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So werden (digitale) Agrar-Start-ups gefördert

Welche Fördermöglichkeiten gibt es für Agrar-Start-ups? Hier gibt es erste Tipps. Ein Event am 10. September hält noch mehr bereit. (Foto: B. Lütke Hockenbeck)

Welche Förderprogramme gibt es für Start-ups aus der Landwirtschaft? Wie können Gründerteams sie in Anspruch nehmen? Darum geht es unter anderem am 10. September beim Event "KI im Agrarbereich". Wir haben vorab mit einer Speakerin der Veranstaltung gesprochen: Dr. Stefanie Grade vom Green Start-up Sonderprogramm.

Gemeinsam mit dem Seedhouse Osnabrück veranstaltet das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Lingen am 10. September eine Online-Veranstaltung zum Thema "Künstliche Intelligenz im Agrarbereich". Zu Gast sind drei Start-ups aus dem Agrarsektor, die ihre Erfahrungen vor, während und nach der Gründung teilen. Außerdem sind Förderer und Förderinnen zu Gast, die vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten aufzeigen und Gründerteams die Frage beantworten: "Ist mein Start-up förderfähig".

Programm

  • 10. September 2020, 14 bis 15:45 Uhr
  • Begrüßung: Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Lingen
  • KI & Agrar, Tim Siebert, Startup-Manager (Seedhouse Osnabrück)
  • Startup-Pitches: Jens Varnskuehler (Seedalive, Osnabrück), Robin Mink (SAM-Dimension, Stuttgart), Benjamin Littau (Trilitec, Osterholz-Scharmbeck)
  • Vorstellung von Fördermöglichkeiten: Dr. Stefan Stiene (DFKI), Dr. Stefanie Grande (DBU), Dr. Benjamin Kowalski (Netzwerk EIP-Agri)
  • Moderierte Diskussion zum Thema „Fördermöglichkeiten für Start-ups“
  • Hier gehts zur Anmeldung

f3 hat vorab mit Dr. Stefanie Grade, vom Green Start-up Sonderprogramm der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gesprochen. Das Programm wurde im April 2019 initiiert, um Start-ups zu fördern, die auf innovative Weise Lösungen für Umwelt, Ökologie und Nachhaltigkeit mit dem Schwerpunkt Digitalisierung verbinden. Mittlerweile werden bereits mehr als 20 Start-ups mit jeweils rund 125.000 € gefördert.


Interview: Förderprogramme Agrar-Start-ups

Dr. Stefanie Grade koordiniert das Green Start-up Sonderprogramm der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. (Foto: Grade)

f3 - farm. food. future: Frau Dr. Grade, welche Fördermöglichkeiten stehen Start-ups in der Landwirtschaft zur Verfügung?

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Welche Förderprogramme gibt es für Start-ups aus der Landwirtschaft? Wie können Gründerteams sie in Anspruch nehmen? Darum geht es unter anderem am 10. September beim Event „KI im Agrarbereich“. Wir haben vorab mit einer Speakerin der Veranstaltung gesprochen: Dr. Stefanie Grade vom Green Start-up Sonderprogramm.

Gemeinsam mit dem Seedhouse Osnabrück veranstaltet das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Lingen am 10. September eine Online-Veranstaltung zum Thema „Künstliche Intelligenz im Agrarbereich„. Zu Gast sind drei Start-ups aus dem Agrarsektor, die ihre Erfahrungen vor, während und nach der Gründung teilen. Außerdem sind Förderer und Förderinnen zu Gast, die vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten aufzeigen und Gründerteams die Frage beantworten: „Ist mein Start-up förderfähig“.

Programm

  • 10. September 2020, 14 bis 15:45 Uhr
  • Begrüßung: Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Lingen
  • KI & Agrar, Tim Siebert, Startup-Manager (Seedhouse Osnabrück)
  • Startup-Pitches: Jens Varnskuehler (Seedalive, Osnabrück), Robin Mink (SAM-Dimension, Stuttgart), Benjamin Littau (Trilitec, Osterholz-Scharmbeck)
  • Vorstellung von Fördermöglichkeiten: Dr. Stefan Stiene (DFKI), Dr. Stefanie Grande (DBU), Dr. Benjamin Kowalski (Netzwerk EIP-Agri)
  • Moderierte Diskussion zum Thema „Fördermöglichkeiten für Start-ups“
  • Hier gehts zur Anmeldung

f3 hat vorab mit Dr. Stefanie Grade, vom Green Start-up Sonderprogramm der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gesprochen. Das Programm wurde im April 2019 initiiert, um Start-ups zu fördern, die auf innovative Weise Lösungen für Umwelt, Ökologie und Nachhaltigkeit mit dem Schwerpunkt Digitalisierung verbinden. Mittlerweile werden bereits mehr als 20 Start-ups mit jeweils rund 125.000 € gefördert.


Interview: Förderprogramme Agrar-Start-ups

Dr. Stefanie Grade koordiniert das Green Start-up Sonderprogramm der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. (Foto: Grade)

f3 – farm. food. future: Frau Dr. Grade, welche Fördermöglichkeiten stehen Start-ups in der Landwirtschaft zur Verfügung?

Dr. Stefanie Grade: Es gibt eine Vielzahl an Fördermöglichkeiten, die von Start-ups in der sogenannten Seed-Phase in Anspruch genommen werden können. Viele Bundesländer bieten spezifische, branchenübergreifende Programme für Start-ups sowie kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) an.

Es spielt bei der Wahl der Fördermöglichkeit eine Rolle, welchen Hintergrund die Gründerinnen und Gründer haben und welchen Schwerpunkt das Geschäftsmodell des Start-ups hat. Laut dem Deutschen Start-up Monitor 2019  haben 4 von 5 Gründerinnen und Gründern einen Hochschulabschluss. Die ersten Anlaufstellen sind also häufig in den Hochschulen oder Forschungszentren anzutreffen, wo zum Thema Förderung beraten wird. 8 der 22 Start-ups, die bei uns im Green Start-up Sonderprogramm gefördert werden, hatten zuvor ein EXIST-Gründerstipendium. Andere konnten schon von einer Investition über das INVEST-Programm profitieren.

Förderprogramme des Bundes

Dr. Stefanie Grade: Start-ups, die im Agrarbereich tätig sind, können sich um Fördermittel des Bundes bemühen. Hier richtete sich zuletzt im April eine Bekanntmachung des Bundesministeriums  für Ernährung und Landwirtschaft explizit an Start-ups, die Künstliche Intelligenz in der Landwirtschaft einsetzen wollen (f3 berichtete). Solche Fördermittel werden regelmäßig auf der Seite der Förderberatung des Bundes bekanntgegeben. Außerdem wurde die Deutsche Innovationspartnerschaft Agrar (DIP) von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ins Leben gerufen, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Innovationskraft der deutschen Landwirtschaft im Sinne einer nachhaltigen Bewirtschaftung zu verbessern.

Förderprogramme für Tech-Start-ups

Dr. Stefanie Grade: Stark technologiegetriebene Start-ups können sich beim High-Tech Gründerfonds mit ihrem Pitch-Deck bewerben. Es gibt Acceleratoren wie das Seedhouse in Osnabrück oder die Growth Alliance, die sich gezielt an Start-ups im Agrarbereich richten. Start-ups, die nachhaltige Geschäftsmodelle mit hohem Umweltentlastungspotential verfolgen, können sich bei uns im Green Start-up Sonderprogramm bewerben oder bei EIT Climate-KIC. Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde der diesjährige Start-Green Award des Borderstep Instituts für Innovation und Nachhaltigkeit leider abgesagt, wo sonst auch Agrar-Start-ups angetreten sind. Zudem ist natürlich die KfW-Bank zu nennen, die Gründerinnen und Gründer mit unterschiedlichen Förderprodukten unterstützt.

Spannend wird die Anschlussfinanzierung in der Start-up-Phase.

Dr. Stefanie Grade

Spannend wird dann die Anschlussfinanzierung in der Start-up Phase. Laut dem EY-Start-up-Barometer vom Juli 2020 ist im ersten Halbjahr 2019 ein Investitionskapital in Höhe von 89 Millionen Euro in den AgTech-Bereich geflossen. Im ersten Halbjahr 2020 waren es hingegen nur 5 Millionen Euro.  Das private Investitionskapital ist im Agrarbereich im Vergleich zu anderen Branchen sehr viel geringer, umso wichtiger sind also andere Finanzierungswege.

Bewertungskriterien erfüllen

Die KfW Bankengruppe gründet „KfW Capital“. Rund 200 Mio. Euro sollen pro Jahr in junge Tech-Start-ups investiert werden. (Foto: B. Lütke Hockenbeck)

f3: Was müssen Gründerinnen und Gründer beachten, wenn sie sich um Fördermittel bemühen?

Dr. Stefanie Grade: Die Fördermittelgeber haben unterschiedliche Anforderungen an die Unterlagen, die bei der Beantragung der Fördermittel eingereicht werden müssen. Hier sollten sich die Antragstellenden vorab erkundigen, welche Informationen geliefert werden müssen.

Im Green Start-up Sonderprogramm werden die Start-ups hinsichtlich der untenstehenden Kriterien bewertet. Viele der Kriterien werden die Start-ups so oder so ähnlich in anderen Programmen wiederfinden.

  • Trägt das Geschäftsmodell zur Umweltentlastung bei?
  • Wie nachhaltig ist das Unternehmen aufgestellt, welche Ziele werden im Sinne der Sustainable Development Goals (SDG) verfolgt?
  • Welchen gesellschaftlichen Mehrwert hat das Geschäftskonzept?
  • Welche Innovationshöhe wird erreicht, und was ist das Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens (USP)?
  • Ist das Geschäftskonzept  wirtschaftliche tragfähig, skaliert es und wie ist das Marktpotential?
  • Wie steht es um die persönliche Eignung der Antragstellenden, können diese das geplante Konzept umsetzen?

Agrar hat besondere Anforderungen

f3: Funktioniert die Finanzierung von Agrar-Start-ups anders als die von Start-ups in anderen Bereichen?

Dr. Stefanie Grade: Ja, das ist sicherlich so. Es gibt wenige Investoren, die auf den Agrar-Bereich spezialisiert sind. Die Entwicklungsdauer für Innovationen im Agrarbereich  ist teilweise sehr lang. Wenn Start-ups mit Pflanzen arbeiten, müssen diese natürlich erst einmal wachsen. Deswegen sehen wir im Bereich des Indoor bzw. Vertical Farmings, wo Pflanzen in klimatisierten Räumen oder Schränken unter Kunstlicht unabhängig von Wettereinflüssen kultiviert werden, die schnellsten Entwicklungen und auch eine höhere Investitionsbereitschaft (siehe die Investition von 100  Millionen Euro in das Start-up Infarm). 

Sobald im Freiland angebaut wird, sind die Start-ups darauf angewiesen, Versuchsflächen nutzen zu können, und dann an die natürlichen Vegetationsperioden gebunden. Mit den Extremwetterereignissen der   vergangenen Jahre und den strengeren gesetzlichen Auflagen bezüglich der Düngemittelausbringung und des Pestizideinsatzes gibt es sicherlich viele spannende Fragestellungen, die Landwirte gemeinsam mit Agrar-Start-ups lösen imstande sind. Intelligente Systeme könnten in Zukunft die Landwirte bei der Optimierung des Anbaus unterstützen. Deswegen ist es wichtig, dass Fördermittel in diesem Bereich auch für längere Kooperationen bereitgestellt werden.


Fragen zur Veranstaltung

Fragen zur Veranstaltung beantwortet Sarah Rupp, Tel.: +49 541 969 7002, E-Mail: s.rupp@hs-osnabrueck.de