Am von Bettina Röttig

Lebensmittelverwertung

Die Problemlöser

Nebenströme aus Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie in den Kreislauf zurückzuführen und als hochwertige Produkte anzubieten – das ist zugleich Ziel und der Zweck von „Rettergut“.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen in der Lebensmittelpraxis 15/21.
Chargentrennmasse. Was unverdaulich und nach einer physischen Barriere klingt, ist tatsächlich der Himmel auf Erden für Naschkatzen. Wird in der Schokoladenproduktion von einer Sorte auf die nächste umgestellt, werden die Anlagen nicht mit Wasser gereinigt. Stattdessen werden sie mit reiner Schokolade „gespült“. So entstehen bei jedem Wechsel von Vollmilch- auf Zartbitter-Schokolade und zur nächsten Sorte enorme Mengen an gemischter Schokolade von unvermindert hoher Qualität, die jedoch nicht klar zu definieren ist. So wird sie nicht im Handel vermarktet, im schlimmsten Fall sogar entsorgt.
Philipp Prechtner und sein Zwillingsbruder Stefan haben sich des Problems angenommen und unter der Marke Rettergut die „Mixschokolade“ zurück in den Kreislauf gebracht. Der Rettung von Lebensmitteln haben sich die Brüder bereits verschrieben, als sie bei dem 2015 gegründeten Start-up Dörrwerk einstiegen, das aus Obst mit optischen Makeln „Fruchtpapier“ und andere Snacks herstellt. Heute leiten die Brüder das Unternehmen und starteten im Oktober 2019 mit der Marke Rettergut.
„Wir haben uns in den vergangenen Jahren ein großes Netzwerk und viel Know-how erarbeitet. Nicht nur sind wir auf weitere Nebenströme aus der Nahrungsmittelproduktion aufmerksam geworden, uns wurden auch aktiv immer mehr Waren angeboten“, sagt Philipp Prechtner. Unter dem Namen Dörrwerk hätte es nicht funktioniert, gerettete Schokolade oder andere Produkte anzubieten, erklärt er den Launch der Marke Rettergut. Nach der Mixschokolade kamen Bio-Suppen und Bio-Aufstriche, Pasta, Getränke, Pestos und in diesen Tagen Tortilla-Crisps, Dips und Duschseifen hinzu – die...


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