Energie Invest

PV-Anlagen schneller an Gewinnschwelle bringen free

PV-Anlagen amortisieren sich üblicherweise in acht bis 15 Jahren. Ein Berliner Start-up will das etwas anschieben. (Foto: Drießen)

Einmal abbezahlt, machen Photovoltaik-Anlagen erst richtig Freude. Das Berliner Start-up „Solytic“ setzt Software ein, um die Amortisierung der Anlagen schneller zu erreichen. Das Team sammelte jetzt einen siebenstelligen Millionenbetrag ein.

„Solytic“ startete im Herbst 2017 mit der Idee, die Überwachung von Photovoltaik-Anlagen (PV) zu digitalisieren. „Heute haben wir bereits über 100.000 PV-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von über zwei Gigawatt unter Vertrag“, sagt Mitgründer Johannes Burgard. Die Anzahl der betreuten Anlagen soll in den nächsten drei Jahren auf über eine Million gesteigert werden. Um das zu stemmen, konnte Solytic in dieser Woche eine erfolgreiche Finanzierungsrunde in siebenstelliger Höhe vermelden.

Solytic Gründer-Team (v. l. n. r.): Steffen Mangold, Johannes Burgard, Johannes Dahl, Konrad Perényi

Das Geld stammt laut Mitteilung vom schwedischen Energiekonzern Vattenfall, der im Jahr 2017 die Solytic-Gründung bereits begleitet hatte und 2018 schon 3 Mio. € nachlegte. Neben Vattenfall konnte Solytic das norddeutsche Energie- und Telekommunikationsunternehmen EWE gewinnen. Zusätzlich beteiligten sich einige Business Angels.

Amortisierung nicht erst nach 8 bis 15 Jahren

Konrad Perényi, ebenfalls Mitgründer von Solytic, hebt das Alleinstellungsmerkmal des Jungunternehmens hervor. Er sagt: „Wir sind das einzige Unternehmen, das in einer rein Software-basierten Lösung die Daten von PV-Anlagen nutzt, um durch eine optimierte Performance die Amortisation zu beschleunigen und damit schneller die Gewinnschwelle solcher Anlagen zu erreichen.“ Aktuell amortisieren sich PV-Anlagen nach durchschnittlich 8 bis 15 Jahren, rechnet das Start-up vor. Hier sieht das Team erhebliche und noch ungenutzte Potenziale. Klappen soll das dank einer künstlichen Intelligenz, die zum Beispiel die Schwachstellen einer Anlage frühzeitig erkennen soll und auch Wartungs- und Reparaturkosten senken soll.

Im Bereich Solar sehen wir deutliches Wachstumspotenzial.

Gunnar Groebler, Vattenfall

Im Zuge des Transformationsprozesses der Energiebranche wolle Vattenfall den Bereich der erneuerbaren Energien weiter ausbauen. „Im Bereich Solar sehen wir deutliches Wachstumspotenzial“, sagt Gunnar Groebler, Senior Vice President bei Vattenfall, um dann aber einzuschränken: „Der wirtschaftliche Erfolg hängt jedoch davon ab, erneuerbare Anlagen so kosteneffektiv wie möglich zu errichten und datengestützt zu betreiben.“ Daher das Investment in Solytic.

Hat dir der Beitrag gefallen?

Alle Meldungen, Beiträge und Reportagen liest du als f3-Mitglied. Jetzt anmelden und alle Vorteile sichern!

Mitglied werden