Bewirtschaftung in den einzelnen Ländern betrachten. „Die Daten habe ich aus dem agri bench mark Netzwerk. Es umfasst landwirtschaftliche Betriebe in mehr als 50 Ländern“, sagt der 24-Jährige.

Je mehr Unterschiede innerhalb einer Fläche bestehen desto wirtschaftlicher wird die Teilflächenbewirtschaftung.

Christoph Rotter

Im ersten Schritt ermittelte er die Variabilität der einzelnen Flächen. Dafür untersuchte er, wie sehr sich einzelne Teilstücke einer Fläche von anderen Teilstücken derselben Fläche unterscheiden. Dies geschah durch satellitengestützte Biomassemessungen. Mithilfe von Experten-Einschätzungen legte er im zweiten Schritt eine geeignete Teilflächenbewirtschaftung fest. Im Anschluss verglich er die Datensätze der verschiedenen Betriebe. „Für die betriebswirtschaftliche Berechnung wählte ich Daten von Höfen, deren Produktionsverfahren sowohl wirtschaftlich als auch pflanzenbaulich als repräsentativ für ein länderspezifisches Produktionssystem gilt“, sagt er.

Precision Farming gewinnt zunehmend an Bedeutung auf landwirtschaftlichen Betrieben. (Foto: Piepenbrock)

Die Ergebnisse

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Je unterschiedlicher eine Fläche desto eher lohnt sich Precision Farming, ist eines der Erkenntnisse zu der Christoph Rotter in seiner Bachelorarbeit kommt. Er schaute sich auch an, warum Landwirte Precision Farming einsetzen.

Agrarstudent Christoph Rotter hat landwirtschaftliche Betriebe aus USA, Kanada, Schweden und Australien miteinander verglichen. Durch seine Bachelorarbeit zählt Christoph zu einem der drei Gewinner des Meister & Macher Wettbewerbes in der Kategorie „Innovationspreis f3“. Er wollte die Potenziale einer teilflächenspezifischen Bewirtschaftung in den einzelnen Ländern betrachten. „Die Daten habe ich aus dem agri bench mark Netzwerk. Es umfasst landwirtschaftliche Betriebe in mehr als 50 Ländern“, sagt der 24-Jährige.

Je mehr Unterschiede innerhalb einer Fläche bestehen desto wirtschaftlicher wird die Teilflächenbewirtschaftung.

Christoph Rotter

Im ersten Schritt ermittelte er die Variabilität der einzelnen Flächen. Dafür untersuchte er, wie sehr sich einzelne Teilstücke einer Fläche von anderen Teilstücken derselben Fläche unterscheiden. Dies geschah durch satellitengestützte Biomassemessungen. Mithilfe von Experten-Einschätzungen legte er im zweiten Schritt eine geeignete Teilflächenbewirtschaftung fest. Im Anschluss verglich er die Datensätze der verschiedenen Betriebe. „Für die betriebswirtschaftliche Berechnung wählte ich Daten von Höfen, deren Produktionsverfahren sowohl wirtschaftlich als auch pflanzenbaulich als repräsentativ für ein länderspezifisches Produktionssystem gilt“, sagt er.

Precision Farming gewinnt zunehmend an Bedeutung auf landwirtschaftlichen Betrieben. (Foto: Piepenbrock)

Die Ergebnisse

„Je mehr Unterschiede innerhalb einer Fläche bestehen, desto wirtschaftlicher wird die Teilflächenbewirtschaftung“, sagt Christoph. So könnten die Betriebe aus Australien mit hoher Variabilität in den Schlägen bei Weizen einen zusätzlichen Erlös von 7,73 € / t erwirtschaften. Zum Vergleich liegt er in der USA mit geringer Variabilität bei nur 5,75 € / t. Der geringere Betriebsmitteleinsatz und der höhere Ertrag machten sich somit bei Betrieben mit hoher Flächenvariabilität wirtschaftlich mehr bemerkbar. „Ein logarithmischer Verlauf des Zusammenhanges kann aber aufgrund einer zu geringen Betriebszahl nicht bestätigt werden“, vermutet Christoph.

Zusätzlich beobachtete er, dass die ertragsstarken Länder USA und Schweden eine deutlich höhere Steigerung der Erträge erzielten als beispielsweise Australien und Kanada. Bei zunehmenden Erträgen würden die erzielten Mehrerträge aus Precision Farming nahezu linear mit ansteigen. „Außerdem macht sich die prozentuale Ertragssteigung noch aus einem anderen Grund in den USA eher bemerkbar“, meint Christoph. „Landwirte bauen dort vor allem Mais und Soja an.“ Der Ertragseffekt sei bei der variablen Aussaat von Mais deutlich höher als beim Weizen.

Durch die teilflächenspezifische Bewirtschaftung entstehen neue Möglichkeiten, Produktionskosten einzusparen.

Christoph Rotter

Potenziale von Precision Farming

„In einigen Regionen Australiens und Kanadas ist die Anwenderquote aufgrund hoher Flächenausstattung bereits höher, als beispielsweise in Ländern wie Schweden“, meint Christoph. Seiner Meinung nach hätte Precision Farming auch in anderen Ländern hohe Entwicklungspotenziale.

Niedrige Gesamtkosten pro ha

„Durch die teilflächenspezifische Bewirtschaftung entstehen neue Möglichkeiten, Produktionskosten einzusparen“, sagt er. Landwirte hätten daher die Gelegenheit, höhere Unternehmergewinne zu erzielen. Seine Arbeit hat jedoch auch gezeigt, dass der betriebswirtschaftliche Erfolg von Precision Farming betriebsindividuell überprüft werden muss. „Ein Betrieb mit vorhandener Mechanisierung und Kenntnis der Variabilität im Schlag könnte den Schritt zum Precision Farming mit geringerem Risiko gehen“, sagt der Agraringenieur. „Ich denke, Precision Farming macht betriebswirtschaftlich nur dort Sinn, wo die Gesamtkosten pro ha gering sind.“ Das würde tendenziell eher bei flächenstarken Betrieben der Fall sein.

Christoph meint: „Neben höheren Erträgen und Betriebsmitteleinsparungen weist eine teilflächenspezifische Bewirtschaftung weitere Vorteile auf – eine bessere Lebensmittelsicherheit und positive Effekte auf die Umwelt.“ Häufig sind nach seiner Einschätzung diese Argumente den Landwirten wichtiger, als rein betriebswirtschaftliche Kennzahlen.