Am von Caroline Schulze Stumpenhorst

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Start-up

Mit Marketing zur Müslimarke

10 ha Hafer anbauen, ernten und zur Mühle bringen, klingt nach keinem großen Aufwand. Alleine 25 t Haferflocken backen, in Tüten à 375 g füllen, verpacken und im Kofferraum zu mehr als 20 Hofläden und 15 Lebensmittelgeschäften fahren, hingegen schon. Victoria Görlich macht sich die Mühe, um ihr „Hafergut“ am Markt zu etablieren.

„Zum Glück braucht Hafer mehrere Monate von der Aussaat bis zur Ernte“, sagt Victoria Görlich schmunzelnd mit Rückblick auf ihr erstes Produktionsjahr. Die Zeit brauchte die studierte Betriebswirtin, um ihre eigene Müslimarke „Hafergut Görlich“ zu kreieren. Während der Hafer wuchs, konzentrierte sich die 38-Jährige aus dem Kreis Gütersloh in NRW auf das aus ihrer Sicht Wesentliche für eine erfolgreiche Gründung: einen professionellen Businessplan samt Marketingstrategie.
Etwas, womit sie sich durch ihre langjährige Arbeit bei einem großen Landtechnikhersteller als Merchandiseexpertin in verschiedenen Bereichen des Marketings auskannte. Ganz anders als mit dem Anbau, der Verarbeitung und dem Vertrieb von Lebensmitteln. Für Letzteres investierte sie viel Zeit und Recherchearbeit. Mit Erfolg: In nur einem Jahr hat sie mehrere Tonnen Haferflocken zu drei verschiedenen marktreifen Müslisorten verarbeitet.

Hafer auf dem eigenen Boden

Es hat uns immer gestört, dass wir unsere Ware unfertig weiterverkaufen.
Victoria Görlich
Als Victoria Görlich und ihr Mann Marek vor vier Jahren einen rund 55 ha großen Ackerbaubetrieb in Bünde, rund 50 km von ihrem Wohnort entfernt, von Mareks Vater übernahmen, war dem Ehepaar klar, dass sie ihn zwar weiterführen, aber mehr in den Verbleib ihrer geernteten Rohprodukte investieren wollten. „Es hat uns immer gestört, dass wir unsere Ware unfertig weiterverkaufen“, so Victoria Görlich. „Wir wollten etwas vom Feld direkt an den Endkunden liefern“, sagt sie. Als überzeugte Müsliesserin war ihre Idee naheliegend. „Als meine damals zweijährige Tochter mir meine Morgenroutine nachahmte und auch täglich zur Müslischale griff, habe ich mich mit den Inhaltsstoffen der handelsüblichen Produkte genauer auseinandergesetzt“, erinnert sie sich.

Es waren nicht nur die Zuckermenge, sondern auch die anderen Zusätze auf der Liste der Inhaltsstoffe, die sie nachdenklich stimmte und in ihr die Frage aufkommen ließ: „Können wir das besser?“ Marek Görlich arbeitet als studierter Agrarwissenschaftler zwar Vollzeit in einem Angestelltenverhältnis, seine Leidenschaft gehört aber immer noch dem elterlichen Betrieb in Bünde. Der 42-Jährige kümmerte sich also um den Haferanbau und alle weiteren ackerbaulichen Aufgaben. Den Rest übernahm  Victoria Görlich.

Es stand nicht von Anfang an fest, ob Hafergut auf konventionellen oder Bioanbau setzt. Letztendlich hat sich Victoria Görlich für den konventionellen Anbau mit verringertem Pflanzenschutz entschieden. (Bildquelle: Farina Schildmann / Landwirtschaftsverlag GmbH)

Raus aus dem Job

Die Selbständigkeit liegt mir in den Genen.
Victoria Görlich
Erst war die Lebensmittelbranche für Victoria Görlich ein fremdes Metier, doch sie gewöhnte sich schnell an die Besonderheiten der Landwirtschaft und die Erzeugung von Lebensmitteln: „Ich habe mich ganz gut...

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