future Invest

Verpackung und Geschirr aus Agrar-Abfällen

"Bio-lutions" stellt Verpackungen aus Agrar-Abfällen wie Pflanzenresten her. Das große Ziel: Plastik ersetzen. (Foto: Bio-lutions)

"Bio-lutions" aus Hamburg stellt Verpackungen und Einweggeschirr aus Pflanzenresten her. Das Ziel: ein ökologischer Plastik-Ersatz. Dank eines neuen Partners könnten bald weltweite Essensbestellungen in dieser Verpackungen geliefert werden.

Egal ob Pizza, Pasta, Sushi oder Burger - Die Zahlen über nach Hause geliefertes Essen steigen weltweit kontinuierlich. Jedes Menü wird dabei einzeln verpackt, um sofort verspeist werden zu können. Dass dabei Unmengen von Abfall anfallen, steht außer Frage. Das Start-up "Bio-lutions" aus Hamburg arbeitet derzeit an einer ökologischen Lösung. Jetzt hat das Unternehmen mit dem Lieferdienst Delivery Hero einen Partner gefunden, der laut Geschäftsbericht im Jahr 2018 weltweit rund 369 Mio. Bestellungen ausgeliefert hat. Auch die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), eine KfW-Tochtergesellschaft, beteiligt sich an der Bio-lutions International AG und will weiteres Wachstum ermöglichen. Das geht aus einer kürzlich veröffentlichten Pressemeldung hervor.

Aus Bananenstämmen und Zuckerrohr

So sehen die Teller von Bio-lutions aus. (Foto: Bio-lutions)

Das 2017 von Eduardo Gordillo und Stefan W. Dircks gegründete Unternehmen "Bio-lutions" stellt biologisch abbaubare Verpackungen und Einweggeschirr aus Pflanzenresten her, die in der Landwirtschaft anfallen. Und weil diese weltweit verfügbar sind und bisher meist als Abfallprodukt kostenpflichtig entsorgt werden, können die Bio-lutions-Verpackungen nach Unternehmensangaben preislich mit Einweg-Plastikprodukten konkurrieren.

Das Produktionsverfahren, das laut Pressemeldung ohne Zusatzstoffe wie chemische Bindemittel auskommt und klimaschonende Produkte herstellt, wurde bereits zur Marktreife entwickelt. Nun stellt die DEG dem Green-Tech-Start-up für die Expansion in Asien 3,9 Mio.€ Beteiligungskapital bereit. Inklusive der Delivery-Hero-Beteiligung beläuft sich das gesamte Finanzierungsvolumen auf 8,3 Mio. €.

Jetzt f3 Mitglied werden und direkt weiterlesen

Als f3-Mitglied erhälst du täglich Meldungen, Beiträge und Reportagen zu Innovationen und Start-ups aus den "grünen" Bereichen und wirst Teil des neuen Gründer-Netzwerks.

mehr Informationen bekommst du hier

„Bio-lutions“ aus Hamburg stellt Verpackungen und Einweggeschirr aus Pflanzenresten her. Das Ziel: ein ökologischer Plastik-Ersatz. Dank eines neuen Partners könnten bald weltweite Essensbestellungen in diesen Verpackungen geliefert werden.

Egal ob Pizza, Pasta, Sushi oder Burger – Die Zahlen über nach Hause geliefertes Essen steigen kontinuierlich. Jedes Menü wird dabei einzeln verpackt. Dass dabei Unmengen von Abfall anfallen, steht außer Frage. Das Start-up „Bio-lutions“ aus Hamburg arbeitet derzeit an einer ökologischen Lösung. Jetzt hat das Unternehmen mit dem Lieferservice Delivery Hero einen Partner gefunden, der laut Geschäftsbericht im Jahr 2018 weltweit rund 369 Mio. Essens-Bestellungen ausgeliefert hat. Auch die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), eine KfW-Tochtergesellschaft, beteiligt sich an der Bio-lutions International AG und will weiteres Wachstum ermöglichen. Das geht aus einer kürzlich veröffentlichten Pressemeldung hervor.

Aus Bananenstämmen und Zuckerrohr

So sehen die Teller von Bio-lutions aus. (Foto: Bio-lutions)

Das 2017 von Eduardo Gordillo und Stefan W. Dircks gegründete Unternehmen „Bio-lutions“ stellt biologisch abbaubare Verpackungen und Einweggeschirr aus Pflanzenresten her, die in der Landwirtschaft anfallen. Und weil diese weltweit verfügbar sind und bisher meist als Abfallprodukt kostenpflichtig entsorgt werden, können die Bio-lutions-Verpackungen nach Unternehmensangaben preislich mit Einweg-Plastikprodukten konkurrieren.

Das Produktionsverfahren, das laut Pressemeldung ohne Zusatzstoffe wie chemische Bindemittel auskommt und klimaschonende Produkte herstellt, wurde bereits zur Marktreife entwickelt. Nun stellt die DEG dem Green-Tech-Start-up für die Expansion in Asien 3,9 Mio.€ Beteiligungskapital bereit. Inklusive der Delivery-Hero-Beteiligung beläuft sich das gesamte Finanzierungsvolumen auf 8,3 Mio. €.

Aus Pflanzenresten kostengünstig und umweltschonend Verpackungsmaterialien herzustellen, die Plastik verzichtbar machen, halten wir für wegweisend.

Christiane Laibach, DEG

Bio-lutions produziert bisher in Indien. In der landwirtschaftlich geprägten Region Karnataka fallen große Mengen Pflanzenreste wie Bananenstämme oder Zuckerrohrblätter an. Das Start-up arbeitet dort mit einer Kleinbauern-Kooperative zusammen, die das pflanzliche Material für die Produktion liefert und so zusätzliches Einkommen erwirtschaftet. Da in einigen indischen Bundesstaaten bereits ein Verbot für bestimmte Plastikverpackungen besteht, sind Alternativen gefragt. So konnte Bio-lutions beispielsweise einen indischen Online-Supermarkt als Kunden gewinnen.

Marktchancen in Europa

Alternativen zu Plastikverpackungen stoßen nicht nur in Entwicklungsländern, sondern auch in Industrieländern auf Interesse. Bio-lutions wird nun seine Produktion in Indien ausbauen und für den südostasiatischen Markt einen Standort in Thailand aufbauen. Auch in Europa will das Unternehmen seine Aktivitäten verstärken.

Zum Aufbau der ersten industriellen Pilotanlage in Indien hatte die DEG bereits im Jahr 2017 500.000 € aus Mitteln des Up-Scaling Programms zur Verfügung gestellt.


Zur DEG

Deutsche Unternehmen bei ihren Auslandsaktivitäten in Schwellen- und Entwicklungsländern zu begleiten, ist ein Schwerpunkt der DEG. Neben maßgeschneiderten Finanzierungen und Beratung bietet sie den Unternehmen auch Förderprogramme an, um beispielsweise Pilotvorhaben durchzuführen oder einen noch effizienteren Umgang mit Ressourcen zu ermöglichen.