digital Gründerwerkstatt

TU Kaiserslautern will „Digital Farming” lehren free

Der Blick von oben durch Drohne oder Satellit? Das könnte künftig auch die neue Professur an der TU Kaiserslautern umfassen. (Foto: pexels)

Die Technische Universität Kaiserslautern schreibt die Professur „Digital Farming“ aus. Neben dem Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software-Engineering unterstützen das Vorhaben auch mehrere Unternehmen aus der Wirtschaft.

Passend zum digitalen Wandel in der Landwirtschaft ruft die Technische Universität Kaiserslautern (TUK) jetzt eine Professur „Digital Farming“ ins Leben und sucht geeignete Kandidaten. Das vermeldete die Uni in dieser Woche in einer Pressemitteilung. Neben der Leitung der Professur im Fachbereich Informatik beinhaltet die Aufgabe eine leitende Funktion am Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE. Zur Finanzierung haben sich auch mehrere Unternehmen aus der Agrarwirtschaft als „Förderverein Digital Farming e.V.“ zusammengetan, um „die digitale Transformation erfolgreich mitzugestalten“.

Ziele und weitere Kooperationen

Ziel der Professur sei es, neue Techniken zu erforschen und anwendungsnah zu entwickeln. Dabei geht es etwa darum, Daten zu verwalten und zu managen sowie landwirtschaftliche Abläufe mit Automationstechniken zu unterstützen. „Wir freuen uns, unser Forschungsprofil und Studienangebot durch die neue Professur verstärken zu können. Es entsteht eine Arbeitsgruppe, die sich diesem interdisziplinären, wichtiger werdenden Thema widmen kann“, sagt Professor Dr. Arnd Poetzsch-Heffter, Vize-Präsident für Forschung und Technologie der TUK.

Der Standort Kaiserslautern erweist sich dabei offenbar als vielversprechend. So arbeitet die TUK nach eigenen Angaben bereits eng mit dem Fraunhofer IESE zusammen. Zudem kooperieren beide mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI).

Unternehmen finanzieren erste fünf Jahre

Folgende Unternehmen sind Gründungsmitglieder des im Juni ins Leben gerufenen Fördervereins Digital Farming e.V.. Sie stammen aus vielen Bereichen entlang der Wertschöpfungskette.

  • ALDI Süd Gruppe
  • BASF SE
  • Empolis Information Management GmbH
  • Hochwald Foods GmbH
  • HYDAC Electronic GmbH
  • ITK Engineering GmbH
  • John Deere GmbH & Co. KG
  • Kraichgauer Güterverwaltungen KG
  • Lehr- und Versuchsanstalt Hofgut Neumühle
  • Pessl Instruments GmbH
  • RAUCH Landmaschinenfabrik GmbH
  • Schmiedhof

Gefahr für Unabhängigkeit?

Kritikern, die um die Unabhängigkeit der Forschung fürchten, hält der Vorsitzende des Fördervereins, Dr. Matthias Nachtmann, im Gespräch mit f3 entgegen: „Freiheit von Forschung und Lehre sind uns wichtig. Der Förderverein hat mit der TUK die Themenbereiche festgelegt, die inhaltliche Ausgestaltung liegt bei der auszuwählenden Professorin bzw. Professor.“ Auch sei allen Mitgliedern bewusst, dass sie im Markt teilweise Wettbewerber, im Verein aber Partner sind. „Uns verbindet das Ziel, die landwirtschaftliche Produktion mit Digitalisierung besser zu machen.“

Die TUK dürfte gerade jetzt motiviert auf die neue Forschungsoption blicken, setzt sie sich doch derzeit kontrovers mit einem Beschluss der rheinland-pfälzischen Landesregierung auseinander, die TUK mit dem Standort Landau zu fusionieren.


Zur Bewerbung

Bewerber für die Professur sind eingeladen, ihre Unterlagen per Post oder E-Mail beim Dekanat des Fachbereichs Informatik der TUK einzureichen:

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