Am von Caroline Schulze Stumpenhorst

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Agrarberatung

Ein Blick über den Joghurtrand

Man nehme Milch und Pflaumen und stelle einen Pflaumenjoghurt her. Klingt gar nicht so abwegig. Die Idee muss einem aber erstmal kommen. Denn die meisten landwirtschaftlichen Betriebsleiter folgen im Eiltempo ihren täglichen Routinen. Das will Cornelius Werring von „matrix“ ändern. Der Unternehmensberater will Landwirten helfen, ihren Betrieb mit den gegebenen Strukturen neu zu denken.

Die Augen nach links und rechts richten - das sei es, was vielen Landwirten helfen würde, um ihr Potenzial lukrativer einzusetzen. Das ist der Lösungsansatz von Cornelius Werring. Als Angestellter der Unternehmensberatung „matrix“ will der Landwirt versteckte Investitionszweige in landwirtschaftlichen Betrieben aufdecken. „Die meisten Betriebsleiter haben mit ihrer täglichen Arbeit so viel zu tun, dass ihnen häufig das Auge oder die Zeit fehlt, Innovationen aus dem eigenen Betrieb heraus zu entwickeln“, meint der 28-Jährige. Dabei bestünde gerade in der Landwirtschaft mit einer guten Ausstattung an Sicherheiten die Möglichkeit, neue Wege zu gehen.
Es gibt keine allgemeine Zukunftsentwicklung, die wie eine Schablone auf jeden Betrieb übertragbar ist.
Cornelius Werring
Die Ideen, die Cornelius dabei mit den Landwirten erarbeitet, sind vielseitig. „Es gibt keine allgemeine Zukunftsentwicklung, die wie eine Schablone auf jeden Betrieb übertragbar ist“, sagt der Agraringenieur. Für jeden seiner Kunden wird ein individuelles Konzept entwickelt. Dabei verlässt er sich auf seine Erfahrungen: „Als Sohn eines landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebes und mit meinen Erfahrungen aus dem In- und Ausland kann ich schnell erkennen, wo schlummerndes Potenzial liegen könnte“, ist er überzeugt. Selbst ist er in seinem Leben auch nicht immer den direkten Weg gegangen.

Mit Abstechern zum Ziel

Während die meisten landwirtschaftlichen Lehrlinge aus der Veredelungsregion Münsterland klassische Betriebe für ihre Ausbildungsjahre wählen, sammelte Cornelius Erfahrungen auf einem Sonderkulturbetrieb, der unter anderem Kräuter und Spinat für Iglo anbaut. „Die ‚normale‘ Landwirtschaft kannte ich vom elterlichen Betrieb. Ich wollte etwas sehen, was mir unbekannt war“, erklärt er.
Dieses Vorgehen zog sich auch durch sein Studium: Nach zwei Auslandsaufenthalten in Lettland und Neuseeland ging es an die Fachhochschule Osnabrück für den Studiengang „Agri- und Hortibusiness“. „Für mich war die Mischung aus VWL, BWL und Landwirtschaft wichtig. Eine reine Spezialisierung auf den Ackerbau oder die Tierhaltung – das ist einfach nichts für mich. Ich verknüpfe gerne die Dinge“, begründet er seinen Werdegang.
Seine Abschlussarbeit schrieb er im europäische Entwicklungscenter bei John Deere. „Ich habe mich mit Prozessoptimierung im Unternehmen beschäftigt“, sagt Cornelius und fügt schmunzelnd hinzu: „Heute würde man dazu wahrscheinlich ‚Design Thinking‘ sagen.“ Optimierung – das ist das, was Cornelius antreibt. Nach wie vor. Mit einem Bachelor und Master aus Osnabrück, sowie einem Master of Research der englischen Harper Adams Universität, war ihm klar, sein Weg würde nicht direkt auf den heimischen Betrieb führen. „Ich hatte zwei Masterabschlüsse in der Tasche. Dass so einer nicht sofort auf den Betrieb will, war irgendwie klar“, beschreibt er seinen Werdegang.
Per Zufall entstand der Kontakt zu dem heutigen Geschäftsführer der matrix Unternehmensberatung Guido Lohnherr. Ohne große Umwege entschied Cornelius, in die 50-köpfige Unternehmensberatung als Agrar- und Innovationsberater einzusteigen.

Erster Beratungserfolg

Stefan Surmann war einer der ersten landwirtschaftlichen...