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Ernst & Young Studie sieht Start-ups als Antreiber im Agribusiness

Start-ups haben Interesse am Agribusiness und lassen neue Ideen sprießen, die Rahmenbedingungen für Gründer haben aber noch Luft nach oben. (Foto: Pixabay; Mazumder)

Die digitale Transformation und Start-ups werden das Agribusiness grundlegend verändern, prognostiziert die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young in ihrem Konjunkturbarometer Agribusiness 2019. Die Stärke des Agribusiness werde häufig unterschätzt.

Smart Farming, Farm-Management-Systeme, Vertical Farming: Innovative Geschäftsmodelle verändern das Agribusiness. Die Digitalisierung hilft dabei und schreitet mit einem enormen Tempo voran, analysiert eine aktuelle Studie von Ernst & Young (E&Y) in Zusammenarbeit mit der Georg-August-Universität Göttingen und der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- & Ernährungswirtschaft e.V. Auch in Deutschland entwickele sich so langsam eine AgTech-Start-up-Szene. Etablierte Unternehmen haben ein großes Interesse, in die neuen Player zu investieren. Geldgeber sind auf der Suche nach alternativen Geschäftsmodellen, und stoßen häufig auf Start-ups, die auf neuen Märkten mit weniger Wettbewerbsdruck und höheren Renditen agieren.

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Die digitale Transformation und Start-ups werden das Agribusiness grundlegend verändern, prognostiziert die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young in ihrem Konjunkturbarometer Agribusiness 2019. Die Stärke des Agribusiness werde häufig unterschätzt.

Smart Farming, Farm-Management-Systeme, Vertical Farming: Innovative Geschäftsmodelle verändern das Agribusiness. Die Digitalisierung hilft dabei und schreitet mit einem enormen Tempo voran, analysiert eine aktuelle Studie von Ernst & Young (E&Y) in Zusammenarbeit mit der Georg-August-Universität Göttingen und der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- & Ernährungswirtschaft e.V. Auch in Deutschland entwickele sich so langsam eine AgTech-Start-up-Szene. Etablierte Unternehmen haben ein großes Interesse, in die neuen Player zu investieren. Geldgeber sind auf der Suche nach alternativen Geschäftsmodellen, und stoßen häufig auf Start-ups, die auf neuen Märkten mit weniger Wettbewerbsdruck und höheren Renditen agieren.

Da die Digitalisierung rasant voranschreitet, darf nach unserer Überzeugung das deutsche Agribusiness hier nicht den Anschluss verlieren.

Konjunkturbarometer Agribusiness in Deutschland 2019

Der aktuelle Start-up-Barometer von E&Y bekräftigt: Allein 2018 wurden 29 Millionen Euro in deutsche Start-ups aus dem AgTech-Bereich investiert. Dies sind fast drei mal soviel wie im Jahr 2017, wo es nur 11 Millionen Euro waren. Eine bemerkenswerte Steigerung- hingegen verglichen mit den USA, wo es 2017 10 Milliarden US Dollar waren, ist es noch ein gewaltiger Unterschied. Dies lässt auch erahnen, dass es in Zukunft ein großes Wachstumspotential in der deutschen Ag-Tech-Szene besteht.

„Noch Luft nach oben“

Deutschland darf den Anschluss nicht verlieren. Geht es nach den Autoren des Konjunkturbarometers gibt es aber „noch Luft nach oben“ – und zwar bei den Rahmenbedingungen für Gründer. Besonders wichtig seien die Entbürokratisierung von Unternehmensgründungen und Förderprogrammen sowie die Verbesserung der Finanzierungsmöglichkeiten. Interviews im Rahmen des Konjunkturbarometers mit verschiedenen Gründern zeigten aber: die Voraussetzungen seien nicht so schlecht wie häufig behauptet und vielfältige Initiativen kommen in Gange.

Im Konjunkturbarometer Agribusiness in Deutschland 2019 von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young in Zusammenarbeit mit der Georg-August-Universität Göttingen und der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- & Ernährungswirtschaft e.V. werden Geschäftsentwicklungen der vergangenen Jahre im Agribusiness analysiert und ein Ausblick für 2019 gegeben. Der Barometer beruht auf aktuelle Konjunkturdaten des ifo Instituts, dem LeibnizInstitut für Wirtschaftsförderung an der Universität München e.V.. Der Schwerpunkt des Barometers sind in diesem Jahr Start-ups und ihr Einfluss auf das Agribusiness.

Ein weiteres Problem für Betriebe im ländlichen Raum sei der Fachkräftemangel. An dieser Stelle seien innovative Ideen und Lösungen gefragt. Gut ausgebildete Fachkräfte müssten gewonnen und auch langfristig im Betrieb gehalten werden.

Chancen für Start-ups

Hochwertige Lebensmittel stellen Chancen für Food Start-ups dar. (Foto: Weber)

Eine Vorreiterrolle übernehmen Start-ups vor allem in innovativen und höherpreisigen Marktnischen, analysieren die Branchenexpertern. In der Fleischwirtschaft wird zwar ein Rückgang des Fleischkonsums bemängelt, aber besonders der Rindfleischmarkt profitiere von dem Verkauf von höherwertigen Produkten. Es werden neue Vermarktungswege und -formen erschlossen, die auch nicht am Markt gefestigten Unternehmen die Chance geben, aktiv zu werden. In der Landtechnikindustrie wiederum suchen große Landtechnikhersteller den Kontakt zu Start-ups. Häufig geht es um digitale Lösungen für das Feld. Viele wichtige Impulse gehen an dieser Stelle von jungen Unternehmen aus.

Durch technische Neuentwicklungen tragen Start-ups einen großen Teil zum technischen Fortschritt bei.

Andreas Heckmann, Gründer von Farm-Inspector

Einblicke in Farm-Inspector

Begleitend zu dem Barometer wurden Interviews mit verschiedenen Gründern geführt. Andreas Heckmann von Farm Inspector aus Göttingen gab Einblicke in sein Start-up, welches ein FarmManagementsystem anbietet und äußerte auch Wünsche. Er sieht die Start-up-Szene in den Bereichen Landwirtschaft und Ernährung als Antreiber für technische Neuerungen. Zusätzlich äußerte er: „Ich würde mir wünschen, dass man kurzfristige Fördermöglichkeiten weiter ausbaut und die Bürokratie bei Förderanträgen, Unternehmensgründungen und Steuern abbaut.“


Agribusiness häufig unterschätzt

Investitionen in deutsche Start-ups auf Rekordhoch free

Das Agribusiness war 2017 eine der umsatzstärksten Branchen im verarbeitenden Gewerbe, analysieren die Experten. Davor kommen nur die Hersteller von Fahrzeugen und ihre Zulieferer gefolgt vom Maschinenbau. Der Gesamtumsatz des verarbeitenden Gewerbes betrug 2017 ca. 1,9 Billionen Euro, davon entfielen 226 Milliarden Euro auf das Agribusiness. Dies entspricht einem Anteil von 11,9 %. Die wirtschaftliche Bedeutung des Clusters Agribusiness wird häufig deutlich unterschätzt. Das Agribusiness liegt, gemessen am Umsatz, noch vor der Chemie- und Pharmabranche und konnte 2017 einen Anstieg von 3,6 % verbuchen.

2018 machte die Ernährungsindustrie 80 % des gesamten Umsatzes im Agribusiness aus. Diese liegt damit deutlich vor dem Handel mit 31 % und der Landtechnikindustrie mit 4 %. Einen großen Anteil der Ernährungsindustrie nehmen die Fleischwirtschaft und die Molkereiwirtschaft ein. Die Fleischwirtschaft beanspruchte 19 % und die Molkereiwirtschaft 12 % vom gesamten Umsatz des Agribusiness.