digital farm Interview

Sensoren für die Landwirtschaft

Damit das Internet of Things künftig auch in der Landwirtschaft Einzug halten kann, braucht es Sensoren und Tracker. Janis Faltmann vertreibt sie. (Foto: scharfsinn86/stock.adobe.com)

Janis Faltmann baut ein Start-up auf, das Aktivitätstracker und Sensoren in die Landwirtschaft bringt. Der Markt für das Internet of Things (IoT) und auch das benötige Netz müssen erst noch wachsen. Aber der Jungunternehmer hat Geduld.

f3 - farm. food. future: Was genau macht Logic26? Was ist eure Geschäftsidee?

Janis Faltmann: Mein Kollege Julius Stein und ich entwickeln und vertreiben mit zwei weiteren Partnern low cost telematische Lösungen und Aktivitätstracker für Land- und Baumaschinen. Das heißt, unsere Sensoren können alle möglichen Aktivitäten von Maschinen erfassen und Daten daraus ziehen. Wir können zum Beispiel Betriebsstunden zählen, Stromflüsse, Bewegungen und Temperaturen messen und schauen, ob eine Maschine ein bestimmtes Geo-Fenster verlässt. Daraus erstellen wir dann Nutzungsprotokolle.

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Janis Faltmann baut ein Start-up auf, das Aktivitätstracker und Sensoren in die Landwirtschaft bringt. Der Markt für das Internet of Things (IoT) und auch das benötige Netz müssen erst noch wachsen. Aber der Jungunternehmer hat Geduld.

f3 – farm. food. future: Was genau macht Logic26? Was ist eure Geschäftsidee?

Janis Faltmann: Mein Kollege Julius Stein und ich entwickeln und vertreiben mit zwei weiteren Partnern low cost telematische Lösungen und Aktivitätstracker für Land- und Baumaschinen. Das heißt, unsere Sensoren können alle möglichen Aktivitäten von Maschinen erfassen und Daten daraus ziehen. Wir können zum Beispiel Betriebsstunden zählen, Stromflüsse, Bewegungen und Temperaturen messen und schauen, ob eine Maschine ein bestimmtes Geo-Fenster verlässt. Daraus erstellen wir dann Nutzungsprotokolle.

Janis Faltmann

f3: Wer sind eure Kunden?

Janis: Unsere Tracker könnten theoretisch an unzähligen Stellen auf einem Betrieb Daten sammeln, aus denen man dann die verschiedensten Dinge ablesen kann. Das macht unsere Kundschaft ziemlich variabel: Die genannten Geo-Fenster bieten Diebstahlschutz. Das ist natürlich etwas für den Landwirt, der Maschinen besitzt. Die Betriebsstundenerfassung interessiert Anbieter von Mietmaschinen oder Lohnunternehmer. Im Forstbereich ist es interessant, die beiden Features zu kombinieren: Wenn ich weiß, welche Maschinen wieviele Stunden in einem bestimmten Waldgebiet im Einsatz sind, erhalte ich erst den benötigten Überblick. Es gibt aber auch denkbare Einsatzgebiete für die Tracker an z.B. Kippern oder Silos, an denen sie Füllstände messen könnten. Das Internet of Things wird in der Landwirtschaft viele Einsatzmöglichkeiten haben.

f3: Das klingt nach einer ganzen Menge Zukunftsmusik. Was davon ist denn schon Realität und was nur Theorie?

Janis: Die GPS-Tracker und Sensoren sind fertig entwickelt und eine Internetplattform, auf der die Daten zusammenlaufen, gibt es auch. Die meisten Tracker laufen allerdings noch im Testbetrieb. Anfang 2018 sind wir langsam angefangen, sie zu vertreiben. Zu Beginn traten aber noch zahlreiche Probleme auf, die wir erst im Einsatz entdeckt und dann gelöst haben. Jetzt gilt es, sinnvolle Einsatzgebiete für die Sensoren zu finden und sie daraufhin zu optimieren. Aber wir wollen mit dem Markt wachsen. Wenn die Nachfrage kommt, passen wir die Sensoren darauf an. Die Basis ist da.

Keine große Sache: Die Sensoren sind einsatzbereit. Sie können nicht nur Aktivitäten tracken. (Foto: Piepenbrock) 

f3: Eure Sensoren brauchen keine Internetverbindung, sondern nutzen ein spezielles Schmalbandnetz. Worum handelt es sich dabei?

Janis: Wir arbeiten mit dem französischen Unternehmen Sigfox zusammen, das in Deutschland derzeit ein eigenes Funknetz nur für die Übertragung von Sensordaten aufbaut. Dabei werden nämlich immer nur niedrige Übertragungsraten benötigt, die kein Mobilfunknetz brauchen. So wie bei einem Garagentor, dass ich ja auch ohne Handynetz per Fernbedienung öffnen kann. Auf der Plattform von Sigfox laufen auch unsere erfassten Daten zusammen.

trecker.com: Erstmal kein Plan von Landwirtschaft free

Allerdings gibt es derzeit noch weiße Flecken auf der Sigfox-Karte, gerade in Mitteldeutschland. Die Abdeckung ist noch nicht perfekt, deshalb gehen wir nicht nur auf Kundensuche für unsere Sensoren, sondern halten parallel immer die Augen auf nach Interessierten, die vielleicht eine Antenne bei sich aufstellen wollen.

f3: Wie geht es weiter?

Janis: Ich absolviere jetzt erstmal parallel zum Tagesgeschäft meinen Master in Agricultural Technology and Innovation an der Royal Agricultural University in Großbritannien. Die Zeit dort werde ich nutzen, um das Thema Sigfox in der Landwirtschaft auch akademisch aufzuarbeiten. Partner suchen und Akquise machen kann ich auch von dort und der britische Markt bietet ebenfalls noch viel Potenzial.