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Urban, Indoor und Vertical Farming: eine Übersicht

Vom Gewächshaus in der Küche bis zu Regalen in einer Lagerhalle: Die Systeme des Vertical Farmings sind unterschiedlich. WIr haben eine Übersicht der verschiedenen Start-ups zusammen gestellt. (Foto: stock.adobe.com/nuttawutnuy)

Die Stadtbevölkerung nimmt weltweit zu. Auch die Deutschen zieht es in Ballungsgebiete. Beim Urban, Indoor oder Vertical Farming werden Lebensmittel nahe am Verbraucher angebaut: im Supermarkt, im Restaurant oder in der eignen Küche. Die Ansätze der Start-ups sind verschieden.

NeoFarms aus Hannover

Mini-Gewächshaus mit Kräutern und Gemüse
NeoFarms entwickelt Indoor-Gewächsschränke für zuhause. (Foto: NeoFarms)

Die Gründer von neoFarms wollen Lebensmittel dort anbauen, wo sie verarbeitet werden können: in der eigenen Küche. Deshalb entwickelten Henrik Jobczyk und Maximilian Richter einen nach eigenen Angaben vollautomatisierten Indoor-Gewächsschrank für den ernährungsbewussten Großstädter, der unabhängig von Wohnfläche und Vorwissen Gemüse, Obst, Kräuter oder Salat anbauen möchte.

Für die Entwicklung ihres Mini-Gewächshauses griffen die Gründer auf eine NASA-Technologie, auf die Aeroponik, zurück. Beim Aeroponik-Verfahren stehen die Pflanzen nicht in der Erde, sondern hängen in einer Neopren-Halterung. Dort werden sie automatisiert mit Wasser und Nährstoffen bedampft.

Der Biotechnologe Henrik wollte mit dem Aeroponik-System Vertical Farming und Urban Garding miteinander vereinen. Dafür gründete er im Juni 2016 zusammen mit Industriedesigner Maximilian das Unternehmen. Zweieinhalb Jahre und drei Prototypen später möchten die Gründer jetzt ihre erste Kleinserie auf den Markt bringen.

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Die Stadtbevölkerung nimmt weltweit zu. Auch die Deutschen zieht es in Ballungsgebiete. Beim Urban, Indoor oder Vertical Farming werden Lebensmittel nahe am Verbraucher angebaut: im Supermarkt, im Restaurant oder in der eignen Küche. Die Ansätze der Start-ups sind verschieden.

NeoFarms aus Hannover

Mini-Gewächshaus mit Kräutern und Gemüse
NeoFarms entwickelt Indoor-Gewächsschränke für zuhause. (Foto: NeoFarms)

Die Gründer von neoFarms wollen Lebensmittel dort anbauen, wo sie verarbeitet werden: in der eigenen Küche. Deshalb entwickelten Henrik Jobczyk und Maximilian Richter einen nach eigenen Angaben vollautomatisierten Indoor-Gewächsschrank für den ernährungsbewussten Großstädter, der unabhängig von Wohnfläche und Vorwissen Gemüse, Obst, Kräuter oder Salat anbauen möchte.

Für die Entwicklung ihres Mini-Gewächshauses griffen die Gründer auf eine NASA-Technologie, auf die Aeroponik, zurück. Beim Aeroponik-Verfahren stehen die Pflanzen nicht in der Erde, sondern hängen in einer Neopren-Halterung. Dort werden sie automatisiert mit Wasser und Nährstoffen bedampft.

Der Biotechnologe Henrik wollte mit dem Aeroponik-System Vertical Farming und Urban Garding miteinander vereinen. Dafür gründete er im Juni 2016 zusammen mit Industriedesigner Maximilian das Unternehmen. Zweieinhalb Jahre und drei Prototypen später möchten die Gründer jetzt ihre erste Kleinserie auf den Markt bringen.

Infarm aus Berlin

Indoor-Gewächsschrank von infarm im Supermarkt
Die Gewächsschränke von infarm stehen bereits in vielen Supermärkten. (Foto: infarm)

Auch das Start-up infarm verkauft Indoor-Gewächshäuser. Das Berliner Unternehmen richtet sein Angebot an Gastronomen und Restaurants. Die Gründer möchten den Endverbraucher darüber hinaus über die Supermärkte erreichen, an die sie ihre Gewächsschränke vermieten. Die Brüder Guy und Erez Galonska und Osnat Michaeli gründeten infarm im Jahr 2013.

Sensoren messen die Temperatur, den ph-Wert der Pflanzen, das Licht und die Nährstoffdichte.

Auszug

Mittlerweile verteilen sich ihre Indoor-Farmen in 100 Supermärkten, Restaurants und Lagerhallen in Berlin. Die Glasschränke sind mit einem violetten LED-Licht ausgestattet. Sensoren messen die Temperatur, den ph-Wert der Pflanzen, das Licht und die Nährstoffdichte. Die Daten jedes Gewächshauses laufen gebündelt in einer Cloud bei infarm ein, sodass sie aus der Ferne kontrolliert und nach Bedarf angepasst werden können. Nachdem infarm im vergangenen Jahr mehr als 20 Millionen Euro Kapital einsammelte, will das junge Unternehmen bis Mitte dieses Jahres 1.000 weitere ihrer Indoor-Gewächsschränke in Europa verteilen.

Farmers Cut aus Hamburg

Farmers Cut erzeugt auf 1.200 qm Salat und Kräuter in einer Lagerhalle am Oberhafen in Hamburg. Gründer des Start-ups ist Mark Korzilius, der Erfinder des Küchenkonzepts und der Restaurant-Kette Vapiano. Farmes Cut vertreibt Salate und Kräuter nach eigenen Angaben an lokale Restaurants, Kantinen und Hotels innerhalb von 24 Stunden.

Die Salate und Kräuter werden vertikal angebaut. (Foto: Farmers Cut)

Geliefert werden die gewünschten Pflanzen samt Behältnis, in dem sie noch zwei Wochen weiterwachsen, bevor sie nach Bedarf vor Ort geerntet werden können. Für die Zucht der Pflanzen greift Farmers Cut auf ein Verfahren zurück, das sie Dryponics nennen und eine Weiterentwicklung der Hydroponik ist. Bei der Hydroponik werden die Pflanzen mit Wasser „geflutet“. Beim Dryponics-Verfahren soll weniger Wasser verbraucht werden. Unter LED-Licht und in bestimmten Behältern wachsen die Pflanzen bei konstanten Temperaturen auf neun Etagen in der Lagerhalle.

Stadtfarm in Berlin

Gewächshaus mit Pflanzen und Gemüse
Die Betreiber der Stadtfarm setzen auf Aquaterraponik. (Foto: Stadtfarm)

Aquaterraponik hat die Stadtfarm ihren Ansatz des Smart Urban Farming getauft. Auf der Anlage im Berliner Osten, im Stadtteil Lichtenberg, produzieren sie Fisch, Gemüse und Salate. Den Afrikanischen Katzenfisch ziehen sie auf der Farm in einer Aquakultur auf. Nach eigenen Angaben haben sich die Betreiber der Farm, die Topfarmers GmbH, für den Afrikanischen Catfisch entschieden, weil die hohe Besatzdichte ein Naturzustand für den Fisch sei. In einem Kreislaufsystem wird das Wasser aus der Aquakultur auch für die Nährstoffversorgung der Erde genutzt, in der die Pflanzen stehen. Das Gemüse und die Kräuter werden auf der Stadtfarm nicht hydroponisch mit Nährstoffen versorgt, sondern durch die Düngung der Erde.

Seit 2017 betreiben die Stadtfarmer die Anlage im Landschaftspark Herzberge und erzeugen so 50 Tonnen Fisch und 30 Tonnen Salat, Kräuter und Gemüse im Jahr. Die Stadtfarmer beliefern Gastronomen und Kunden in den umliegenden Berliner Bezirken mit ihrem Stadtfarmsalat. Die Fische können Kunden im Hofladen oder über den Onlineshop kaufen.

Agrilution aus München

Zwei Produkte, zwei Kreisläufe, zwei Standbeine

Die Gründer des Start-ups Agrilution aus München haben ihren Indoor-Gewächsschrank , den Plantcube, seit dem vergangenen Jahr auf dem Markt. Maximilian Loessl und Philipp Wagner arbeiteten seit der Gründung von Agrilution im Jahr 2013 an ihrem sogenannten Smart-Home-Gemüsegarten. Diesen gibt es für 2.979 € zu kaufen.

Die Kunden bekommen neben dem Gewächsschrank für die Küche auch die passende Saatmatte geliefert, in der das ausgewählte Saatgut integriert ist. Mithilfe einer App kann das Wachstum der Pflanzen verfolgt werden. Ihre Versorgung mit Nährstoffen und Wasser geschieht durch Hyproponik automatisch. Die Beleuchtung übernimmt ein LED Plant Light, das von Osram entwickelt wurde. Der Glühbirnen-Hersteller ist seit 2017 neben anderen Unternehmen ein strategischer Partner von Agrilution.