digital food

Sie schwärmen aus…

Mitglieder und Erzeuger zusammenbringen
Online kaufen, offline treffen: 20 Erzeuger und Landwirte aus der Region gehören zum neu eröffneten „Schwarm" in Dresden. (Foto: Amac Garbe | www.amacgarbe.de)

Was wie eine Genossenschaft organisiert ist, bezeichnet sich selbst als Social Start-up. Das Konzept von Marktschwärmer ist dezentral aufgebaut. Ein sogenannter Gastgeber organisiert in seiner Gemeinde, seiner Stadt oder seinem Stadtteil einen Wochenmarkt. Der Zusammenschluss aus Gastgeber, Erzeugern und Käufern nennt sich Schwarm.

Das Ziel von Marktschwärmer ist es, möglichst viele Schwärmereien in Deutschland ins Leben zu rufen und Erzeuger und Käufer zusammenzubringen, möglichst ohne Bürokratie und lästige Zwischenhändler. Soweit das Konzept der Direktvermarktung, so bekannt.

Online kaufen, offline abholen

„Jeder Schwarm veranstaltet einmal die Woche einen Markttag, der ganz klassisch funktioniert, nur, dass an dem Tag kein Bargeld mehr ausgetauscht wird“, beschreibt Volker Zepperitz, einer von vier festangestellten Mitarbeitern, den Ansatz der Marktschwärmer. Die Käufer müssen registrierte Mitglieder sein und erfahren via Email-Newsletter, wenn ein neuer Onlineverkauf eröffnet wurde.

Jeder Schwarm veranstaltet einmal die Woche einen Markttag, der ganz klassisch funktioniert, nur, dass an dem Tag kein Bargeld mehr ausgetauscht wird

Volker Zepperitz

Das Produktsortiment kann von Saison zu Saison, aber auch von Woche zu Woche unterschiedlich sein: „Im Herbst kann der Gemüsebauer zum Beispiel Kürbis anbieten, zur Weihnachtszeit kann es dann wieder etwas anderes sein.“ Die Erzeuger entscheiden selbst, welche Produkte sie wann anbieten und welche Preise sie verlangen.

Kein Austausch von Bargeld, keine Marktgenehmigung

Bis anderthalb Tage vor dem eigentlichen Markttag sollen die Mitglieder online einkaufen. „So haben die Erzeuger Zeit, ihre Produkte herzustellen und vorzuplanen. Sie wissen schon vor dem Markttag, was sie einnehmen werden“, beschreibt Volker die Vorteile für die Erzeuger. Weil am Markttag kein Bargeld mehr ausgetauscht wird, brauchen die Schwärmereien keine Marktgenehmigung. Der Gastgeber kümmert sich um die Räumlichkeit. Das kann ein Café, eine Schulaula oder eine alte Lagerhalle sein.

Marktschwärmer organisieren lokale Wochenmärkte
Fanny Schiel ist Gastgeberin der Schwärmerei in Dresden und bringt Erzeuger und Käufer zusammen. (Foto: (Amac Garbe | www.amacgarbe.de)

Zehn bis 15 Tage nach dem Onlineeinkauf erhält der Erzeuger sein Geld. Vom Endpreis gehen 10 % an Marktschwärmer, weitere 8,35 % von jedem verkauften Produkt erhält der Gastgeber. Die Umrechnung und Ausrechnung geschieht automatisch mit dem E-Wallet MangoPay, ein Start-up, das Transaktionen zwischen den Empfängern aufteilt und den Gewinn verrechnet.

Jetzt f3 Mitglied werden und direkt weiterlesen

Als f3-Mitglied erhälst du täglich Meldungen, Beiträge und Reportagen zu Innovationen und Start-ups aus den "grünen" Bereichen und wirst Teil des neuen Gründer-Netzwerks.

mehr Informationen bekommst du hier

„Marktschwärmer“ ist eine digitale Plattform zur Direktvermarktung, auf der Landwirte und Erzeuger Milchprodukte, Gemüse oder Fleisch anbieten. Die Kunden kaufen und zahlen online, holen die Produkte aber offline“ am Markttag ab.

Marktschwärmer bietet Erzeugern eine digitale Plattform für den Verkauf ihrer Produkte. Die Kunden sind registrierte Mitglieder und, je nach Wohnort, einer Erzeugergemeinschaft zugehörig. Der Zusammenschluss zwischen Erzeugern und Kunden wird von einem Gastgeber organisiert. Er nennt sich „Schwarm“. Die Mitglieder kaufen über die Plattform bei Erzeugern ein und holen die Produkte am Markttag ab.

Online kaufen, offline abholen

Unter dem Motto „Bauer to the people“ (#bauertothepeople) möchte Marktschwärmer Erzeuger und Konsumenten ohne Zwischenhändler und viel Bürokratie zusammenbringen. Dafür setzt das Start-up auf eine dezentrale Struktur mit möglichst vielen Schwärmereien in Deutschland. Der Ansatz ähnelt der Organisation in einer Genossenschaft. Was also ist neu?

„Jeder Schwarm veranstaltet einmal die Woche einen Markttag, der ganz klassisch funktioniert, nur, dass an dem Tag kein Bargeld mehr ausgetauscht wird“, beschreibt Volker Zepperitz, einer von vier festangestellten Mitarbeitern, den Ansatz der Marktschwärmer. Die Kunden erfahren via E-Mail-Newsletter, wenn ein neuer Online-Verkauf eröffnet wurde.

Jeder Schwarm veranstaltet einmal die Woche einen Markttag, der ganz klassisch funktioniert, nur, dass an dem Tag kein Bargeld mehr ausgetauscht wird.

Volker Zepperitz

Das Produktsortiment kann von Saison zu Saison, aber auch von Woche zu Woche unterschiedlich sein: „Im Herbst kann der Gemüsebauer zum Beispiel Kürbis anbieten. Zur Weihnachtszeit kann es dann wieder etwas anderes sein.“ Die Erzeuger entscheiden selbst, welche Produkte sie wann anbieten. Auch die Preise legen sie selbst fest.

Kein Austausch von Bargeld, keine Marktgenehmigung

Bis anderthalb Tage vor dem eigentlichen Markttag sollen die Mitglieder online einkaufen. „So haben die Erzeuger Zeit, ihre Produkte herzustellen und vorzuplanen. Sie wissen schon vor dem Markttag, was sie einnehmen werden“, beschreibt Volker die Vorteile für die Erzeuger. Weil am Markttag kein Bargeld mehr ausgetauscht wird, brauchen die Schwärmereien keine Marktgenehmigung. Der Gastgeber kümmert sich um die Räumlichkeit. Das kann ein Café, eine Schulaula oder eine alte Lagerhalle sein.

Marktschwärmer organisieren lokale Wochenmärkte
Fanny Schiel ist Gastgeberin der Schwärmerei in Dresden und bringt Erzeuger und Kunden zusammen. (Foto: (Amac Garbe | www.amacgarbe.de)

Zehn bis 15 Tage nach dem Online-Einkauf erhält der Erzeuger sein Geld. Vom Endpreis gehen 10 % an Marktschwärmer, weitere 8,35 % von jedem verkauften Produkt erhält der Gastgeber. Die Umrechnung und Ausrechnung geschieht automatisch mit dem E-Wallet „MangoPay“ – ein Start-up, das Transaktionen zwischen den Empfängern aufteilt und den Gewinn verrechnet.

Da die Online-Verkäufe der lokalen Schwärmereien auf der Plattform abgewickelt werden, stehen den Marktschwärmern auch Absatzzahlen zur Verfügung. Die Daten werden nach eigenen Angaben zur internen Auswertung genutzt, um beispielsweise das Produktangebot zu überprüfen. Die 10% des Umsatzes, die die Erzeuger an Marktschwärmer abgeben, nutzt das Start-up für Marketing und Medienarbeit.

Zehn bis 15 Erzeuger in einem Schwarm

Die Erzeuger stellen ihre Lebensmittel mit Bildern und Produktbeschreibungen selbst online ein. Dies vereinfacht Marktschwärmer durch eine intuitive Plattform. Wer noch nie einen Online-Shop gesehen hat, den stellt die Pflege laut Volker aber vor Herausforderungen: „Eine gewisse Vorerfahrung in der Nutzung von Plattformen sollte der Erzeuger schon haben“. Verkauft sich ein Produkt nicht gut, liegt es nicht selten auch an der unpassenden Darstellung, dem Bild oder Fehlern in der Produktbeschreibung.

Eine gewisse Vorerfahrung in der Nutzung von Plattformen sollte der Erzeuger schon haben.

Volker Zepperitz

Der Gastgeber soll den Erzeugern bei der Online-Präsentation helfen. Er ist der Ansprechpartner und Vermittler zwischen Mitgliedern und Erzeugern und hat den Schwarm aufgebaut. In der Regel stehen auf den Märkten zehn bis 15 Erzeuger. „Je größer die Auswahl der gebotenen Produkte und je größer der Markt, desto interessanter wird es natürlich für die Käufer“, beschreibt Zepperitz den Ansatz.

Sechs Erzeuger sollten mindestens vorhanden sein, um einen Schwarm zu eröffnen und ein Grundangebot an Gemüse, Molkereiprodukten, Fleisch und Backwaren bereitzustellen.  Um einen Schwarm offiziell zu machen, braucht es außerdem 150 Mitglieder.

Ohne Gastgeber läuft nichts

Marktschwärmer hat in Deutschland derzeit 55 Schwärmereien in zehn Bundesländern. 47 sind derzeit im Aufbau. „In Berlin haben wir zum Beispiel 13 Schwärmereien. In Kiel gibt es nur eine Schwärmerei auf 400.000 Einwohner“, beschreibt Volker die Struktur.

Im Idealfall soll der Erzeuger vom Käufer nicht weiter als 30 Kilometer entfernt liegen. In der Regel sind die Wege dann doch länger. Bis 80 Kilometer lohne sich, so Zepperitz, die Fahrt für den Erzeuger noch. Dann rechnet sie sich nicht mehr. Es gibt Regionen wie Sachsen und das Rheinland, in denen es viele aktive Gastgeber gibt. In Frankfurt gibt es beispielsweise noch keine Schwärmerei. „Da sind wir sehr abhängig vom Engagement neuer Gastgeber“, sagt Volker.

Wir sind sehr abhängig vom Engagement neuer Gastgeber.

Volker Zepperitz

Ohne engagierte Gastgeber, die Organisationstalent und ein Netzwerk mitbringen, läuft bei den Marktschwärmern nichts. „Die Gastgeber sind der Dreh- und Angelpunkt zwischen uns vier in der Zentrale und dem Schwarm. Wir versuchen die Gastgeber zu unterstützen und zu schulen. Aber vor allem am Anfang ist sehr viel Selbstinitiative von ihnen gefragt“, beschreibt Volker.