farm Interview

Summa summarum ein erfolgreicher Pitch

Aus dem Hobby wurde ein Beruf: Als Imker ist Florian Peterstorfer seit mehreren Jahren selbständig. Sein Start-up „Die Imkerei“ produziert nicht nur Bio-Honig, sondern setzt auch auf weitere Standbeine. (Foto: Markus Wenzel)

f3 - farm.food.future: Florian, du hast vor rund sieben Jahren deinen Job als Vertriebsleiter an den Nagel gehangen, um dich ganz den Bienen zu widmen. Wie ist es zu der Idee gekommen?

Florian Peterstorfer: Mir hat mein vorheriger Job immer Spaß gemacht und trotzdem habe ich schon lange mit dem Gedanken gespielt, etwas Eigenes zu machen. 2014 war das Bienensterben in Österreich zum ersten Mal verstärkt in den Medien. So bin auch ich auf dieses Thema aufmerksam geworden. Ich habe mich informiert, Bücher gekauft und bin noch im selben Jahr dem lokalen Imkerverein beigetreten. 2015 habe ich meine ersten sechs Bienenvölker gekauft und im Jahr darauf bereits den Imker Facharbeiter gemacht. Dann ist alles sehr schnell gegangen...

Es war ein klassischer Quereinstieg - mit allen Vor- und Nachteilen.

Florian Peterstorfer

f3: „Die Imkerei“ ist eines der erfolgreichen Bienen-Start-ups in Österreich. Wann wusstest du, dass deine Idee funktionieren könnte?

Florian Peterstorfer: Daran, dass es funktioniert, habe ich von Anfang an geglaubt. Ich habe mir alles genau durchgerechnet und gewusst, wenn ich gut wirtschafte, sparsam bin und es keine Totalausfälle bei der Honigernte gibt, kann ich in zwei bis drei Jahren davon leben. Dass es dann doch so schnell so eine Dimension angenommen hat, und auch das öffentliche Interesse - natürlich auch bedingt durch den Auftritt im Fernsehen - so groß ist, damit habe ich nicht gerechnet.

Gute Kontakte und mehrere Standbeine

f3: Eine „naturnahe“ Gründung liegt zwar im Trend, aber woher kommt deine Verbindung zur Landwirtschaft und dein Know-how, ein Nahrungsmittel zu produzieren?

Florian Peterstorfer: Es gab keine Verbindung zur Landwirtschaft und schon gar kein Know-how im Bereich der Lebensmittelproduktion. Im Facharbeiter-Kurs 2016 war ich der Einzige von 20 Teilnehmern, bei dem nicht schon der Opa, Onkel oder Nachbar Imker war. Es war ein klassischer Quereinstieg - mit allen Vor- und Nachteilen. Aber ich habe sehr viel und schnell gelernt bzw. lernen müssen, da ich die Imkerei ja relativ rasch im Haupterwerb machen wollte.

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Florian Peterstorfer schaffte es in der österreichischen Gründershow „2 Minuten 2 Millionen“, die Investoren zu überzeugen. Wir haben mit dem Gründer über sein Erfolgsgeheimnis gesprochen.

f3 – farm.food.future: Florian, du hast vor rund sieben Jahren deinen Job als Vertriebsleiter an den Nagel gehangen, um dich ganz den Bienen zu widmen. Wie ist es zu der Idee gekommen?

Florian Peterstorfer: Mir hat mein vorheriger Job immer Spaß gemacht und trotzdem habe ich schon lange mit dem Gedanken gespielt, etwas Eigenes zu machen. 2014 war das Bienensterben in Österreich zum ersten Mal verstärkt in den Medien. So bin auch ich auf dieses Thema aufmerksam geworden. Ich habe mich informiert, Bücher gekauft und bin noch im selben Jahr dem lokalen Imkerverein beigetreten. 2015 habe ich meine ersten sechs Bienenvölker gekauft und im Jahr darauf bereits den Imker Facharbeiter gemacht. Dann ist alles sehr schnell gegangen…

Es war ein klassischer Quereinstieg – mit allen Vor- und Nachteilen.

Florian Peterstorfer

f3: „Die Imkerei“ ist eines der erfolgreichen Bienen-Start-ups in Österreich. Wann wusstest du, dass deine Idee funktionieren könnte?

Florian Peterstorfer: Daran, dass es funktioniert, habe ich von Anfang an geglaubt. Ich habe mir alles genau durchgerechnet und gewusst, wenn ich gut wirtschafte, sparsam bin und es keine Totalausfälle bei der Honigernte gibt, kann ich in zwei bis drei Jahren davon leben. Dass es dann doch so schnell so eine Dimension angenommen hat, und auch das öffentliche Interesse – natürlich auch bedingt durch den Auftritt im Fernsehen – so groß ist, damit habe ich nicht gerechnet.

Gute Kontakte und mehrere Standbeine

f3: Eine „naturnahe“ Gründung liegt zwar im Trend, aber woher kommt deine Verbindung zur Landwirtschaft und dein Know-how, ein Nahrungsmittel zu produzieren?

Florian Peterstorfer: Es gab keine Verbindung zur Landwirtschaft und schon gar kein Know-how im Bereich der Lebensmittelproduktion. Im Facharbeiter-Kurs 2016 war ich der Einzige von 20 Teilnehmern, bei dem nicht schon der Opa, Onkel oder Nachbar Imker war. Es war ein klassischer Quereinstieg – mit allen Vor- und Nachteilen. Aber ich habe sehr viel und schnell gelernt bzw. lernen müssen, da ich die Imkerei ja relativ rasch im Haupterwerb machen wollte.

Florian ist sich sicher: Als Gründer sollte man auch eine Geschichte erzählen können. (Foto: Erich Sinzinger).

f3: Wie bist du mit den Landwirten oder den Unternehmen ins Gespräch gekommen?

Florian Peterstorfer: Ich bin gerne unter Leuten und kenne von meinem vorherigen Job viele Menschen, auch Landwirte und Wirtschaftstreibende aus der Region. Mein Projekt und auch der damit verbundene persönliche Wandel ist von sehr vielen davon unglaublich positiv aufgenommen worden und ich habe Einiges an Unterstützung bekommen – sei es bei den Standorten für die Bienenvölker, wirtschaftliche Hilfe für Bienenschutzprojekte oder einfach mit dem Kauf von einem oder mehreren Gläsern Honig.

Ich habe bereits in den Anfängen gemerkt, dass sich Menschen für meine Geschichte interessieren. 

Florian Peterstorfer

f3: Brot, Wein, Nahrungsergänzungsmittel und Gin auf der Basis von Honig – all das gehört mittlerweile zu deinem Sortiment. Wieso bist du vom klassischen Honig allein abgewichen?

Florian Peterstorfer: Weil ich von Anfang an – und das steckt sogar im Firmennamen – Honig und mehr anbieten wollte. Ich mag es, zu tüfteln, zu gestalten und Produkte ins Leben zu rufen. Honig ist nach wie vor mein Kerngeschäft, aber Imker gibt es natürlich auch viele. Ich versuche mit dem erweiterten Produktportfolie meinen Marktauftritt etwas vielseitiger, spannender und hoffentlich auch interessanter für den Kunden zu gestalten.

Bienenschutzprojekte mit und für Unternehmen

f3: Wer deine Website besucht, erkennt schnell, dass ein Vertriebsprofi am Werk ist. Wie wichtig ist es deiner Meinung nach, nicht nur ein Produkt anzubieten, sondern eine stimmige Geschichte mit zu verkaufen?

Florian Peterstorfer: Ich habe bereits in den Anfängen gemerkt, dass sich Menschen für meine Geschichte interessieren. Zudem bin ich überzeugt, dass die Konsumenten wieder vermehrt darauf achten, wo sie ihre Lebensmittel kaufen, wer und wie sie produziert werden und eben auch, ob es eine Geschichte dazu gibt.  

f3: Du arbeitest mittlerweile mit einer Bank und anderen größeren Unternehmen zusammen, um mit Bienenschutzprojekten ihr Image zu verbessern. Wann wurde dir klar, dass es bei deinem Start-up um mehr als den reinen Honigvertrieb gehen kann?  

Florian Peterstorfer: Die Bienenschutzprojekte lagen mir von Anfang an persönlich am Herzen und waren weniger ein Geschäftsmodell. Das Sterben von Bienen, Wildbienen und Insekten ist eine ernste Sache. Wenn ich die Möglichkeit habe, hier auch nur im kleinen Rahmen entgegen zu wirken und Firmen und Teilnehmer von Exkursionen bei den Bienenhäusern auf dieses Thema aufmerksam zu machen, dann  hat dies mehr als nur einen monetären Wert.