Am von Caroline Schulze Stumpenhorst

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Heißt die Zukunft "Regenerative Landwirtschaft"?

Humusaufbau, Klimazertifikate oder Pflanzenkohle: Begriffe, die sich unter „Regenerativer Landwirtschaft“ verbuchen lassen. Was verbirgt sich dahinter? Ist es mehr als ein gesellschaftlich geforderter Hype? Was sagt die Wissenschaft? In unserem umfassenden Themenschwerpunkt geben wir in den folgenden drei Wochen einen Überblick.

Die heißen und trockenen Sommer der beiden vergangenen Jahre haben es gezeigt: Der Klimawandel macht vor der deutschen Landwirtschaft keinen Halt. Wetterextreme wie Dürre oder Starkregen haben unmittelbare Auswirkungen auf den Ackerbau. Vielerorts haben sich die Niederschlagswerte im Vergleich zu langjährigen Durchschnittswerten verändert:

Entweder es regnet häufiger oder seltener. Phänomene, mit denen die landwirtschaftliche Praxis nur schwer zurechtkommt: Stark beanspruchte Böden können den konzentriert fallenden Regen nicht absorbieren, geschweige denn speichern. Was kann die Landwirtschaft tun, um mit diesen Extremen umzugehen? Eine Antwort auf die Frage soll die derzeit viel beworbene und in einigen Kreisen regelrecht gehypte „Regenerative Landwirtschaft“ geben.

HUMUSANREICHERuNG IST DAS ZIEL

Laut Umweltbundesamt hat sich seit den 1950er-Jahren der globale Kohlendioxidausstoß annähernd vervierfacht. CO2 „leistet“ als langlebiges Treibhausgas mit 66,1 % den Hauptbeitrag zur Erwärmung des Erdklimas. Um die fortschreitende Erderwärmung zu verlangsamen, müssen die Treibhausgasemissionen abgesenkt werden. Genau darum geht es bei „Regenerativer Landwirtschaft“. Eine Bewegung, deren Ursprung in den USA liegt, hat es sich zur Aufgabe gemacht, den CO2-Haushalt der Atmosphäre zu sanieren.

Regenerative Landwirtschaft bedient die gesellschaftliche Forderung nach mehr Nachhaltigkeit. Ihre Vertreter werben damit, ihren Betrieb ganzheitlich zu betrachten. Es gehe nicht um kurzfristige Einmalhandlungen, die schnelle Monetarisierung ermöglichen. Von pflugloser Bodenbearbeitung über Ausbringung von Kompost bis hin zum Einsatz von Biokohle – Regenerative Landwirtschaft soll die vorhandenen Ressourcen verbessern und stabile Erträge ermöglichen. 

Im Zentrum der Überlegungen steht die knappe und nicht erneuerbare Ressource „Boden“: Nur ein gesunder und humusreicher Boden kann ausreichend Wasser aufnehmen, um in Trockenperioden die Pflanzen mit Wasser zu versorgen oder bei Starkregen das Wasser in großen Mengen aufzunehmen. Der Humusgehalt im Boden ist entscheidend für die Nährstoffspeicherung und den Düngemittelbedarf. Der ganzheitliche Ansatz soll also nicht nur CO2 aus der Atmosphäre im Boden...


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