digital Gründerwerkstatt

So digital ist die Landwirtschaft im Norden free

Beim Branchenforum LandTechnikDigital drehte sich alles um digitale Innovationen in der Landwirtschaft. Ein Nachbericht. (Foto: Timo Wilke)

Bereits zum fünften Mal fand kürzlich das Branchenforum LandTechnikDigital statt. An zwei Tagen drehte sich alles um digitale Innovationen und mutige Ideen für die Landwirtschaft.

Den Auftakt des Branchenforums LandTechnikDigital machten die Veranstalter von Traser Software bereits am 11. September mit dem Zukunftsförderer-Event im Kieler Atlantic Hotel. Im Rahmen des Netzwerkabends wurden drei Gänge und zwei innovative Impulse kredenzt. Gp-Joule-Gründer Ove Petersen berichtete von seinem Werdegang vom Landwirt zum efarmer und machte mit seiner Geschichte Mut, Neues zu schaffen. „Wir werden immer wieder etwas Schlaueres finden“, lautete seine Botschaft.

Wie neue Technologien Arbeit verändern und optimieren, präsentierte Katrin Hamann von PwC Deutschland anhand von Robotic Process Automation (RPA) – einer Technologie, die wiederkehrende Büroprozesse automatisiert. Der Abend wurde von den diesjährigen Partnern technikboerse.com, traktorpool, Granit Parts und Portal Systems unterstützt.

Im Rahmen des Netzwerkabends wurden drei Gänge und zwei innovative Impulse kredenzt (Foto: Timo Wilke)

Kuhdo und Naiture als Start-ups am Start

Am 12. September stellten die Veranstalter wieder ein Programm aus Technologie- und Führungsthemen auf die Beine. Gut 120 Gäste aus der Landwirtschaft und der Landtechnik widmeten sich einen Tag lang digitalen Branchenthemen.

Highlights waren etwa die Keynote von Dr. Steffi Burkhart, Expertin und Sprachrohr der Generation Y. Sie stellte aus der Perspektive der Millennials dar, inwieweit sich Spielregeln und Mindsets im digitalen Zeitalter verändern und was das für Arbeit, Führung, Rekrutierung und Unternehmenskultur bedeutet. Anschließend standen drei digitale Könner der Millennial-Generation im Rampenlicht. Mit KUHdo und Naiture präsentierten sich zwei schleswig-holsteinische Agrar-Start-ups.

Kuhdo-Gründer Frederic Karnath (links) zeigte seine Milchpreissicherungs-App. Auch der Feldroboter „Bonirob“ konnte begutachtet werden. (Fotos: Timo Wilke)

Viele digitale Beispiele

KUHdo entwickelt Web-Apps für die börsliche Milchpreissicherung und hat damit einen praktischen Gehilfen für Landwirte geschaffen. Naiture bringt einen Jäteroboter auf den Markt, der mithilfe neuester Technologien chemiefreies Unkrautjäten ermöglicht. Der Roboter befindet sich bereits auf dem Testfeld. Anschließend lud Christoph Kumnick zu einer rasanten Reise in die App-Entwicklung ein, um den Unternehmern zu zeigen, was bei der App-Entwicklung wirklich wichtig ist.

Es folgte ein kleiner Exkurs in die Baumaschinenbranche. Gezeigt wurden die Fortschritte des Kooperationsprojekts von Lindig Fördertechnik, Lift Holding und Baxxler, das unter Einsatz von Blockchain-Technologie digitale Maschinenzwillinge erstellt und für sämtliche Projektbeteiligten dezentral zur Verfügung stellt. Ferne wurde an einem Hightech-Schlepper von Claas Bordesholm HoloLens-Szenarien für die Landtechnik und die Anwendung von digitalen Zwillingen demonstriert.

Bremser und Treiber der Digitalisierung

Weiter ging es mit einer sogenannten Fishbowl-Runde, in der Gäste und Publikum über Status, Bremser und Treiber der Digitalisierung diskutierten. Thomas Rehberg, Westdeutscher Handwerkskammertag, Stephan Gersteuer, Bauernverband Schleswig-Holstein, Dr. Wolfgang Köllner, Agravis Technik Holding und Dr. Steffi Burkhart nahmen digitale Themen unter die Lupe. Auch hier zeigte sich deutlich, dass es bei Digitalisierung um weit mehr als nur die zugehörigen Technologien geht.

Wir sollten den landwirtschaftlichen Betrieb virtuell nachbauen und nicht weiterhin mit Insellösungen arbeiten.

Stephan Gersteuer

Die Gäste hatten Themen wie Leadership, Kompetenzentwicklung und Unternehmenskultur am Wickel. Gersteuer forderte zu mehr Bewegung auf: „Wir sind weiter als vor 20 Jahren, aber es wäre ja auch schlimm, wenn nicht! Trotzdem finde ich nicht, dass wir gut davor sind. Wir ruhen uns zu sehr auf unseren Lorbeeren aus. Wir sind auch in den Köpfen noch nicht weit genug.“ Seine Vision: „Wir sollten den landwirtschaftlichen Betrieb virtuell nachbauen und nicht weiterhin mit Insellösungen arbeiten. Wir brauchen das eine System, das die Landwirtschaft mit ihren Unterschieden optimal abbildet.“

Eine Akademie für 2020

Veranstalter Torben Weber zeigte sich zufrieden mit der fünften Ausgabe des Branchenforums: „Wir verstehen uns als Digitalisierungspartner der Branche. Deshalb ist es für uns enorm wichtig, den Austausch zu fördern. Auch neue Pläne gibt es schon. So soll es 2020 neben dem Branchenforum eine LandTechnikDigital-Akademie geben, um sich intensiviert einzelnen Digital-Themen zu widmen.

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