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Roboter: Von Spargel ernten bis Unkraut regulieren

Zahlreiche Unternehmen arbeiten an oder investieren in die Entwicklung von Agrar-Robotern. (Foto: Georges Schneider)

Melkautomaten könnten erst der Anfang sein: Zahlreiche Start-ups arbeiten an Robotern für die Landwirtschaft. Marktreif sind sie noch nicht. Das soll sich im Agro Innovation Lab ändern. In der "Robotic Challenge" wurden kürzlich sechs Agrar-Roboter vorgestellt.

„Es ist Zeit, sich auch in Deutschland und Österreich mit der Agrar-Robotik und ihren Einsatzgebieten auseinanderzusetzen. In bestimmten Teilbereichen der Landwirtschaft ist die Robotik bereits sehr weit." Das sagte der Geschäftsführer des Agro Innovation Labs (AIL), David Saad, kürzlich auf einem Feldversuch, auf dem sich sechs Roboter beweisen mussten. Sie sind Teil der ersten "Robotic Challenge" und haben nun bis September Zeit, sich mithilfe des Accelerators technisch weiterzuentwickeln und ihre Markteinführung vorzubereiten. Mitte September werden die Gewinner des Wettbewerbs gekürt. Sie haben dann die Chance auf eine spätere Vertriebskooperation oder ein Investment durch BayWa und RWA, die Initiatoren des AIL.

Anforderungen enorm hoch

Auch dieser Roboter soll automatisch Unkraut entfernen. (Foto: Georges Schneider)

Zahlreiche Start-ups auf der ganzen Welt arbeiten an Robotern für den Ernteeinsatz, die Unkrautbekämpfung sowie verwandte Themen in der Landwirtschaft beziehungsweise dem Gemüse- und Obstanbau. Das AIL allein hat in einem mehrwöchigen Screening 127 solcher Tech-Unternehmen identifiziert.

Die Idee: Bestimmte Teilaufgaben sollen durch den Einsatz von Robotern effizienter gestaltet werden. In der Praxis gestaltet sich der Einsatz jedoch schwierig, da die äußeren Einflüsse sich auf dem Feld ändern, die Größe und Form der zu erntenden Früchte variieren und die Früchte selbst sehr sensibel sind. Dazu kommt der Preisdruck. Sollen Roboter wirklich zum Einsatz kommen, müssten sie trotz hoher Anforderungen außerordentlich kostengünstig sein.

Bosch, Amazone, BASF und mehr

Das Rennen um die Entwicklung einsatzfähiger Agrar-Automaten ist nicht erst seit der Robotic Challenge eröffnet. So beteiligte sich etwa das Chemieunternehmen BASF im vergangenen Jahr am Schweizer Start-up "EcoRobotix", das an einem Roboter für Unkrautbekämpfung arbeitet. In Großbritannien investierten Hunderte von Landwirten eine halbe Million Pfund in die "Small Robot Company", deren Roboter bereits getestet werden. Und Experten des Fraunhofer IPK in Berlin untersuchen im EU-Projekt CATCH – kurz für »Cucumber Gathering – Green Field Experiments« – das Automatisierungspotenzial der Gurkenernte.

Weitere Roboter-Start-ups

Fast so groß wie ein Kleinwagen ist der Roboter des Bosch-Start-up Deepfield Robotics. (Foto: Deepfield Robotics)

Im Rahmen der AIL-Robotic Challenge wurden stehen diese sechs Start-ups im Finale:

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Melkautomaten könnten erst der Anfang sein: Zahlreiche Start-ups arbeiten an Robotern für die Landwirtschaft. Marktreif sind sie noch nicht. Das soll sich im Agro Innovation Lab ändern. In der „Robotic Challenge“ wurden kürzlich sechs Agrar-Roboter vorgestellt.

„Es ist Zeit, sich auch in Deutschland und Österreich mit der Agrar-Robotik und ihren Einsatzgebieten auseinanderzusetzen. In bestimmten Teilbereichen der Landwirtschaft ist die Robotik bereits sehr weit.“ Das sagte der Geschäftsführer des Agro Innovation Labs (AIL), David Saad, kürzlich auf einem Feldversuch, auf dem sich sechs Roboter beweisen mussten. Sie sind Teil der ersten „Robotic Challenge“ und haben nun bis September Zeit, sich mithilfe des Accelerators technisch weiterzuentwickeln und ihre Markteinführung vorzubereiten. Mitte September werden die Gewinner des Wettbewerbs gekürt. Sie haben dann die Chance auf eine spätere Vertriebskooperation oder ein Investment durch BayWa und RWA, die Initiatoren des AIL.

Anforderungen enorm hoch

Auch dieser Roboter soll automatisch Unkraut entfernen. (Foto: Georges Schneider)

Zahlreiche Start-ups auf der ganzen Welt arbeiten an Robotern für den Ernteeinsatz, die Unkrautbekämpfung sowie verwandte Themen in der Landwirtschaft beziehungsweise dem Gemüse- und Obstanbau. Das AIL allein hat in einem mehrwöchigen Screening 127 solcher Tech-Unternehmen identifiziert.

Die Idee: Bestimmte Teilaufgaben sollen durch den Einsatz von Robotern effizienter gestaltet werden. In der Praxis gestaltet sich der Einsatz jedoch schwierig, da die äußeren Einflüsse sich auf dem Feld ändern, die Größe und Form der zu erntenden Früchte variieren und die Früchte selbst sehr sensibel sind. Dazu kommt der Preisdruck. Sollen Roboter wirklich zum Einsatz kommen, müssten sie trotz hoher Anforderungen außerordentlich kostengünstig sein.

Bosch, BASF und mehr

Das Rennen um die Entwicklung einsatzfähiger Agrar-Automaten ist nicht erst seit der Robotic Challenge eröffnet. So beteiligte sich etwa das Chemieunternehmen BASF im vergangenen Jahr am Schweizer Start-up „EcoRobotix“, das an einem Roboter für Unkrautbekämpfung arbeitet. In Großbritannien investierten Hunderte von Landwirten eine halbe Million Pfund in die „Small Robot Company“, deren Roboter bereits getestet werden. Und Experten des Fraunhofer IPK in Berlin untersuchen im EU-Projekt CATCH – kurz für »Cucumber Gathering – Green Field Experiments« – das Automatisierungspotenzial der Gurkenernte.

Weitere Roboter-Start-ups

Fast so groß wie ein Kleinwagen ist der Roboter des Bosch-Start-up Deepfield Robotics. (Foto: Deepfield Robotics)

Im Rahmen der AIL-Robotic Challenge stehen diese sechs Start-ups im Finale:

  • Agrointelli, Dänemark: Agrointelli entwickelt einen autonomen und vielseitig einsetzbaren Geräteträger, an dem Maschinen zur Aussaat, Düngung, Unkrautregulierung und Ernte angebracht werden können. Damit bietet dieser Roboter Einsatzmöglichkeiten sowohl im Acker- als auch Gemüsebau.
  • Cerescon, Niederlande: Cerescon entwickelt einen Roboter für die Ernte von weißem Spargel. Der an einem Traktor angehängte Roboter erkennt mittels Sensoren den reifen Spargel an der Oberfläche. Der Spargel wird nach Erreichen einer entsprechenden Mindestgröße vom Roboter eigenständig geerntet, wobei er jeweils zwei bis drei Reihen parallel bearbeitet.
  • Deepfield Robotics, Deutschland: Das Bosch-Start-up Deepfield Robotics entwickelt Roboter, die Unkraut in Reihenkulturen autonom regulieren. Mittels Zugriffes auf 4,3 Mio. aufgenommene Bilder können die Roboter zwischen 35 verschiedenen Pflanzengattungen unterscheiden.
  • Mascor, FH Aachen, Deutschland: Mascor entwickelt einen Roboter zur selektiven Unkrautregulierung in Reihenkulturen beziehungsweise im Gemüseanbau. Er arbeitet auf Grundlage von elektro-physikalischen Prinzipien und kann bei jeglichen Wetterbedingungen und bei Nacht eingesetzt werden.
  • Saga Robotics, Norwegen: Saga Robotics entwickelt modulare Roboter zur UV-Behandlung gegen Mehltau sowie zur autonomen Ernte von Erdbeeren. Diese eignen sich zum Einsatz in Glas- und Folienhäusern sowie in Obstgärten und auf Ackerflächen.
  • Tensorfield, USA/Hong Kong: Tensorfield entwickelt autonome Roboter zur thermalen Unkrautregulierung in Reihenkulturen mittels Einsatzes von erhitztem Raps-Öl in Lebensmittelqualität. Sie arbeiten an der visuellen Erkennung von Gemüsepflanzen sowie einer Spezialisierung auf Spinat und Römersalat.