farm Wunschkonzert

Schweine an den Metzger vermarkten

Schweinehaltung
Den Schwerpunkt legt Felix Tillig auf die Direktvermarktung von Mastschweinen an Metzger und die Produktion von Zuchtschweinen für andere Betriebe. (Foto: Weidemann)

Dieser Artikel ist zuerst erschienen in SUS 1/2020.

„Die Leidenschaft für die Schweinezucht wurde mir von Kindesbeinen an durch meinen Großvater und meinen Vater mitgegeben. Zu DDR-Zeiten haben sie auf unserem Betrieb in Ebersbach Jungsauen zur Eigenremontierung produziert. Der Betrieb war einer LPG angegliedert. Als mit dem Fall der Mauer die staatlich kontrollierte Produktion endete, setzte mein Vater den Grundstein für unsere heutige Schweinehaltung. Er renovierte die Ställe, um zunächst im Nebenerwerb Schweine der Rasse Deutsches Edelschwein zu vermehren. Anfang der 2000er-Jahre wagte er mit dem Bau eines Aufzuchtstalles und der Aufstockung der Herde auf 100 Sauen den Schritt in den Vollerwerb.

Schweinehaltung
Felix Tillig (26) aus Ebersbach in Sachsen. (Foto: Werning)

Fremde Stallluft schnuppern

Für mich war immer klar, dass ich den Betrieb übernehmen möchte: Ich begann 2010 mit meiner dreijährigen Ausbildung zum Tierwirt. Darauf folgte ein Praxisjahr auf zwei Betrieben mit Sauen und Mastschweinen in der Nähe von Freiburg und Chemnitz. Auf letztgenannten Betrieb kehrte ich im Sommer 2016 nach meiner zweijährigen Technikerschule zurück, um für anderthalb Jahre die Anlage mit rund 500 Sauen und 3000 Mastschweinen zu leiten.

Imponiert hat mich in der Schweiz der Stellenwert, den das Tierwohl dort genießt.

Felix Tillig

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Felix Tillig betreibt Jungsauenvermehrung und mästet Schweine. Im Wunschkonzert erzählt er, worauf er bei der Schweinehaltung Wert legt und wie er seinen Betrieb für die Zukunft aufstellen möchte.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen in SUS 1/2020.

„Die Leidenschaft für die Schweinezucht wurde mir von Kindesbeinen an durch meinen Großvater und meinen Vater mitgegeben. Zu DDR-Zeiten haben sie auf unserem Betrieb in Ebersbach Jungsauen zur Eigenremontierung produziert. Der Betrieb war einer LPG angegliedert. Als mit dem Fall der Mauer die staatlich kontrollierte Produktion endete, setzte mein Vater den Grundstein für unsere heutige Schweinehaltung. Er renovierte die Ställe, um zunächst im Nebenerwerb Schweine der Rasse „Deutsches Edelschwein“ zu vermehren. Anfang der 2000er-Jahre wagte er mit dem Bau eines Aufzuchtstalles und der Aufstockung der Herde auf 100 Sauen den Schritt in den Vollerwerb.

Schweinehaltung
Felix Tillig (26) aus Ebersbach in Sachsen. (Foto: Werning)

Fremde Stallluft schnuppern

Für mich war immer klar, dass ich den Betrieb übernehmen möchte. Ich begann 2010 mit meiner dreijährigen Ausbildung zum Tierwirt. Darauf folgte ein Praxisjahr auf zwei Betrieben mit Sauen und Mastschweinen in der Nähe von Freiburg und Chemnitz. Auf letztgenanntem Betrieb kehrte ich im Sommer 2016 nach meiner zweijährigen Technikerschule zurück, um für anderthalb Jahre die Anlage mit rund 500 Sauen und 3000 Mastschweinen zu leiten.

Imponiert hat mich in der Schweiz der Stellenwert, den das Tierwohl dort genießt.

Felix Tillig

Danach hätte ich in den elterlichen Betrieb einsteigen können. Doch durch die Unsicherheit bezüglich zukünftiger Haltungsvorschriften, reifte in mir der Gedanke erst im Ausland weitere Erfahrungen zu sammeln. Zuhause setzen wir seit Längerem schweizerisches Genmaterial ein, wodurch sich schnell der Kontakt zu einem Schweizer Zuchtbetrieb ergab.

Erfahrungen aus der Schweiz

Imponiert hat mich in der Schweiz der Stellenwert, den das Tierwohl dort genießt. In Bezug auf die teils kastenstandlose Sauenhaltung, die Kastration unter Isofluran und den Kupierverzicht sind sie Pioniere. Auch wenn mein Vater und ich beide Sturköpfe sind und jeder gerne seine eigene Meinung vertritt, in diesem Punkt sind wir uns einig: Das Tierwohl steht in der Schweinehaltung an erster Stelle.

Ich habe in der Schweiz die Vor- und Nachteile von Bewegungsbuchten im Abferkelstall und der Besamung freilaufender Sauen kennen lernen dürfen. Auch die Kastration unter Isofluran kann ich jetzt einordnen. Und selbst wenn es mich Überwindung kostet mit einem Anästhetikum zu arbeiten und die Tiere gefühlt mehr Stress als vorher ausgesetzt werden, wird das wohl für uns ab 2021 die Alternative darstellen.

Darin werden wir den Tieren viel Platz, eine gute Buchtenstrukturierung und Teilspaltenboden anbieten.

Felix Tillig

Kooperation mit Metzger

Konkret geplant ist in den nächsten fünf Jahren die Ferkelschutzkörbe durch Bewegungsbuchten zu ersetzen. Kurzfristiger wollen wir den Ausbau unserer Mast angehen. Aktuell mästen wir jährlich wenige hundert Tiere, die wir bereits seit einigen Jahren an einen Metzger aus der Region vermarkten.

Da nun ein weiterer Metzger dazukommt, der mit einem Discounter zusammenarbeitet, werden wir in diesem Jahr einen Maststall für 350 Tiere bauen. Darin werden wir den Tieren viel Platz, eine gute Buchtenstrukturierung und Teilspaltenboden anbieten. Unser Betrieb soll sich dahin entwickeln, dass wir weiterhin hochqualitative Zuchttiere für andere Betriebe anbieten können. Und auf der anderen Seite alle unsere Mastschweine in die Metzgervermarktung gehen.“