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Studie: Das sind die AgriFoodTech-Trends in Europa

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Vor allem Start-ups, die Lebensmittelbringdienste aufbauen, haben durch die Corona-Pandemie neuen Aufwind bekommen. (Quelle: Pixabay)

Die erste Jahreshälfte 2020 markierte einen Einschnitt im AgriFoodTech-Sektor in Europa. Das geht aus einer britischen Studie hervor. f3 liefert einen Querschnitt der wichtigsten Entwicklungen, Trends und Investitionen.

Der Europe Food Tech Trends Report– H1 2020 der britischen Plattform ForwardFooding stellt die aktuellen Trends und Entwicklungen im AgriFoodTech-Sektor heraus. Das Team hat in einer umfangreichen Datenbank Informationen von Unternehmen, Investoren und Start-ups gesammelt und wertet sie regelmäßig aus. Wir fassen die Ergebnisse der neuesten Studie im Folgenden zusammen.

Corona bremst Investitionen

Im vergangenen Jahr hatten Wagniskapitalgeber mit über 3 Mrd. € für Europa rekordverdächtig hohe Summen in AgriFoodTech Start-ups investiert. Das erste Halbjahr 2020 lief dagegen schleppend. Ein Grund dafür ist die Corona-Pandemie. So sind die Investitionen in AgriFoodTech-Start-ups in Europa um 32% im Vergleich zum Vorjahr gesunken: Während im ersten Halbjahr 2019 noch insgesamt 1,3 Mrd. € in europäische Food-Start-ups flossen, waren es 2020 nur noch 878 Mio. €.

Obwohl die Investitionssummen insgesamt niedriger waren, erhielten die einzelnen Start-ups im Durchschnitt mehr Geld. Das durchschnittlich investierte Wagniskapital für ein Start-up lag demnach 2020 bei 13,5 Mio. €, während es 2019 noch durchschnittlich 7,6 Mio. € waren. Ein Anstieg von 83%!

Krise als Chance?

Der AgriFoodTech-Sektor ist nach Studienerkenntnissen von übergeordneten Entwicklungen in der Corona-Krise positiv wie negativ betroffen: Schwankungen von Preisen und Märkten, Beeinträchtigung von Lieferketten, verändertes Verbraucherverhalten. Gleichzeitig bedeutet das aber: Es ergeben sich neue Vertriebskanäle und digitale Lösungen aufgrund der begrenzten Mobilität der Menschen.

Covid-19 hat gezeigt, wie instabil das AgriFoodTech-System sein kann. Technische Lösungen bieten Möglichkeiten, um Prozesse entlang der Lieferkette zu optimieren und krisensicherer zu machen. Es ist zu erwarten, dass diese Lösungen weiterentwickelt werden, um das AgriFoodTech-System widerstandsfähiger zu machen.

Die zentralen Trends 2020

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Quelle: Forward Fooding

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Die erste Jahreshälfte 2020 markierte einen Einschnitt im AgriFoodTech-Sektor in Europa. Das geht aus einer britischen Studie hervor. f3 liefert einen Querschnitt der wichtigsten Entwicklungen, Trends und Investitionen.

Der Europe Food Tech Trends Report– H1 2020 der britischen Plattform ForwardFooding stellt die aktuellen Trends und Entwicklungen im AgriFoodTech-Sektor heraus. Das Team hat in einer umfangreichen Datenbank Informationen von Unternehmen, Investoren und Start-ups gesammelt und wertet sie regelmäßig aus. Wir fassen die Ergebnisse der neuesten Studie im Folgenden zusammen.

Corona bremst Investitionen

Im vergangenen Jahr hatten Wagniskapitalgeber mit über 3 Mrd. € für Europa rekordverdächtig hohe Summen in AgriFoodTech Start-ups investiert. Das erste Halbjahr 2020 lief dagegen schleppend. Ein Grund dafür ist die Corona-Pandemie. So sind die Investitionen in AgriFoodTech-Start-ups in Europa um 32% im Vergleich zum Vorjahr gesunken: Während im ersten Halbjahr 2019 noch insgesamt 1,3 Mrd. € in europäische Food-Start-ups flossen, waren es 2020 nur noch 878 Mio. €.

Obwohl die Investitionssummen insgesamt niedriger waren, erhielten die einzelnen Start-ups im Durchschnitt mehr Geld. Das durchschnittlich investierte Wagniskapital für ein Start-up lag demnach 2020 bei 13,5 Mio. €, während es 2019 noch durchschnittlich 7,6 Mio. € waren. Ein Anstieg von 83%!

Krise als Chance?

Der AgriFoodTech-Sektor ist nach Studienerkenntnissen von übergeordneten Entwicklungen in der Corona-Krise positiv wie negativ betroffen: Schwankungen von Preisen und Märkten, Beeinträchtigung von Lieferketten, verändertes Verbraucherverhalten. Gleichzeitig bedeutet das aber: Es ergeben sich neue Vertriebskanäle und digitale Lösungen aufgrund der begrenzten Mobilität der Menschen.

Covid-19 hat gezeigt, wie instabil das AgriFoodTech-System sein kann. Technische Lösungen bieten Möglichkeiten, um Prozesse entlang der Lieferkette zu optimieren und krisensicherer zu machen. Es ist zu erwarten, dass diese Lösungen weiterentwickelt werden, um das AgriFoodTech-System widerstandsfähiger zu machen.

Die zentralen Trends 2020

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Quelle: Forward Fooding

Die Studie stellt acht übergeordnete technologische Trends heraus, die besonders in Zeiten von Corona Schlüsselstellungen im AgriFoodTech-Sektor einnehmen:

  • Food Safety & Traceability (Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln)
  • Surplus & Waste Management (Abfallverwertung)
  • AgTech
  • Food Processing (Lebensmittelverarbeitung)
  • Consumer Apps & Services (Verbraucher-Apps)
  • Food Delivery (Lebensmittelbringdienste)
  • Next-Gen Food & Drinks
  • Smart Appliance & Kitchen Tech (Intelligente Küchen-Anwendungen)

Die Studie zeigt, dass der AgriFoodTech-Sektor zahlreiche Lösungen bietet: Sei es, die Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln zu erhöhen oder auf das veränderte Verbraucherverhalten zu reagieren.

Wer sitzt wo in Europa?

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Welche Art von Start-ups sich in welchen europäischen Städten tummeln, zeigt diese Grafik. (Quelle: Europe Food Tech Trends Report)

Während die meisten FoodTech-Start-ups im Vereinigten Königreich sitzen, nimmt Deutschland im europäischen Vergleich Platz 5 ein. Großbritannien zählt insgesamt 479 FoodTech Start-ups, gefolgt von Israel mit 417 und Frankreich mit 218 Start-ups. Deutschland zählt insgesamt knapp 200 FoodTech Start-ups.

Im direkten Vergleich der „Hotspot Cities“ landet Berlin unter den Top 3 hinter London (mit knapp 250 Start-ups) und Paris (mit etwa 110 Start-ups). In Berlin sitzen rund 70 Start-ups des AgriFoodTech-Sektors.

Und in welcher Stadt tummeln sich welche Trends? London steht im AgriFoodTech-Bereich insgesamt an der Spitze und punktet vor allem mit Verbraucher-Apps und Next-Gen Lebensmitteln. Berlin kann vor allem im Bereich Next-Gen Lebensmittel mit seiner Vielzahl an Start-ups punkten und steht damit im europäischen Vergleich weit oben. Zudem sticht Berlin mit seiner vergleichsweise hohen Zahl an AgTech-Start-ups hervor.

Die Geschäftsmodelle der Start-ups bewegen sich zu gleichen Teilen im Bereich B2C (Business to Customer) wie auch im B2B-Bereich (Business to Business). AgTech-Start-ups bewegen sich meist im B2B-Bereich, während sich z.B. Start-ups aus dem Bereich Next-Gen Lebensmittel eher auf den B2C-Bereich konzentrieren.

Lebensmittelbringdienste kassieren

Trotz des allgemeinen Investitionsrückgangs investierten vor allem Wagniskapitalgeber in der ersten Jahreshälfte insgesamt 878 Mio. € in FoodTech Start-ups. Wie sich diese Summe zusammensetzt, zeigt folgende Grafik. Ganz klar: Start-ups, die Lebensmittelbringdienste aufbauen, erhielten mit 57,1 % über die Hälfte der Gelder, gefolgt von AgTech (13,8%) und Verbraucher-Apps (12 %). Das enorme Wachstum von Start-ups, die Lebensmittelbringdienste aufbauen, ist in Europa erstmals zu beobachten.

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In diese Bereiche des AgriFoodTech-Sektors ist im ersten Halbjahr 2020 kräftig Geld geflossen. (Quelle: Europe Food Tech Trends Report)