farm Fördertöpfe

Überarbeitete Start-up-Förderung der Rentenbank free

Von der Neuausrichtung des Zweckvermögens des Bundes bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank sollen Agrar-Start-ups profitieren. (Foto: B. Lütke Hockenbeck)

Das sogenannte Zweckvermögen des Bundes bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank wird inhaltlich neu ausgerichtet. Durch zwei neue Förderschwerpunkte sollen Agrar-Start-ups und Innovationen profitieren.

Der Weg für eine zielgerichtetere Start-up-Förderung im landwirtschaftlichen Bereich ist frei. Das sogenannte Zweckvermögen des Bundes bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank wird neu ausgerichtet. Dabei handelt es sich um ein Sondervermögen, das durch die Landwirtschaftliche Rentenbank treuhänderisch verwaltet wird. Der Neuausrichtung hat der Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestages am vergangenen Freitag zugestimmt. Wie aus einer Pressemeldung hervorging, sollen die Mittel des Zweckvermögens künftig zur Unterstützung der schnelleren Markteinführung von neuen Geschäftsmodellen, Produkten, Verfahren und Dienstleistungen eingesetzt werden. Ziel ist, die nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft zu unterstützen.

Zwei Förderschwerpunkte

Vorgesehen sind zwei neue Förderschwerpunkte. Das erläuterte der Bundestagsabgeordnete Josef Rief (CDU) am vergangenen Freitag in einer Pressemeldung. Rief ist im Rechnungsprüfungsausschuss für Landwirtschaft zuständig. Die Förderschwerpunkte sollen umfassen:

  1. Förderung neuer Geschäftsmodelle speziell von Start-ups der Agrar- und Ernährungswirtschaft mit Sitz in Deutschland, die sich in der Frühfinanzierungsphase befinden.
  2. Beschleunigung der Markteinführung von praxisreifen Innovationen durch eine darlehensbasierte Förderung.

Nachrangdarlehen bis 400.000 €

Auf Nachfrage von f3 beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) konkretisierte eine Sprecherin: „Die Start-ups können langfristige, rückzahlbare Nachrangdarlehen bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank beantragen. Das Auswahlverfahren wird ein 2-stufiges Verfahren sein. Die Höhe hängt individuell von dem Bedarf und Geschäftsmodell der einzelnen Start-ups ab.“ Der Darlehenshöchstbetrag liege bei 400.000 € pro Start-up. In Ausnahmefällen bei 800.000 € pro Start-up (wenn Ziffer 80 der allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung erfüllt ist).

Ohne zusätzliche Millionen für Innovation und Start-ups wird die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft bedeutungslos.“

Dr. Julia Köhn

Der Termin für den Programmstart stehe noch nicht fest, so die Ministeriumssprecherin weiter. „Nachdem wir am 19. Juni das Go des Rechnungsprüfungsausschusses des Deutschen Bundestages für die Neuausrichtung bekommen haben, steht zunächst die Ausarbeitung der Programmdetails an, an deren Ende eine Förderrichtlinie entstehen wird.“

Warum der Rechnungsprüfungsausschuss überhaupt zustimmen musste, liegt in einer Forderung des Bundesrechnungshof begründet. Diese lautete, das Zweckvermögen aufzulösen oder eine klare Abgrenzung zu anderen Förderbereichen des Bundeslandwirtschaftsministeriums sicherzustellen.

Positive Auswirkungen auf Agrifood-Start-ups erwartet

Der Abgeordnete Josef Rief und das BMEL blicken positiv auf den Beschluss. Rief sagte: „Mit der Förderung von Start-ups in der Agrarwirtschaft wird ein neues, speziell auf den Bedarf junger Landwirte zugeschnittenes Förderinstrument geschaffen.

Genauso sieht das die Deutsche Gesellschaft für zukunftsorientierte Land- und Ernährungswirtschaft (German Agrifood Society). In dem Verein haben sich Innovatoren entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette zusammen geschlossen. Die Sprecherin des Vorstands, Dr. Julia Köhn, sagte auf Nachfrage von f3: „Der neue Förderschwerpunkt des Zweckvermögens unterstreicht die Bedeutung der New Agrifood Start-ups. Wir stehen vor der größten Disruption in der Land- und Ernährungswirtschaft seit der Industrialisierung. Ohne zusätzliche Millionen für Innovation und Start-ups wird die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft bedeutungslos.“ So investierten andere Länder bereits massiv in die „New Agrifood Economy“. Köhn sagte: „Wir begrüßen diese Entscheidung daher sehr und bieten weitere Unterstützung an.“

Nach Informationen der Deutschen Gesellschaft für zukunftsorientierte Land- und Ernährungswirtschaft gibt es in Deutschland mehr als 300 Start-ups, die Lösungen für eine wirtschaftliche, nachhaltige und verantwortungsvolle Lebensmittelwertschöpfung bauen. Dass die Rentenbank diesen jetzt gezielt helfen könne, sei, so Julia Köhn: „Spitze!“

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